Geordnete Wildnis

Idyllisch gelegen ist die Alnatura Unternehmenszentrale allemal. Sie liegt am Rande des südhessischen Örtchens Bickenbach mit Sicht auf die grünen Hänge der Bergstraße.

Unser Gärtner Marc Hartmann hegt und pflegt den Alnatua Bio-Garten samt Teich in Bickbach.

Hier werden neue Initiativen entwickelt, Produkte kreiert, Meetings abgehalten, Eröffnungen geplant und Köpfe zum Rauchen gebracht. Was hilft am besten dabei, zwischendurch die Gedanken zu ordnen und neue Energie zu tanken? Die Natur!
Und davon versteckt sich reichlich direkt hinter dem Bürogebäude – eine regelrechte Naturgartenoase, von der Straße aus nicht sichtbar. Mit Kirsch-, Zwetschgen- und Apfelbäumen, die im Sommer fruchtige Bio-Snacks liefern. Mit einem großen Walnussbaum, der Schatten und köstliche Nüsse spendet. Mit üppigen Lavendelbeeten, deren Duft durch die Büros weht. Mit Rosenbeeten und Haselnusssträuchern, einem Teich voller stimmgewaltiger Frösche und sechs Bienenstöcken.

Ja, richtig gelesen: Bienenstöcke. Rund 50.000 fleißige Immen sammeln im Alnatura Garten und auf den umliegenden Feldern Blütennektar und verwandeln ihn in sehr leckeren Bio-Honig, der bei den Alnatura Mitarbeitern in Bickenbach heiß begehrt ist. In den "Bienenseminaren" zeigt Demeter- Imkerin Susanne Weirich Mitarbeitern, wie man den Honig erntet und aufbereitet – ohne dabei von den Bienen gestochen zu werden. Initiiert hat diese Initiative Tina Schneyer, die bei Alnatura die Abteilung Kommunikation leitet. Selbst im Winter stapft sie durch den Schnee in den hinteren, ruhigen Teil des Gartens, um in den Bienenstöcken nach dem Rechten zu schauen.
Von ihr stammt auch die Idee mit dem Alnatura Bienenschmaus, einer Saatgutmischung, aus der buntes Futter für Bienen und andere Blütenbestäuber entsteht. 50 Cent je verkauftem Tütchen fließen in die Weiterentwicklung einer wesensgemäßen Bienenhaltung, für die sich der Verein Mellifera einsetzt.

Bienen haben es nämlich mittlerweile gar nicht mehr so einfach, ausreichend Nahrung zu finden. Wild blühende Wiesen und Felder werden immer seltener. Doch nicht so bei Alnatura in Bickenbach. Da wächst einiges. Selbst auf dem Mitarbeiterparkplatz der Unternehmenszentrale. Auf und um die Parkflächen herum zeigen acht verschiedene Biotope, dass es nicht immer trist aussehen muss, wo Autos abgestellt werden. Die Parkplatz-Biotope wurden von der Frankfurter Landschaftsarchitektin Marianne Schubert geplant. Einheimische Bäume und Sträucher, blütenreiche Steingärten, Kräuter- und Duftpflanzen und natürlich eine Bienenschmaus- Wiese werden hier von Alnatura Mitarbeitern ökologisch gepflegt. Ein Insektenhotel ist auch schon in Planung.

Gehegt und gepflegt werden sie von Alnatura Gärtner Marc Hartmann. Er sorgt dafür, dass zwar alles sehr natürlich aussieht, aber dennoch nicht wild wuchert. An den Wiesen, Beeten, Büschen und Bäumen des Bickenbacher Alnatura Grundstücks kann er sich ordentlich austoben. Unkraut wird mit dem Messer entfernt – Chemie kommt selbstverständlich nicht zum Einsatz. Der Alnatura Garten ist eben ein echter Bio-Garten. Wer das ganz offensichtlich zu schätzen weiß, ist Nachbars Katze. Nahezu täglich trifft man sie auf dem Grundstück. Gelegentlich spaziert sie den Fußerlebnispfad entlang. Häufig scheint sie in Zwiegespräche mit Gärtner Hartmann vertieft zu sein.

Was der Fußerlebnispfad ist? Nun, der gehört zum Sinnesparcours. Wie Kunstwerke muten dessen Stationen an. Es kostet schon etwas Mut, mit geschlossenen Augen und nackten Fußsohlen die unterschiedlichen Untergründe von Kies bis Holz auf sich wirken zu lassen. Außerdem kann man zum Beispiel über einen hölzernen Schwebebalken spazieren oder unter einem Steinpendel liegend über die Schwerkraft sinnieren. Man kann sich aber auch einfach ins Grüne setzen und genießen. Bänke, Stühle und Tische über das Areal verstreut laden dazu ein, bei sommerlichen Temperaturen den Arbeitsplatz auch mal nach draußen zu verlegen. Und da gerade die Sonne scheint, entsteht dieser Artikel genau dort: im Alnatura Bio-Garten.