Nix zu meckern

Wir haben uns auf den Weg zu Leeb Biomilch gemacht, wo aus Schaf- und Ziegenmilch Joghurts und Milch für Alnatura hergestellt werden.

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Wir sind in Wartberg an der Krems, einem idyllischen Örtchen in Oberösterreich: In einem eindrucksvollen Gebäude aus den 1920er-Jahren, in dem früher die Wartberger Bauern ihre Milch zur ersten haltbaren Milch Österreichs verarbeiteten, hat heute die Leeb Biomilch GmbH ihren Sitz. Zum Kaffee bekommen wir Alnatura Ziegenmilch serviert. "Anfang der 1990er-Jahre hätte ich mir nicht vorstellen können, dass wir heute hier sitzen und ganz selbstverständlich Ziegenmilch trinken. Damals haben mich die Leute noch für verrückt gehalten", eröffnet Geschäftsführer Hubert Leeb das Gespräch.

Alles begann mit Maresi. Sie war die erste Ziege von Hubert Leeb und sollte die junge Familie bei ihrem Projekt Selbstversorgung mit Milch unterstützen. "Maresi war aber eine so überaus liebe Ziege, dass sie mehr Milch gab, als wir je hätten trinken können – beim Rest der Familie hatte ich auch erst einmal keine große Abnehmerschaft", erzählt Leeb schmunzelnd. Also begann der gelernte Landwirtschaftslehrer, zu Hause Käse, Joghurt und zahlreiche weitere Ziegenmilchprodukte herzustellen, die er in seinem kleinen Hofladen und auf dem Bauernmarkt verkaufte.

In den nächsten Jahren sorgte die große Nachfrage für Professionalisierung. Dass mit dieser eine konsequente Beschränkung auf Bio und ein solides Kernsortiment von Ziegen- und Schafmilchprodukten einhergehen sollte, stand für Leeb schnell fest. "Nur so kann die Qualität sichergestellt werden, die wir erwarten", bestätigt Jörg Hackenbuchner, Cousin von Leeb und geschäftsführender Gesellschafter im Unternehmen. Motivation genug, um sich auf die schwierige Suche nach Milchbauern zu begeben. Neben Höfen, die bislang ausschließlich Kühe gehalten hatten, wandte man sich auch an Quereinsteiger: "Da waren schon ein paar Exoten dabei – aber alle beliefern uns heute noch mit Ziegen- und Schafmilch." Inzwischen arbeitet Leeb Biomilch mit 70 Milchbauern partnerschaftlich zusammen, die größtenteils in der Region ansässig sind. 

Erzeugerreportage Leeb - Geschäftsführer

Zu den Betrieben, die von Kuh- auf Ziegenhaltung umstellten, gehört auch der Hof von Familie Kals. Wir brechen in Wartberg auf und fahren durch eine hügelige, grüne Landschaft aus dem nebelverhangenen Kremstal immer weiter bergauf. Nach einem kleinen Wäldchen lichtet sich der Nebel – wir haben knapp 500 Höhenmeter zurückgelegt auf dem Weg zum Hof, den Helga Kals bewirtschaftet. Seit 1772 ist er im Familienbesitz. Hier leben 65 Muttertiere und ihre 45 Kitze. Helga Kals kennt sie alle genau, mehrmals am Tag schaut sie nach ihnen. "Der Überblick ist wichtig. Einen Tierarzt haben wir hier oben ewig nicht gebraucht. Und mein Selbstgebrannter hilft, wenn mal eine kleine Verletzung desinfiziert werden muss!" Kein Wunder, dass es den Ziegen hier so gut geht: Sie können immer nach draußen auf die Weide – wenn sie es denn wollen: "Kommt ein Wind auf oder hören sie den Traktor, laufen sie wieder rein, die Sensibelchen", lacht Helga Kals, "auch beim Fressen sind sie anspruchsvoller als Kühe."

Erzeugerreportage Leeb - Spätsommerwiese

Im Unterschied zu einer Kuh, die rund 7.000 Liter Milch im Jahr gibt, kommt eine Ziege auf gerade einmal 700 Liter, bei Schafen ist es sogar nur knapp die Hälfte. Selbstverständlich geben die Tiere auch nur dann Milch, wenn sie zuvor trächtig waren. "Dieser Zusammenhang gerät oft in Vergessenheit", so Jörg Hackenbuchner, "doch dies sind natürliche Gegebenheiten, bei denen wir wenig intervenieren können und wollen." Zum Glück legen die Tiere ihre kleinen "Babypausen" oft etwas zeitversetzt ein. Bei der Ziege dauert sie etwa drei Monate und umfasst die letzten zwei Trächtigkeitsmonate und einen Monat Säugezeit.

Erzeugerreportage Leeb - Ziegen

Auf dem Weg zurück ins Tal müssen wir auf der schmalen Straße einem Tanklaster ausweichen. Er sammelt bei den Bauern die Rohmilch ein. Dank getrennter Milchkammern können Ziegen- und Schafmilch in einem Rutsch abgeholt werden – das spart unnötige Wege. Bei Leeb Biomilch angekommen wird die Milch kurz erhitzt und direkt zu den ­unterschiedlichen Alnatura Produkten weiterverarbeitet:

Erzeugerreportage Leeb - Produktion

Für den Schaf- oder Ziegenjoghurt natur wird die fermentierte, noch flüssige Milch direkt in die Becher eingefüllt. Die zugesetzten Joghurtkulturen sorgen dafür, dass der Joghurt reift. Hierfür brauchen sie Wärme: Kuschelige 37 Grad sind es im sogenannten Brutraum, wo die Joghurts sieben bis neun Stunden ruhen – Fruchtjoghurts sind schon nach zwei Stunden so weit, da sie bereits vorreifen konnten. Das Einrühren der Frucht muss sehr schonend erfolgen, ansonsten wird der Fruchtjoghurt schnell zu dünn. Über Nacht stehen die Joghurts im Kühlraum, werden in aller Frühe kommissioniert und machen sich sodann gemeinsam mit der Alnatura Schaf- und Ziegenmilch auf den Weg nach Deutschland. Bis dahin haben die Produkte schon eine ganze Reihe an Tests absolviert.

Erzeugerreportage Leeb - Joghurtpalette

Gabriele de la Cruz führt im Labor die mikrobiologischen Untersuchungen durch. "Wichtig ist es, genau zu wissen, mit welchem Bestand an lebenden Bakterien wir die Produkte von hier wegschicken", erklärt sie. "Eine gewisse Anzahl muss vorhanden sein – aber eben nicht die falschen." An der Milch von Leebs erster Ziege Maresi hat es sicher auch nichts zu meckern gegeben.
   
  

Alnatura Ziegen- und Schafmilchprodukte

Erzeugerreportage Leeb - Packshots

Den Alnatura Ziegen-und Schafjoghurt gibt es jeweils in drei verschiedenen Sorten, den Alnatura Schafjoghurt Natur auch im 400-g-Becher. Die Milch aller Produkte stammt von ausgewählten Bauernhöfen, die nach den Richtlinien der biologischen Landwirtschaft arbeiten. Im Kühlregal Ihres Super Natur Marktes erhältlich.

Kurz gefasst

  • Gegründet 2001 als Leeb Biomilch GmbH
  • Geschäftsführer ist Hubert Leeb, seit 2007 gemeinsam mit seinem Cousin Dr. Jörg Hackenbuchner 
  • Mitarbeiter 50 am Firmensitz in Wartberg / Krems in Oberösterreich
  • Partnerhöfe 70, davon 40 mit Ziegen und 30 mit Schafen 
  • Herdengrößen im Schnitt 130 Tiere 
  • Alnatura Partner seit 2012