Kräftig mithelfen

Anja Bauer ist Produktmanagerin bei Alnatura und verantwortet das Sortiment "Alnatura Projekte". Sie wählt die Produkte aus sowie die Hilfsprojekte, die Alnatura Kunden gezielt unterstützen können.

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Beginnen wir unser Gespräch über die Alnatura Projekte direkt bei ihrem Ursprung. Wie kam es dazu, dass Alnatura eine kleine Produktlinie eigens zur Förderung von Hilfsprojekten ins Leben gerufen hat?
Das hat ganz einfach mit unserem Selbstverständnis zu tun. Wir möchten unseren Kunden die Gelegenheit geben, gemeinsam mit uns bestmögliche Leistungen für Umwelt und Menschen zu erbringen. Viele Kunden haben den Wunsch, ganz konkret etwas zu tun, das über den Kauf von Bio-Produkten hinausgeht. So gab es 2010 den ersten Artikel unter Alnatura Projekte: ein neuer Darjeeling-Tee, der mit 20 Cent pro verkaufter Packung das Bildungsprojekt Pathshala in Indien förderte. Dieses Projekt haben wir gemeinsam mit terre des hommes ausgewählt.

Die Kinderhilfsorganisation terre des hommes ist also von Anfang an bei den Alnatura Projekten dabei?
Ja, genau. Wir möchten mit einer unabhängigen, akkreditierten Organisation arbeiten, die absolut transparent vorgeht und Spenden für ganz konkrete Projekte einsetzt. Nicht zuletzt hat terre des hommes viele Jahre Erfahrung in der Koordination und Planung der Hilfe vor Ort: Sogenannte "Regionalkoordinatoren" verschaffen sich regelmäßig ein Bild über die Fortschritte und geben weitere Impulse zur Selbsthilfe. Dies könnten wir alleine gar nicht leisten.

Wie kann man sich die Einführung eines neuen Projekte-Artikels ganz grob vorstellen?
Wenn für uns feststeht, welche Art von Produkt wir zu einem Projekt-Artikel machen möchten, mache ich mich gemeinsam mit meinem Team ans Probieren. Beim aktuellen Neuprodukt, dem Indien Espresso als ganze Bohne, haben wir unterschiedliche Mischungen von Arabica- und Robusta-Bohnen verkostet, unterschiedliche Röstungen und unterschiedliche Herkunftsregionen. Schließlich soll sich ein Projekt-Espresso auch geschmacklich von den anderen Alnatura Kaffees unterscheiden. Neben dem Geschmack das wichtigste Kriterium: Im Ursprungsland der Rohwaren sollte unser Partner terre des hommes auch mit Projekten vor Ort sein.

Warum ist es wichtig, dass terre des hommes bereits ein Projekt dort durchführt? Es könnte doch auch gemeinsam ein neues gestartet werden.
Hier denken wir nachhaltig. Was würde geschehen, wenn durch den Verkauf des Projekt-Artikels nicht genügend Geld gesammelt werden kann, um ein Projekt aufrechtzuerhalten? Wir möchten nicht, dass es in so einem Fall eingestellt werden muss und die Menschen dort wieder sich selbst überlassen werden. Also ist es sinnvoll, dass wir uns bei bestehenden Projekten engagieren. So können wir mit den Spenden unserer Kunden am meisten bewirken. Mit unserem Peru Café fördern wir nun schon seit 2011 durchgehend Projekte in Peru.

Haben Sie ein "Lieblingsprojekt"?
Das Projekt Pathshala hat es mir angetan. Im ländlichen Raum Nordindiens leiden Kinder, insbesondere Mädchen, stark unter der Armut und haben keinerlei Rechte: Sie müssen arbeiten, gehen nicht mehr zur Schule, ihr Ernährungszustand ist schlecht. Den Kindern dort wird wieder eine Perspektive gegeben mit Unterrichtskonzepten, die auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt sind, sowie mit Schulungen zur Ernährung und zum eigenen Anbau von Obst und Gemüse. Dabei werden Eltern, Lehrer und Behörden immer einbezogen, damit die Hilfe nachhaltig wirken kann.

Bereits mit dem ersten Alnatura Projekt-Artikel, dem Darjeeling-Tee, haben wir dieses Projekt zwei Jahre lang gefördert und setzen das nun mit dem neuen Indien Espresso fort. So schließt sich der Kreis. In der Zwischenzeit hat sich schon viel getan. Ich bin froh, dass wir daran anknüpfen können.