22.07.2017

Frisch aus der Presse

"Für viele Leiden haben wir mit unseren Heilpflanzensäften ein passendes und sehr verträgliches Mittel", davon ist Hans-Jürgen Schumacher, Geschäftsführer des Pflanzensaftwerks Schoenenberger in Magstadt bei Stuttgart, überzeugt.

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Die 35 Heilpflanzensäfte bilden das Herzstück in der Produktpalette des Unternehmens. Sie werden aus der frischen Pflanze hergestellt und ihr überwiegender Teil ist nach dem Arzneimittelgesetz als traditionelles Naturheilmittel zugelassen. Die Säfte tragen zudem das hauseigene Bio-Siegel, das die Herkunft aller Zutaten aus ökologischem Landbau und zusätzliche Laborkontrollen im Haus garantiert.

Doch wo und wie wachsen die Pflanzen, deren frisch gepresster Saft in der Produktionsanlage in einem besonders schonenden Herstellungsverfahren in unzählige kleine Flaschen abgefüllt wird? Um das herauszufinden, besuchen wir an einem frühen Junimorgen den Gärtner Klaus Winter. In dritter Generation bewirtschaftet seine Familie bei Magstadt 60 Hektar Boden, seit den 1990er-Jahren nach Bio-Richtlinien. Winter ist Vertragsanbauer für Schoenenberger und ein Großteil seines Ertrages geht direkt zur Verarbeitung ans Werk. Wir treffen den passionierten Gärtner im Johanniskrautfeld. Für uns zerreibt er eine Blüte zwischen den Fingern, zeigt uns das dickflüssige, dunkelrote Öl, das herausquillt, und schnuppert zufrieden daran. "Die Pflanze ist reif, nächste Woche müssen wir dringend ernten." Die goldgelb blühende Johanniskrautpflanze sei übrigens sein persönlicher Liebling, bekennt er mit einem Augenzwinkern. Der daraus gepresste Heilpflanzensaft wird traditionell bei nervösen Erschöpfungszuständen angewandt.

In einem Gewächshaus zieht Klaus Winter die Setzlinge für seine Kulturen heran. Werden sie dann in diesem fortgeschrittenen Stadium aufs Feld gebracht, haben sie schon einen gewissen Vorsprung vor dem unliebsamen Beikraut, erklärt er uns. Denn die sogenannte "händische Beikrautregulierung", im Bio-Anbau eine der Hauptaufgaben, ist äußerst arbeitsintensive Handarbeit.

Beinahe alles, was in unserem Klima gedeiht, wird auf den Feldern rings um Magstadt angebaut. Wenige andere Rohstoffe stammen aus zertifizierter Wildsammlung, das heißt man sammelt direkt in ökologisch unbelasteten Gebieten am natürlichen Wuchsort. Dieses regionale Anbaukonzept garantiert bei vielen Säften eine feldfrische Verarbeitung.

Zurück bei Schoenenberger, verfolgen wir heute allerdings die Verarbeitung eines Gewächses, das südlichere Ge­filde zum Gedeihen benötigt. Aus Bio-Anbau in Frankreich wurden per Lkw rund 40 Tonnen Artischockenblütenknospen angeliefert, die in den nächsten Tagen rasch verarbeitet werden. Das fertige Produkt, der Artischocken-Presssaft, "unterstützt die Fettverdauung, indem er Gallenfluss und Stoffwechsel ankurbelt. Langfristig wirkt sich das auch günstig auf die Blutfettwerte aus", weiß Andrea Frank-Bühler, Produktmanagerin für die Heilpflanzensäfte und pharma­zeutische Biologin. In der hochmodernen Produktionsanlage werden die kräftigen Blütenknospen im Häcksler zerkleinert, die Zellwände mit Wasserdampf geöffnet und anschließend in Handarbeit sorgfältig in einzelnen Lagen in der Pflanzenpresse aufgeschichtet. Mit einem Druck von bis zu 17 Kilogramm pro Quadratzentimeter wird dann das Pflanzenmaterial ausgepresst. Anschließend durchfließt der Pflanzensaft ein ausgeklügeltes System hygienisch einwandfreier Edelstahlrohre. Nach dem Zentrifugieren, bei dem Schwebstoffe entfernt werden, und dem Kurzzeiterhitzen zur Entkeimung kommt der Saft in der vorher aufwendig sterilisierten Befüllungsanlage in die Flaschen. Originalverschlossen bleibt der Saft jahrelang haltbar – und das ganz ohne jeden Zusatz von Konservierungsstoffen. "Der gesamte Abfüllvorgang erfüllt komplett die strengen Standards der Arzneimittelherstellung", erläutert uns Hans-Jürgen Schumacher.

Arzneimittel zu produzieren bedeutet natürlich auch, den gesamten Produktionsvorgang lückenlos zu kontrollieren und zu dokumentieren. Von den 80 Mitarbeitern im Pflanzensaftwerk sind allein 20 ausschließlich in den Labors und der Qualitätssicherung beschäftigt.

Seit 1991 gehört Schoenenberger zur Salus-Gruppe, ebenfalls ein Unternehmen der Naturheilmittelbranche. Während die Produkte früher ausschließlich im Reformhaus erhältlich waren, fanden die Produkte von Schoenenberger seit 2009 auch den Weg in die Regale von Apotheken und ausgewählten Bio-Läden. Und gerade dort, so freut sich Andrea Frank-Bühler, sei sogar die Akzeptanz für bestimmte Säfte, wie beispielsweise den Thymiansaft, besonders gut.