Rapunzel - Wissen, wo’s herkommt

Der Bio-Pionier Rapunzel Naturkost sichert seinen Einkauf von Rohstoffen langfristig und aktiv. Denn die Nachfrage nach Bio-Rohstoffen nimmt stetig zu, sodass die weltweite Erzeugung der Bio-Rohstoffe kaum mehr Schritt halten kann. Wir waren zu Gast bei Rapunzel.

Rapunzel Bio-Pionier

"… und solange wir Hand in Hand weiterarbeiten, werden wir ein langes, gesundes und glückliches Leben führen." So könnte der glückliche Ausgang des Rapunzel-Märchens lauten, das nach 40 Jahren aber noch lange nicht zu Ende ist. Und märchenhaft geht es auf dem schnell wachsenden Biomarkt manchmal nicht mehr zu. "Die Risiken für Unternehmen, genügend Rohstoffe in Bio-Qualität auf dem Weltmarkt zu beschaffen, erhöhen sich. Immer mehr wollen an dem wachsenden Markt teilhaben und Geld verdienen", erklärt Barbara Altmann, die bei Rapunzel die Rohstoffsicherung verantwortet. »Umso wichtiger ist es, über eine strenge Qualitätskontrolle hinausgehend, den Fokus auf eine transparente Lieferkette zu setzen.« Das heißt, Rapunzel intensiviert den Kontakt zu den bestehenden Lieferanten, prüft neue Lieferanten gemäß seinen strengen Anforderungen, pflegt und erweitert die zum Teil bereits seit 25 Jahren bestehenden HAND-IN-HAND-Partnerschaften (HIH) mit Lieferanten aus sogenannten Entwicklungsländern. "Die Begleitung und Entwicklung und damit auch die Prüfung und Beratung unserer Lieferanten gehört zu den Hauptaufgaben der Abteilung Rohstoffsicherung bei Rapunzel", unterstreicht Barbara Altmann.

Rapunzel Bio-Pionier

Eigentlich machen sie damit genau das, was Firmengründer Joseph Wilhelm in den letzten Jahrzehnten vormachte: Er suchte weltweit nach gleichgesinnten Partnern, überzeugte Bauern, auf ökologischen Anbau umzustellen, forderte soziale Mindeststandards und die Einhaltung der Menschenrechte. Ob Joseph Wilhelm oder seine Mitarbeiter aus den Abteilungen Rohstoff-sicherung, Einkauf und Qualitätssicherung: Sie kennen alle Partner aus allen Ländern durch Besuche vor Ort und beispielsweise durch Lieferantentage in Legau persönlich. Dabei stellt Rapunzel klare Anforderungen und vereinbart mit Lieferanten vertraglich einen Verhaltenskodex. Er enthält Kriterien und Maßgaben in Bezug auf Integrität, auf ökologisches und soziales Tun sowie auf Produktqualität.

Rapunzel Bio-Pionier

Für Lieferanten aus sogenannten Entwicklungsländern eröffnet sich bei entsprechender Qualifikation die Möglichkeit, fester HIH-Partner zu werden. Inzwischen gibt es 17 HIH-Partner aus 13 Ländern. Die erste HIH-Partnerschaft entwickelte sich aus der Lieferbeziehung zu der bolivianischen Kakao-Kooperative El Ceibo. Mit diesem Partner wurde 1987 die weltweit erste Bio-Schokolade möglich. Noch heute beliefert die Kleinbauern-Kooperative, die inzwischen aus 1 200 Mitgliedern besteht, Rapunzel mit Bio-Kakaobohnen und weiterverarbeiteten Produkten wie Kakaomasse, -butter und -pulver.

Rapunzel Bio-Pionier

So wie es für Rapunzel wichtig ist, die Lieferanten und deren Umfeld persönlich zu kennen, wird auch den einzelnen Prozess-Schritten der Lieferkette eine große Bedeutung zugemessen. Im Idealfall laufen diese – wie bei El Ceibo – in einer Hand. Neben dem Anbau finden dort auch wesentliche Schritte der Weiterverarbeitung wie Fermentieren und Rösten der Kakaobohnen statt. Bei eigenen Projekten wie in der Türkei laufen alle Prozess-Schritte ab dem Aufkauf bei den Bauern in eigener Hand. Wo dies nicht möglich ist, steht größtmögliche Transparenz über die einzelnen Schritte im Vordergrund. Kontrolliert wird dies durch Selbstauskünfte der Lieferanten und durch Überprüfungen vor Ort.

Rapunzel Bio-Pionier

Über faire und transparente Handelsbeziehungen an den Bio-Rohstoff zu gelangen, ist eine Herausforderung und der entscheidende Teil einer optimierten Qualitätssicherung, die mit strengen Qualitätskontrollen endet. Beides lohnt sich bei kritischen und bewusst konsumierenden Kunden. Kunden, die ein qualitativ hochwertiges Bio-Produkt erwarten, aber auch nachfragen, woher es stammt. Kunden, die sich dafür interessieren, unter welchen sozialen Bedingungen es angebaut und produziert wurde. Was mit einer Hippie-Wohngemeinschaft, Brot-Backen, Müsli-Mischen und viel Idealismus begann, kann heute mit über 550 Bio-Produkten und 300 Mitarbeitern aufwarten. So ist die Marke Rapunzel ein weiterer Beweis dafür, dass ökonomischer Erfolg und humanistische Werte sehr wohl miteinander zu vereinbaren sind.

Das Rapunzel Kokos-Projekt in Sri Lanka

Rapunzel Bio-Pionier

Hand in Hand und ein faires Miteinander vom Anbau bis zur Abfüllung. 1995 initiierte Rapunzel das ökologische Kokos-Projekt in Sri Lanka, für das heute 9 Familienbetriebe arbeiten. Rapunzel garantiert die Abnahme der Kokosprodukte zu fairen Preisen. Mr. Rajasingham, ein Rapunzel-Mitarbeiter, steht den Kokosbauern vor Ort beratend und betreuend zur Seite. Abgefüllt werden die Bio-Kokos-Chips in Legau/Allgäu erst, nachdem sie ein umfassendes Qualitätsprüfungsprogramm absolviert haben.

Rapunzel HAND-IN-HAND-Kooperationen

Rapunzel Bio-Pionier

Rapunzel garantiert seinen Hand-in-Hand-Partnern

  •  Abnahme der Produkte
  • Faire Produktpreise
  • Unterstützung und Beratung
  • Förderung gemeinnütziger Projekte
  • Vorfinanzierung und Kredite
  • Kennzeichnung der Produkte mit dem Hand-in-Hand-Siegel, wenn mehr als 50 % der Rohstoffe von einem HAND-IN-HAND-Partner stammen.

Im Gegenzug garantieren die Hand-in-Hand-Partner

  • Produkte in Bio-Qualität – mindestens nach EU-Norm
  • Einhaltung aller nationalen gesetzlichen Regelungen
  • Soziale Absicherung der MitarbeiterInnen
  • Menschenwürdige, gesunde und sichere Arbeitsbedingungen
  • Verzicht auf Kinderarbeit und Zwangsarbeit
  • Transparenz

Kurz gefasst

  • 1974 Unternehmensgründung von Joseph Wilhelm (gr. Bild oben) und Jennifer Vermeulen in einer Selbstversorger-Gemeinschaft mit kleinem Laden und kleinem Sortiment, u. a. mit Müsli, Brot und Nussmusen
  • Heute über 550 vegetarische Bio-Produkte
  • Mitarbeiter: 300 in Legau / Allgäu (Unternehmenssitz) und im Logistikzentrum Bad Grönenbach sowie Mitarbeiter in Anbauprojekten
  • Rapunzel Türkei-Projekt: 2 500 Hektar biologisch bewirtschaftet von 35 Mitarbeitern und bis zu 300 Saisonarbeitern und 600 Bauern.
  • 17 HAND-IN-HAND-Partner aus sogenannten Entwicklungs- oder Schwellenländern
  • Lieferanten aus 34 Ländern, persönliche und langfristige Lieferbeziehungen
  • Rohstoffe fast ausschließlich aus eigenen Projekten, von HAND-IN-HAND-Partnern oder von langjährigen geprüften Lieferanten
  • Ziele und Werte: Engagement für eine gerechte und lebenswerte Welt, in der Globalität nicht als Bedrohung empfunden wird, sondern als Chance und alle Menschen als gleichberechtigte Partner gesehen werden; Rapunzel sieht seinen Beitrag dazu in der Herstellung und im Vertrieb gesunder hochwertiger Lebensmittel; deren Produktion unterstützt die Verbreitung der biologischen Landwirtschaft und trägt damit zum Erhalt der natürlichen Umwelt für heutige und nachfolgende Generationen bei.