Mehr Platz für Bio

In Lorsch ließ Alnatura das weltweit derzeit größte Hochregallager aus Holz bauen. Nachhaltig und ästhetisch sollte es auch werden.

Spektakulär sah sie aus, die fast 20 Meter in den blauen Himmel ragende gelbbeige Holzkonstruktion. Was im Sommer 2013 noch wie eine riesige Skulptur von Anselm Kiefer anmutete, ist nun das Innenleben des Alnatura Verteilzentrums.

Die Regale bestehen zu 100 Prozent aus PEFC-zertifiziertem Fichtenholz, hat acht Ebenen und neun Gassen von je 120 Metern. Das Hochregal steht auf einer Fläche, die so groß ist wie ein Fußballfeld und bietet Platz für 32.000 Paletten. Würde man die Palettenträger hintereinander anordnen, nähmen sie eine Strecke von 65 Kilometern ein. "Es sind die Alnatura Kunden und die immer höhere Nachfrage nach Bio-Produkten, die dieses Riesenprojekt ermöglichen und gleichzeitig erfordern", erklärt Alexander Link, Leiter Finanzen und Projektleiter des Alnatura Verteilzentrums.

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Auch Klaus Böhmer, Gesamtprojektleiter des Erweiterungsbaus, zeigte sich erfreut über die Expansion: "Knapp drei Jahre nach Inbetriebnahme ist das bestehende Verteilzentrum in Lorsch aufgrund des starken Wachstums von Alnatura schon zu klein. Idealerweise konnten wir als Standort für den Neubau die Fläche direkt neben dem 'alten' Verteilzentrum einplanen."

Für die Gesamtplanung und Umsetzung wurde die Swisslog AG beauftragt. Ein renommiertes, weltweit tätiges Schweizer Unternehmen, das integrierte Logistiklösungen unter anderem für Verteilzentren anbietet. "Auch für uns ist es eine Herausforderung, ein Hochregallager mit diesem Volumen komplett aus Holz zu bauen", versicherte Thorsten Mergel, Architekt und Projektmanager von Swisslog. "Im Vergleich zu einem normalen Regal aus Stahl ist ein Regal aus PEFC-zertifiziertem Fichtenholz auf jeden Fall die nachhaltigere Lösung. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Der Baum bindet bereits während seines Wachstums CO2. Dagegen muss man für die Herstellung von Stahlträgern das Zigfache an CO2 aufbringen."

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Für den Holzeinkauf, die Zimmermannsarbeiten und die Konstruktion wurde wiederum ein Holz-Profi, die mittelständische Firma Kaufmann aus Tirol, beauftragt. Insgesamt hatte das Generalunternehmen Swisslog neben der Firma Kaufmann noch 14 weitere Gewerke im Einsatz.

Ob das neue Hochregallager so lange Bestand haben wird wie das zum Weltkulturerbe gehörende Kloster Lorsch aus dem neunten Jahrhundert, weiß man heute noch nicht. Sicher ist, dass das älteste aus einem Holzskelett gefertigte Fachwerkhaus in Deutschland aus dem 13. Jahrhundert stammt.