Vom Saft des Lebens

Das Alnatura Magazin im Gespräch mit Stefan Reiss, Geschäftsführer des Kokossaft-Herstellers Dr. Antonio Martins mit Unternehmenssitz in Nürnberg.

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Alnatura Magazin: Herr Reiss, Sie bezeichnen das Dr. Antonio Martins "Aqua de Coco", übersetzt Kokoswasser, lieber als Kokossaft. Warum?
Stefan Reiss: Die Bezeichnung "Kokoswasser" halte ich für irreführend. Man könnte darunter ein lediglich mit Kokos aromatisiertes Wasser verstehen. Und das Gegenteil ist hier der Fall: Es handelt sich um den mineral- und nährstoffreichen Saft einer Frucht, der Kokosnuss, die botanisch zu den Steinfrüchten zählt.

Was ist der Unterschied zwischen Kokosmilch und Kokossaft?
Kokosmilch ist ein zusammengesetztes Produkt aus Wasser und püriertem Fruchtfleisch. Kokoswasser, auch Kokossaft genannt, ist der reine flüssige Inhalt der Kokosnuss. Das heißt aus der Nuss, also der Frucht, fließt Kokossaft.

Woher kommt der Rohstoff, der Kokossaft von Dr. Antonio Martins?
Der Rohstoff für unsere Kokosprodukte kommt von kontrollierten und zertifizierten Bio-Anbauflächen in Brasilien, Sri Lanka und auf den Philippinen. Als wir vor zwölf Jahren als Erste begannen, Kokossaft nach Europa einzuführen, mussten wir erst eine eigene Versorgung in den Anbauländern aufbauen. Inzwischen besuchen wir unsere langjährigen Partner vor Ort mindestens einmal im Jahr.

Und wie kommt der Kokossaft aus der Nuss in die Flasche oder den Tetrapak, ohne dass er an Qualität, Geschmack und Inhaltstoffen verliert?
An unseren Kokossaft kommen keine Konservierungsstoffe, wir setzen keine Ultra-Hocherhitzung ein. Wir nutzen aufgrund unserer jahrelangen Erfahrung einen sehr komplexen, aber schonenden Prozess der Pasteurisation. Unter anderem arbeiten wir mit Filtertechniken und einer fein abgestimmten kalt-aseptischen Abfüllung. Der Kokossaft wird in den Anbauländern gleich nach der Ernte mit möglichst wenig Luftkontakt aus der Nuss geholt und schonend bei 80 Grad Celsius pasteurisiert. Anschließend wird er sofort auf minus 18 Grad Celsius tiefgekühlt und mit Containern per Schiff nach Europa transportiert. Verschiedene zertifizierte Saftabfüller in Deutschland und Österreich erledigen zuletzt die Abfüllung in die PET-Flaschen und Tetrapaks.

Wie lange bleibt der Dr. Antonio Martins Kokossaft haltbar?
Unser Kokossaft ist ab der Abfüllung in die Packung 12 Monate haltbar. Nach dem Öffnen sollte er gekühlt gelagert und innerhalb von zwei Tagen verzehrt werden.

Kokossaft werden verschiedenste Heilwirkungen nachgesagt. Welche sind das?
Unser Kokossaft ist ein hochwertiges Lebensmittel mit wenig Kalorien. Für medizinische Einsätze verweisen wir unbedingt auf ärztliche Beratung sowie auf die Dokumente im Downloadbereich "Forschung" auf unserer Website (dr-martins.com/forschung.html). Die Vorteile von Kokossaft sind in unzähligen seriösen weltweiten Studien bewiesen.

Was ist der größte Qualitätsunterschied zwischen den verschiedenen Kokossäften auf dem Markt?
Viele Produkte werden mit Kokossaft aus alten braunen Kokosnüssen hergestellt. Diese Kokosnüsse werden für die Fruchtfleischverarbeitung geerntet und sind bis zu zwölf Monate alt. Kokossaft fällt dabei als Abfallprodukt an. In diesem fortgeschrittenen Alter hat Kokossaft eine andere Nährwertzusammensetzung. Kokossaft aus jungen Nüssen enthält weniger Zucker und mehr Säure, schmeckt deshalb frischer. Die Brasilianer und Asiaten trinken aus gutem Grund nur jungen Kokossaft. Außerdem beziehen sich alle wissenschaftlichen Abhandlungen auf Kokossaft aus jungen Kokosnüssen. Dr. Antonio Martins verwendet zu 100 Prozent Kokossaft aus jungen Kokosnüssen.

Werden oder wurden für den Anbau der Kokospalmen von Dr. Antonio Martins Kokossaft Regenwälder abgeholzt?
Dr. Antonio Martins bezieht den Kokossaft von Flächen, die seit langem bestehen. Wir beziehen keinen Kokossaft von jungen Anbauflächen, für die Regenwald abgeholzt wurde.

Wie kam eigentlich der Gründer und Namensgeber Dr. Antonio Martins auf die Idee, Kokossaft nach Europa einzuführen?
In seiner Wiener Kinderarztpraxis wurde Antonio immer wieder von Eltern nach weniger zuckerhaltigen Alternativen zu Limonaden und herkömmlichen Säften gefragt. So hatte er vor zwölf Jahren die Vision, das Traditionsgetränk aus seiner Heimat Brasilien nach Europa zu bringen: den Saft junger Kokosnüsse in Bio-Qualität.

Beste Qualität: Saft von jungen Kokosnüssen

Dr. Antonio Martins Kokosnuss

Dr. Antonio Martins verwendet ausschließlich den Saft von jungen Kokosnüssen, die  zwischen 6 und 7 Monate alt sind und eine grüne oder – je nach Sorte – gelblich-orange Schale haben. 12 Monate benötigen Kokosnüsse, um auszureifen. Je älter sie werden, desto bräunlicher die Hülle, desto weniger Saft und mehr Fruchtfleisch enthalten sie. Der Saft von älteren Kokosnüssen entwickelt einen höheren Anteil an Saccharose sowie Fett und schmeckt weniger frisch. Je nach Größe der jungen Kokosnuss enthält eine Frucht zwischen 200 und 700 ml Kokossaft. Die Kokosnuss ist die Frucht der Kokospalme. Der Kokossaft wird oft als »lebendiges Wasser« bezeichnet, weil es die Kokosnuss noch Monate, nachdem die Frucht vom Baum getrennt wurde, keimfähig hält. Aus dem Kokossaft und dem Fruchtfleisch zieht eine neue Kokospalme die Energie und Nahrung, um zu keimen und zu einem turmhohen Baum heranzuwachsen. Kokossaft ist ein sogenanntes Superfood, reich an Mineralstoffen, Vitaminen, Aminosäuren und Enzymen. Es enthält weniger als 20 kcal pro 100 ml.