Die Menschen vom Bahnhof Zoo

Mit jeder Neueröffnung eines Super Natur Marktes unterstützt Alnatura drei lokale Institutionen mit einer Spende.

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Vor 36 Jahren erschien das Buch "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" von Christiane F. Damals war der Bahnhof Zoologischer Garten in Berlin noch der Hauptbahnhof von West-Berlin. Heute fahren ICE-Züge durch, nur noch Regionalzüge halten vor dem Zoo. Und es gibt hier noch immer genug Menschen, die keinen festen Wohnsitz haben, Menschen mit Alkoholproblemen, mit psychischen Beeinträchtigungen oder einfach nur arme Menschen, die in der Bahnhofsmission am Zoo jeden Tag eine Mahlzeit erhalten. Ganz in der Nähe eröffneten ein Luxushotel und ein schickes Einkaufszentrum. Die City West putzt sich heraus und macht Berlin-Mitte wieder Konkurrenz. In der Jebensstraße, am Hintereingang des Bahnhof Zoo, bekommt man von diesem glamourösen neuen West-Berlin nicht viel mit. "In der Jebensstraße sitzt das soziale Gewissen dieser Stadt", erzählt Dieter Puhl nicht ohne Stolz. Hier ist die evangelische Bahnhofsmission ansässig. Ihre Öffnungszeiten: 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.

Dieter Puhl, ausgebildeter Diakon und Sozialarbeiter, leitet eine der größten Bahnhofsmissionen Europas. "Es kommen im Schnitt 600 Gäste pro Tag, die sich hier für eine Stunde aufwärmen können, eine Mahlzeit, warme Getränke und warme Kleidung bekommen." Ihm ist es wichtig, die hilfsbedürftigen Menschen, die hierherkommen, als Gäste zu bezeichnen. "Kommunikation auf Augenhöhe findet mit Obdachlosen leider viel zu wenig statt." Acht hauptamtliche Kollegen koordinieren den Einsatz von 130 ehrenamtlichen Helfern, mehr als 90 Praktikanten und 200 Menschen, die in der sozialen Einrichtung "Arbeit statt Strafe" verrichten. In Berlin geht man aktuell von 14 000 Wohnungslosen aus. Sie kommen aus 95 Ländern. Eine Großstadt wie Berlin bietet die nötige Anonymität, die man braucht, wenn man sich für sein Scheitern oder für seine Krankheit schämt. Wenn man nicht von Freunden oder Nachbarn erkannt werden möchte, taucht man unter. Am besten geht das in einer 3,5-Millionen-Metropole.

Rainer, 57 Jahre alt, stammt aus dem Erzgebirge und ist gelernter Maurer mit Gesellenbrief. Er kommt viermal pro Woche hierher, um etwas zu essen und alte Kumpels zu treffen, die er von früher kennt, als er noch auf der Straße lebte. Inzwischen hat er über Freunde eine Wohnung gefunden. Er lebt von Hartz IV, weil er seit zehn Jahren nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann. Rainer erkrankte an Diabetes und nennt sich selbst einen Insulin-Junkie. Bei einem Bauunfall, einem Sturz aus dem 2. Stock, zertrümmerte er sich die linke Hüfte samt Oberschenkel . "So einen wie mich können se auf dem Bau nicht mehr gebrauchen", sagt er. "Früher hab ich sogar als Bauleiter gearbeitet." Schlechter geht es Thomas, einige Jahre jünger als Rainer, der seit vier Jahren auf der Straße lebt und für sich keine Chance sieht: "Ich war im Knast und ohne Führungszeugnis krieg ich nicht mal ’nen Job als Fensterputzer."

Hoffnungsvoller gibt sich Bianca, die über das Jobcenter eine sogenannte AGH-MAE (Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung) vermittelt bekam und fünf Tage in der Woche bei der Spendenannahme der Bahnhofsmission arbeitet. "Mir gefällt, dass es funktioniert", erzählt sie begeistert. "Jemand kommt und gibt Schuhe oder Schlafsäcke ab. Und ich kann das an jemanden, der es dringend benötigt, weitergeben. Es ist so einfach zu teilen, das gibt Hoffnung." Menschen wie Erika, eine gepflegte, gut gekleidete Dame, die aus Berlin-Steglitz regelmäßig hierherfährt, um Schuhe oder sinnvolle Kleidung und manchmal auch Lebensmittel zu spenden, geben Bianca recht.

"Wir freuen uns selbstverständlich über Sachspenden", versichert Dieter Puhl. "Allerdings können wir den 24-Stunden-Betrieb nur aufrechterhalten, wenn wir auch finanzielle Zuwendung erhalten. Die Förderung des freien Trägers über den Berliner Senat nimmt leider von Jahr zu Jahr ab."

Aber in einem sind sich alle ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helfer einig: Es gibt einem selbst Halt, Menschen zu helfen, die ihren Halt verloren haben und Hilfe benötigen.

Spenden Sie für Obdachlose!
Berliner Stadtmission
Bank für Sozialwirtschaft
BIC: BFSWDE33BER
IBAN: DE2410020500003181907
Verwendungszweck: Bahnhofsmission

10 Euro kostet ein Schlafsack plus Isomatte. 10 Euro sichern den Lebensmittelzukauf für 180 Gäste. 2.000 Euro kostet die zeitintensive und sehr persönliche Betreuung eines Menschen, der sich selbst bereits aufgegeben hat.