Lovechock, peace and happiness

Alnatura fuhr in die Hauptstadt von Grachten, Fahrrädern – und die Wiege europäischer Raw-Schokolade: nach Amsterdam.

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Mit Schokolade verführte einst Juliette Binoche in "Chocolat" nicht nur Johnny Depp, sondern ein ganzes puritanisches Dorf. Der Genussmoment wurde zu einem Augenblick der Hingabe und mit ihm öffnete sie die Herzen der Menschen. Das hatte etwas Magisches. An Magie erinnert auch der Verpackungshinweis der Raw-Schokolade von Lovechock. Da steht, die Kakaobohnen seien eine natürliche Quelle von Flavonoiden und "lovechemicals" (Liebesstoffen). Lovechemicals?

Laura de Nooijer, Gründerin von Lovechock

Laura de Nooijer, Gründerin und heute Beraterin von Lovechock, lacht und erklärt: "Lovechemicals, so nennen wir die Stoffe in der Kakaobohne, die zum Wohlbefinden beitragen. Dazu gehört zum Beispiel die Aminosäure Tryptophan, sie ist wichtig, um das körpereigene Serotonin herzustellen. Oder Anandamid, ein Stoff, der ebenfalls glücklich macht. Und Phenylethylamin, ein Botenstoff, den der Körper ausschüttet, wenn der Mensch verliebt ist." Diese Substanzen sind nur in sehr geringen Mengen nachzuweisen. Verantwortlich für das Wohlgefühl beim Essen von Schokolade ist vor allem das Dopamin, das vom Belohnungssystem des Gehirns ausgeschüttet wird. Die Schokolade gewinnt an emotionaler Bedeutung, weil sie mit besonderen, positiven Situationen verknüpft wird. Selbstverständlich nur bei Menschen, die Schokolade mögen.

Franziska Rosario, seit 2011 Geschäftsführerin

"Jedes unserer Lovechock-Produkte enthält mindestens 80 Prozent Kakao", so Franziska Rosario, Geschäftsführerin von Lovechock. Und was bedeutet eigentlich "raw" bei Schokolade? Im Unterschied zu traditionell hergestellter Schokolade werden zur Herstellung von Raw-Schokolade die Kakaobohnen kalt gemahlen und nicht geröstet. Ein Verzicht auf das Rösten soll die Inhaltsstoffe schonen. Die hochwertigen Bohnen in Lovechock stammen aus Ecuador, die Arriba nacional, eine fruchtig-intensive Kakaosorte mit kürzerer Fermentierungszeit. Auf die Fermentierung ganz zu verzichten, würde die Antioxidantien zwar noch stärker schützen, aber dann leidet der Geschmack. Die Kakaobohnen hätten dann zu viele Bitterstoffe. "Raw" bedeutet, die Rohstoffe im gesamten Produktionsprozess von Lovechock mit weniger als 49 Grad Celsius zu verarbeiten. Es wird also nicht nur auf das Rösten der Bohne verzichtet, sondern auch auf das Conchieren der Schokolade, das starke Erhitzen der Schokolade unter ständigem Rühren. Raw-Schokolade hat ein intensives und kräftiges Kakaoaroma. Die Naturbelassenheit der Rohstoffe schmeckt man. Die Konsistenz ist nicht schmelzend, sondern grob. Es ist eine fordernde Schokolade: Man muss sie schon kauen, sie zergeht nicht von selbst auf der Zunge.

Tijs Roeland, Produktionsleiter

Lovechock produziert nicht wie andere Schokoladenhersteller bean to bar, also von der Bohne bis zur Tafel. Der erste Produktionsschritt erfolgt in Ecuador. Dort werden die Bohnen direkt vom Feld geerntet und fermentiert. Anschließend wird die Kakaomasse aus den Bohnen hergestellt. Lovechock ist der direkte Handel mit den Kakaokooperativen wichtig, damit die Bauern und Verarbeiter einen guten Lohn für ihre Arbeit erhalten. Konkret bedeutet das einen Aufschlag von bis zu 50 Prozent mehr auf den weltweiten Marktpreis, den Lovechock zahlt. Die Weiterverarbeitung in Heerhugowaard beginnt jeden Morgen um sechs Uhr. Zunächst werden Kakaobutter und Kakaomasse getrennt geschmolzen, das dauert etwa 30 Minuten. Wenn beide Zutaten flüssig sind, werden sie durch Rohre in die Mischmaschine geleitet und dort vermischt. Hinzu kommen der süße Kokosblütennektar und je nach Sorte weitere Zutaten.

Lovechock Packshots

Insgesamt verwendet Lovechock 43 Rohstoffe von 25 Lieferanten aus der ganzen Welt. Das Mischen dauert wie das Schmelzen 30 Minuten. Anschließend wird die Schokolade in Form gegossen und im Kühlturm bei acht bis zehn Grad Celsius in 30 Minuten fest. Bis eine Schokolade fertig ist, dauert es also 90 Minuten. In einer Minute werden 60 Tafeln produziert. Zum Schluss erfolgt noch die Gewichtskontrolle und Verpackung. Die Folie ist übrigens zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Ist die Schokolade verpackt, kann sie ihren Weg in eines von 18 Ländern antreten. 13 verschiedene Sorten sind es derzeit. Und 2016 warten schon die nächsten Raw-Schokoladenkreationen: eine vegane Milchschokolade und neues "Rocks".

››› Gabriele Storm

Kurz gefasst

  • Gegründet 2009
  • Unternehmensstandort Amsterdam, Produktion 50 km entfernt in Heerhugowaard
  • Geschäftsleitung Franziska Rosario
  • Mitarbeiter 35 
  • Produkte vegane Raw-Bio-Schokolade in 13 verschiedenen Sorten
  • Export in 18 Länder
  • Auszeichnungen Best New Product 2014 für Rocks, Best New Product 2015 für Pekan / Maca