01.03.2018

Sodasan – Die Waschforscher

Was Reis mit Waschleistung, Seife mit Bio-Landbau und Autos mit Gründergeist zu tun haben, konnten wir bei unserem Besuch bei Sodasan erfahren.

Sodasan

Sie ist die vielleicht längste gerade Straße Deutschlands. Wie ein Lineal führt sie 17 Kilometer entlang eines historischen Kanals. Durch diese Moorlandschaft fuhren früher Torfbauern auf ihren Kähnen, heute fährt uns Jürgen Hack in seinem Elektroauto. Wir sind auf dem Weg ins ostfriesische Uplengen, dem Firmensitz des Wasch- und Reinigungsmittelherstellers Sodasan. Während die Landschaft an uns vorbeizieht und der Sodasan-Geschäftsführer von Gentechnik, ökologischem Landbau und Pflanzenchemie erzählt, ruhen dessen Hände auf dem Schoß. Jürgen Hack hat den Fahrassistenten aktiviert. Soll ich mich der Faszination Autopilot oder den überraschenden Details zu Waschmitteln hingeben? Wieso Gentechnik, möchte ich schließlich wissen. "Wir verzichten konsequent auf Gentechnik. Dagegen sind in konventionellen Wasch- und Reinigungsmitteln immer gentechnisch manipulierte Enzyme enthalten", klärt der Chemiker Hack auf. Aber Enzyme machen doch Sinn, weil sie zum Beispiel Fette abbauen, oder? "Richtig, doch für uns nicht um den Preis, dass auf diese Weise gentechnisch veränderte Organismen in die Umwelt gelangen können." Und was hat der Bio-Landbau mit Sodasan zu tun? "Ein weiterer großer Unterschied sind die Rohstoffe", sagt Hack. "Während fast alle Hersteller Stoffe auf Rohölbasis einsetzen, verwenden wir pflanzliche Öle. Wir verseifen nur Öle aus ökologischem Anbau."

Inzwischen sind wir bei Sodasan angekommen. Kerstin Stromberg, die kaufmännische Geschäftsführerin, begrüßt uns. Sie und Jürgen Hack haben das Unternehmen 1982 gegründet. In den Gängen hängen Fotos, auch von früher. Natürlich reizt es, die Geschichten der ehemaligen Kommunarden und Friedensaktivisten zu hören, doch die Gegenwart ist präsenter. Zum Beispiel auf einer großen Weltkarte. Für jedes Exportland steckt dort ein Fähnchen, 34 insgesamt. Von Australien über China bis in die USA finden sich die vielfach ausgezeichneten Sodasan-Produkte. Vor wenigen Monaten erst nahmen Kerstin Stromberg und Jürgen Hack den Deutschen Nachhaltigkeitspreis entgegen. Ist es nicht eine besondere Verantwortung, Deutschlands nachhaltigstes Unternehmen zu sein? "Natürlich", sagt Kerstin Stromberg, "doch auf die Menschen und die Umwelt zu achten, ist seit jeher der Kern unseres Unternehmenskonzeptes." Als ob diese Aussage noch unterstrichen werden müsste, führt sie uns in die Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Allein hier arbeiten 4 der 50 Sodasan-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für ein so kleines Unternehmen ein ungewöhnlich hoher Anteil. Aktuell forschen die Expertinnen an einem für Sodasan möglicherweise revolutionären Projekt. Sie wollen aus natürlich fermentiertem Demeter-Reis waschaktive Enzyme gewinnen. Ohne Gentechnik. Sollte das gelingen, hätte Sodasan einen neuen pflanzenbasierten Rohstoff, könnte das Produktspektrum erweitern und würde eine weitere Leistungssteigerung vor allem bei den Maschinenspülmitteln erreichen. Doch noch ist Grundlagenarbeit zu leisten. Jürgen Hack ist vorsichtig optimistisch und ergänzt: "Wir würden weiterhin nur das nutzen, was uns die Natur gibt."

Zum Schluss besichtigen wir die Produktion. Edelstahlbehälter und Abfüll­anlagen dominieren das Bild, dazwischen eine Fertigungsstraße für die Pflanzenölseife. Obwohl das Unternehmen wächst, gibt es keine Nachtschichten. Diese Form der Arbeit sei, so Kerstin Stromberg, nicht mit dem Gesundheitsverständnis von Sodasan vereinbar. Viele Mitarbeiter sind schon lange an Bord. Mit den Chefs duzen sie sich.

Unkonventionell, umwelt- und zukunftsorientiert ist auch die Technik. Neben der Produktionshalle steht ein mit Windgas befeuertes Blockheizkraftwerk. Aus Wind gewonnenes Gas, Enzyme aus Reisferment, demnächst eine Schilfkläranlage: Ich erahne, welcher Pioniergeist die beiden Sodasan-Gründer vor über 30 Jahren getrieben haben muss und bis heute voranbringt. Wir fahren schließlich zum Bahnhof zurück. Jürgen Hack nimmt auf dem Beifahrersitz Platz und lässt nicht den Autopiloten, sondern mich fahren. Auch so stillt man Neugierde.

››› Volker Laengenfelder

Transparente Qualität

Anders als bei Lebensmitteln ist bei Waschmitteln der Begriff Öko oder Bio nicht geschützt. Deshalb gibt es große Unterschiede bei den Produkten. Sodasan engagiert sich für strenge und transparente Richtlinien innerhalb der Bio-Branche.

Waschtipps von Sodasan

  • Hartnäckiger Schmutz: Einweichen über Nacht wirkt Wunder.
  • Genügend Platz in der Trommel lassen, damit die Wäsche sauber wird.
  • Bis 30 °C besser Flüssigwaschmittel verwenden, weil sich Pulver erst ab 40 °C auflöst.
  • 1 bis 2-mal im Monat bei 60 °C waschen, um Keimbildung in der Trommel vorzubeugen.
  • Von B wie Butter bis W wie Wachs: Wie man Flecken ohne Chemiekeule entfernt, steht unter

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