Nica-Kaffee fair gehandelt

1980: Der Kauf von "Nica-Kaffee" ist ein Muss und ein politisches Statement für die engagierte Linke. Die Menschen möchten die nicaraguanischen Bauern unterstützen – daran hat sich bis heute nichts geändert.

GEPA - Kaffee Nicaragua

Eine lange Reise führt durch die Zeit führt uns in das Jahr 1980. Die Menschen in Nicaragua haben gerade die erfolgreiche Revolution der Sandinisten gegen den Diktator erlebt. Frieden gibt es aber nach der Machtübernahme noch lange nicht: Weitere zehn Jahre müssen die Bauern unter den anhaltenden bürgerkriegsähnlichen Kämpfen leiden. Um das gebeutelte Land zu un terstützen, solidarisieren sich die westlichen Linken mit den Sandinisten und den nicaraguanischen Bauern. Auch die GEPA möchte ihren Beitrag leisten und beginnt, Kaffee aus dem mittelamerikanischen Land zu importieren – zu fairen Konditionen, versteht sich. In der Folge organisieren sich die nicaraguanischen Bauern in Kooperativen und beliefern die GEPA direkt. Die Resonanz im Westen auf die Unterstützungsarbeit der GEPA ist von Anfang an groß. Kaffee aus Nicaragua, "Nica-Kaffee", ist der Renner in den Dritte Welt Läden. Der Kaffeekauf ein Muss und ein politisches Statement für die engagierte Linke. Die Menschen möchten die nicaraguanischen Bauern unterstützen – daran hat sich bis heute nichts geändert. Mittlerweile geben zunehmend die hohe Qualität und der ökologische Anbau der Kaffeebohnen aus Nicaragua den Ausschlag zum Kauf.

2009 importierte die GEPA nicaraguanischen Rohkaffee in der Größenordnung von rund 650.000 Kaffeepäckchen. Vier große Bauernkooperativen sind heute die verlässlichen Handelspartner der GEPA vor Ort. Sie produzieren Kaffee in hoher Bio-Qualität und können als Mitglieder der nationalen Kaffee- Organisation Cafenic Einfluss auf die Kaffeepolitik Nicaraguas nehmen. Einer der vier Handelspartner ist der Dachverband UCPCO (Unión de Cooperativas Multifuncionales Produc toras de Café Orgánico). Über 300 Bauern zählt der Verband als Mitglieder, alle ansässig in der Region von San Juan de Rio Coco an der Grenze zu Honduras. Diese abgelegene, bergige Region ist die drittwichtigste Anbauregion nach dem nicaraguanischen Matagalpa und Jinotega, denn hier, auf 1.000 bis 1.200 Metern über dem Meeresspiegel, gedeihen die Kaffeepflanzen besonders gut.

GEPA - Kaffee Nicaragua

Die GEPA bezahlt für den Bio-Kaffee aus dem zweitärmsten Land der Welt durchschnittlich mehr als den vom Fairtrade- Dachverband FLO (Fairtrade Labelling Organizations International) festgesetzten Mindestpreis. Zurzeit liegt dieser bei 125 US-Dollar pro 100 amerikanische Pfund (rund 45 Kilogramm), inklusive der Bio-Prämie von 20 US-Dollar. Hinzu kommt die Fair-trade-Prämie von rund zehn US-Dollar – davon werden Gemeinschaftsaufgaben der Kooperativen finanziert. Übersteigt der Marktpreis den garantierten Mindestpreis, bekommen die Kaffee-Handelspartner den höheren Marktpreis plus Fair-trade- und Bio-Prämie.

GEPA - Kaffee Nicaragua

Darüber hinaus werden die Kooperativen zusätzlich bewusst gestärkt, indem die GEPA eine sogenannte Vorfinanzierung ermöglicht: Schon während der Ernte zahlt das Wuppertaler Unternehmen einen Vorschuss von bis zu 60 Prozent des letzten Containerpreises an die Kooperativen, den diese wiederum bis zu 60 Prozent an die Bauern weitergeben. Somit ist gesichert, dass die Bauern ganz jährig ausreichend Geld für ihre Lebenshaltungskosten haben. Das Mehr an Geld, das der UCPCO zur Verfügung steht, investiert der Dachverband etwa in die Bildung der Kinder seiner Mitglieder, also der Bauern. Die UCPCO vergibt darüber hinaus auch Stipendien.

GEPA - Kaffee Nicaragua

30 Jahre währt die GEPA-Kooperation mit den nicaraguanischen Kaffeebauern nun schon. "Es haben sich stabile, verlässliche Beziehungen zu den Bauern und den Kooperativen herausgebildet", freut sich Hans Jürgen Wozniak, GEPA-Kaffee- Produktmanager. "Die Qualität der Ware bei den beiden von uns durchgeführten Kontrollen – einmal vor dem Transport vor Ort und dann nach Ankunft in Deutschland – ist zu unserer vollsten Zufriedenheit. Die nicaraguanischen Kooperativen liefern das, was sie versprechen: Kaffee in Bio-Qualität für höchsten Genuss!".

So lange braucht eine Kaffeebohne

GEPA - Kaffee Nicaragua

Manchmal dauert es bis zu fünf Jahre, bis ein Kaffeebaum zum ersten Mal Früchte trägt. Dann aber können die Bauern die Pflanze bis zu 20 Jahre lang abernten. Während der acht- bis zehnmonatigen Reifezeit der Kaffeekirschen wechseln die Früchte ihre Farbe: von grün über gelb bis hin zu einem leuchtenden Rot. Erst in diesem letzten Stadium pflücken die Bauern die Kirschen von Hand, denn nicht alle sind zeitgleich reif. Nach der Ernte der reifen Kirschen wird das Fruchtfleisch von der Pergamenthaut der Kaffeebohne getrennt. Die Bohnen werden bis zu 30 Stunden fermentiert und mehrere Tage in der heißen Sonne zum Trocknen ausgelegt. Nun wird nur noch die Pergamenthaut entfernt, und die jetzt harten Bohnen werden poliert. Dann sind sie bereit für Transport und Röstung, die Kaffeebohnen aus Nicaragua.

Seit 30 Jahren verkauft die GEPA Kaffee aus Nicaragua – so sah das alte Verpackungsdesign aus. Das aktuelle Verpackungsdesign greift das Symbol mit den Händen voller Erde und sprießenden Pflänzchen aus den 80er-Jahren auf.

GEPA – The Fair Trade Company

  • Der Name GEPA steht für: Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt
  • Gründungsjahr: 1975
  • Mitarbeiter: 179
  • Gesellschafter: die Entwicklungsorganisationen und Jugendverbände beider großen Kirchen
  • Handelspartner: rund 160 Genossenschaften, Vermarktungsorganisationen und sozial engagierte Privatbetriebe in ca. 40 Ländern auf vier Kontinenten
  • Produkte: Lebensmittel (z. B. Kaffee, Tee, Schokolade)