Mit Sanchon auf kulinarischer Weltreise

Was ein Esel, eine Rockband und Don Quijote mit einer Bio-Genussmarke gemeinsam haben? Das erfuhren wir bei einem Besuch bei Sanchon.

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Nicht ohne Grund thront ein Esel über dem Schriftzug Sanchon. Als die beiden Marken-Gründer Matthias Rebentisch und Peter Vogel fieberhaft nach einem Namen für ihre Bio-Genussmarke suchten, griff Rebentischs Esel von draußen helfend ein: Er schrie. Und dieser Schrei war ein Musenkuss. Inspiriert rief Vogel aus: "Das ist es! Ich habe immer gerne die Originalausgabe von Don ­Quijote gelesen und du hast den Esel. Sancho Panza, dieser bäuerliche Genussmensch, das ist die Verbindung zwischen uns beiden." Rebentisch stimmte begeistert zu: Sancho. Ja, das passte gut. Sanchon sogar noch besser. Denn das "n", so ein befreundeter Kanarier, wird immer dann ans Ende des Namens gesetzt, wenn man einen Freund anspricht.

Erzeuger Sanchon Esel Tano und Turró

Freundschaft prägt die Marke Sanchon nämlich ebenso wie die Leidenschaft für Genuss und internationale Küche – und die Liebe zum Esel. Wenn Rebentisch von seinen katalanischen Rieseneseln erzählt, dann spürt man sofort seine tiefe Zuneigung und Verbundenheit mit ihnen. Was Rebentisch an Eseln schätzt? "Esel sind Balsam für die Seele", erklärt Rebentisch. Und er erzählt weiter, dass er im gestressten Zustand den älteren der beiden Esel einfach nicht anfassen dürfe. Dann wird erst mal entspannt und danach geht es. "Das ist so etwas wie ein Friedensbarometer". Der Umgang mit Eseln scheint sich auf die Entwicklung der Sanchon-Rezepturen auszuwirken. Denn es braucht die gleiche Sensibilität, um den Charakter internationaler Küche zu verstehen. Die gleiche Aufmerksamkeit, um diesen Charakter authentisch zu bewahren. Und es erfordert die gleiche Geduld und Hingabe, um die Harmonie zwischen den Zutaten zu komponieren.

Erzeuger Sanchon Familie

Harmonie findet man bei Sanchon nicht nur in den Rezepturen, sondern auch zwischen den Menschen. Nach dem Motto "Erst die Freundschaft, dann das Geschäftliche" entwickelten sich alle geschäftlichen Verbindungen über eine Freundschaft. Die Gründer Rebentisch und Vogel lernten sich auf dessen Hochzeit kennen, Christof Henne, der 2004 als Geschäftsführer zu Sanchon kam, spielte mit Rebentisch lange zusammen in einer Rockband. Rebentisch und Vogel verbindet Sancho Panza, Henne (Schlagzeuger) und Rebentisch (E-Gitarre und Gesang) die Musik und das Interesse an internationaler Küche – und alle gemeinsam teilen eine tiefe Leidenschaft für Genuss und Kulinarik. Vogel hatte früher einen Bio-Laden namens Petersilchen und so heißt auch das Unternehmen, das die Marke Sanchon herstellt. Rebentisch ist ausgebildeter Koch, hat lange in Kanada gelebt und dort gemeinsam mit vielen internationalen Köchen im Hilton gearbeitet. Als er dann in Deutschland sein eigenes Restaurant leitete, servierte er dort seine eigens kreierten Brotaufstriche, die zu den Klassikern unter den Sanchon-Produkten geworden sind: Sonnentomate und Basilikum Romana. Es waren auch die ersten Produkte, die Rebentisch und Vogel vor fast 20 Jahren gemeinsam produzieren ließen, und zwar bei der W. Thospann & Siekmann GmbH in Lemgo. Damals leitete Christof Henne dort die Entwicklung. Henne ist wie Rebentisch ausgebildeter Koch, aber das Interesse an Technik war ebenfalls sehr stark und so machte er anschließend noch eine Ausbildung zum Lebensmitteltechniker. Neben seiner Leidenschaft für das Kulinarische brachte er mit seiner langjährigen Erfahrung als Entwicklungsleiter produktionstechnisches Know-how und Expertise in die Petersilchen GmbH ein. Sein Wissensdurst und seine Neugier sind sicherlich auch Motor seiner vielen Reisen: Unter anderem hat er eine Radtour von Costa Rica bis nach Panama und eine Rucksacktour durch die Philippinen unternommen, Reisen nach Chile, Kambodscha, Venezuela, einen Kochkurs in Thailand gemacht. Die Erlebnisse und Eindrücke haben ihn geprägt und inspiriert.

Erzeuger Sanchon Rezeptentwicklung

Die Weltoffenheit und Vielseitigkeit zur internationalen Küche zeigt sich in der vielseitigen Ausrichtung der Sanchon Produkte mit mediterranen bis asiatischen Einflüssen. Die Hingabe zum Genuss scheut keine Mühen – für die Creme Aubergine werden Auberginen von Hand in kleinen Mengen gebraten, damit sich ihr Aroma vollkommen entfalten kann. Und die Suche nach den besten Zutaten führt manchmal zu einem Thailand-Projekt: von dort kommen verschiedenste landestypische Kräuter und Gewürze. Und manchmal führt sie zu einem süddeutschen Bioland-Betrieb – von dort kommen die Jalapeno-Chilis.

"Wir machen einfach etwas, woran wir wirklich hängen und was wir sinnvoll finden. Und was uns Spaß macht, was quasi unser Hobby ist", so Henne. Dass dieses "Hobby" so erfolgreich ist, darüber freut er sich natürlich. Das Unternehmen wächst: 2004 wurden 1.000 bis 2.000 Gläser pro Tag hergestellt. Heute sind es bis zu 35 000 Gläser. Seit November 2014 steht nach einem aufwendigen Umzug in Eigenregie die doppelte Produktionsfläche zur Verfügung. Und damit auch Platz für neue Kreationen – wir dürfen gespannt sein, wohin die nächste kulinarische Reise geht.

››› Gabriele Storm

Kurz gefasst

  • Bio-Genussmarke mit international ausgerichtetem Sortiment an Saucen und Convenience-Produkten. Sanchon ist eine Marke der Petersilchen GmbH
  • Gründungsjahr 1987
  • Standort Steinheim
  • Mitarbeiter 40