Alnatura Grundsatztage

Auf den "Alnatura Grundsatztagen" wird der Gesprächsfaden zwischen den Filialen und der Zentrale in Bickenbach gesponnen.

Der Arbeitsalltag der Alnatura Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Super Natur Märkten (etwa 1.100 Menschen) unterscheidet sich sehr von dem der Mitarbeiter in der Unternehmenszentrale in Bickenbach (etwa 200 Menschen) – diese ist besser als Serviceeinheit zu bezeichnen. Denn alles, was die Alnatura Mitarbeiter in Bickenbach tun, soll den Filialkollegen die Arbeit erleichtern.

Der Tagesablauf im Alnatura Super Natur Markt ist geprägt von dem vielfältigen und abwechslungsreichen Kundenkontakt und immer wieder neuen und überraschenden Begegnungen. Außerdem gilt es täglich, große Mengen an Ware zu verräumen. Schließlich wollen wir die Regale unseren Kunden immer gut gefüllt und ansprechend präsentieren. Der dritte wichtige Aufgabenbereich der Filialmitarbeiter ist die für den Kunden eher unsichtbare organisatorische Tätigkeit: Mitarbeiter - Einsatzplanung, Warenbestellung und -annahme, Info der Mitarbeiter über alles Neue, Fortbildung, Abstimmung von Vorgehensweisen. Jede Filiale mit ihrem Team ist wie ein kleines Unternehmen für sich, ein sozialer Organismus. Auch die Serviceeinheit in Bickenbach ist ein solcher Organismus. Die Arbeit dort ist geprägt von Schreibtisch, viel Papier, Computer und Telefon, Sitzungen und Abstimmungsmeetings mit Kollegen, Herstellern, Lieferanten, Handelspartnern und Beratern. Hier wird gemeinsam gesprochen und nachgedacht, z.B. welche Produkte ins Sortiment sollen und welche heraus müssen und wie die Abläufe, insbesondere EDV-gestützte Prozesse, so effizient und sinnvoll wie möglich gestaltet werden können. Die IT-Abteilung soll den Menschen die Arbeit leichter machen, daher streben wir möglichst "schlanke" Prozesse an, die sparsam und benutzerfreundlich sind.

Um "schlanke" Prozesse zu erreichen, werden die dafür notwendigen Rahmenbedingungen gemeinsam erarbeitet und dann genau wie verabredet umgesetzt. Andererseits ist es unerlässlich, dass die Mitarbeiter in den Filialen sehr beweglich und eigenverantwortlich ihr jeweiliges "kleines Unternehmen" gestalten. Denn nur sie können wissen, was vor Ort gefordert ist. Hier besteht ein ständiges Spannungsfeld zwischen organisatorischen Vorgaben und situativem Handeln, das sich nicht beseitigen lässt – mit ihm muss man umgehen. Und das gelingt nur, wenn die Filialen und der Servicebereich gut miteinander kommunizieren und verstehen, was die jeweils andere Seite meint und benötigt.

Wo Menschen miteinander arbeiten, passieren immer einmal Fehler, und natürlich "menschelt" es auch hier und da, d. h. man versteht sich irgendwie nicht. Der Pflege einer guten, produktiven Gesprächskultur zwischen den Alnatura Filialen und der Serviceeinheit in Bickenbach dienen viele Sitzungen, in denen zu lösende Themen gemeinsam angegangen werden. Und es gibt die Einrichtung der Alnatura Grundsatztage.

Die Grundsatztage finden zweimal im Jahr statt und dauern jeweils zwei Tage. Alle Filialleiter nehmen teil und alle Gebietsverantwortlichen, die das Bindeglied zwischen Bickenbach und den Filialen sind. Außerdem nehmen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Servicebereich Bickenbach teil, die Verantwortung für ein kleines oder größeres Team in einer Abteilung haben oder einen eigenen Unternehmensbereich verantworten – z. B. Rechnungsprüfung oder Verbraucherservice, um nur einige zu nennen.

Jüngst fanden bei Alnatura wieder Grundsatztage statt. Etwa 90 Kolleginnen und Kollegen reisten Ende April zur Firma Rapunzel in Legau. Götz Rehn, Gründer und Geschäftsführer von Alnatura, informierte über die Situation, die den Lebensmittelmarkt allgemein und den Bio-Markt in Deutschland aktuell kennzeichnet. Die Alnatura Mitarbeiter lernten den Rapunzel-Unternehmensgründer und -leiter Joseph Wilhelm kennen und wurden durch die Produktionshallen geführt. Intensiv arbeiteten die Filial- und Servicemitarbeiter gemeinsam daran, wechselseitig die Bedürfnisse immer noch besser zu erkennen und zu verstehen.

In guter Stimmung und sehr offener Gesprächsatmosphäre kamen viele Punkte zur Sprache, die der weiteren Verbesserung der Alltagsabläufe und gemeinsamen Kommunikation dienen und die nun Schritt für Schritt von allen in ihren Bereichen konkret umgesetzt werden. Gespräche und Austausch prägten auch die Pausen, die häufig als zu kurz empfunden wurden. Einhellige Feststellung am Ende der Veranstaltung: der "Alnatura Spirit" ist sehr lebendig. Der Wille, sich zu verstehen und das Unternehmen zum Wohle der Kunden immer besser gemeinsam zu gestalten, ist da. Und es ist keine Frage: Auf den nächsten Grundsatztagen wollen wir gemeinsam weiter konstruktiv an Verbesserungsmöglichkeiten arbeiten.

››› Manon Haccius, Sanna Humphrey, Joachim Schledt