Albatros, gemeinnützige Gesellschaft für soziale und gesundheitliche Dienstleistung mbH Berlin

Mit jeder Neueröffnung eines Super Natur Marktes unterstützt Alnatura drei lokale Institutionen mit einer Spende.

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Richard Palm ist ein Manager. Doch er sieht nicht aus wie ein Manager – oder wie sich die meisten Menschen einen vorstellen: langes, wallendes graues Haar, ein warmherziges Lächeln mit vielen Lachfalten um die blitzenden Augen. Als gelernter Sozialarbeiter und Ergotherapeut kam er vor zehn Jahren zur gemeinnützigen GmbH Albatros. Inzwischen leitet er das Mehrgenerationenhaus in Berlin-Reinickendorf. Was sich nach reiner Bezirksangelegenheit, gemütlichem Kiez-Treffpunkt und nachbarschaftlichem Miteinander anhört, ist in Wirklichkeit ein wichtiges Organisations-Netzwerk inmitten eines sozialen Brennpunktes im Norden Berlins. Der Bezirk Reinickendorf hat 245.000 Einwohner – mehr als die Stadt Freiburg. Der Migrantenanteil in Reinickendorf liegt bei knapp 25 Prozent. Unweit des Mehrgenerationenhauses, fußläufig in wenigen Minuten zu erreichen, entstanden im vergangenen Jahr drei neue Asylbewerberheime für rund 1 000 Menschen, die in Deutschland eine neue Heimat suchen. In der Auguste-Viktoria-Allee bei Palm und seinen KollegInnen haben sie eine Anlaufstelle, die ihnen Hilfe anbietet. Sogenannte Integrationslotsen, meist auch mit Migrationshintergrund und entsprechenden Sprachkenntnissen, begleiten bei Behördengängen, helfen beim Ausfüllen von Formularen und unterstützen Migranten mit Arbeitserlaubnis bei der Jobsuche, der Suche nach Kinderbetreuung und vielem mehr.

Die Räumlichkeiten des Mehrgenerationenhauses werden für Deutschkurse, Seniorensport, diverse kostenlose Beratungstermine des Bürgeramtes, des Kinder- und Jugend-Gesundheitsdienstes, als Anlaufstelle für Familien, alte Menschen, Jugendliche sowie für Rechtsberatung zur Verfügung gestellt. Eine Kita, ein Familienzentrum und ein interkultureller Mädchentreff gehören ebenfalls dazu. Gefördert wird das Ganze aus Mitteln des Aktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser des Bundesfamilienministeriums und aus bezirklichen Mitteln. "Albatros ist als freier Träger in fast allen Bereichen der sozialen Arbeit aktiv. Das ist ein Vorteil, weil wir ganzheitlich mit wirklich allen arbeiten können", erklärt Richard Palm. "Wir sind außerdem Drehscheibe bürgerschaftlichen Engagements, für ehrenamtliche Helfer, die Menschen begleiten, die Spenden-Sammelaktionen organisieren oder die sich auch an einer Gegendemo zu einem NPD-Aufmarsch vor einem Asylbewerberheim beteiligen", berichtet Palm. Gegründet wurde der gemeinnützige Verein Albatros in den 1980er-Jahren von dem Psychologen Friedrich Kiesinger, der noch heute Chef des inzwischen auf 250 Mitarbeiter gewachsenen und über mehrere Berliner Bezirke verteilten sozialen Unternehmens ist. Seinen Schwerpunkt setzte Albatros am Anfang in der Betreuung und Pflege psychisch kranker Menschen. Es begann mit der Unterstützung von Menschen, die einen Suizid überlebt hatten.

Inzwischen hat sich die Arbeit auf alle sozialen Bereiche ausgedehnt: von Kitas, Jugendarbeit an Schulen über Pflegestützpunkte und Stadtteilarbeit bis hin zu dem Modellprojekt Mobidat.net – eine Berliner Datenbank für barrierefreie Mobilität für gehbehinderte, gehörlose und blinde Menschen.

Um psychisch kranken Menschen eine Ausbildungsmöglichkeit sowie eine geregelte Arbeit bieten zu können, gründete Friedrich Kiesinger mit weiteren Gesellschaftern die Pegasus GmbH. Das Unternehmen firmiert in den Bereichen Bau- und Ausbaugewerke, Reinigung sowie Catering und ist gleichzeitig ein zertifizierter Bildungsträger. Es funktioniert wie ein normales Unternehmen, nur dass hier Menschen mit psychischen Problemen eine Chance auf ein stabilisierendes Arbeitsleben mit geregeltem Einkommen erhalten.

Das geflügelte Pferd und der schwimmende Vogel mit der riesigen Spannweite haben sich zum Ziel gesetzt, möglichst vielen Menschen jeglichen Alters und Couleur Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. Bereits die Gründer- sowie auch die Aufbaugeneration setzen auf die Ressourcen der Menschen und unterstützen sie dabei, ihre eigenen Kompetenzen wahrzunehmen, selbstständig zu handeln, individuelle Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln und ein sinnerfülltes Leben zu führen. Diese Philosophie und therapeutische Grundhaltung ist bis heute tragendes Element bei allen gemeinnützigen Gesellschaften der Albatros Familie.

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