01.05.2017

Lavera – Algen: Poseidons Geschenk

Das Geheimnis um die Schönheit der Meerjungfrauen scheint gelüftet: Algen. lavera hat diese Meerespflanze für ihr neuestes Produkt entdeckt. Ein Besuch bei dem weltgrößten Naturkosmetikhersteller in Ronnenberg bei Hannover.

Platzhalter

Yvonne Catterfeld lächelt uns schon von Weitem zu. Ihr freundliches Gesicht vor rosa Blütenblättern erstreckt sich über die gesamte Fassade der Unternehmenszentrale. lavera, einfach nicht zu übersehen. Weder hier noch auf der weltgrößten Naturkosmetikmesse Vivaness, noch in den Regalen von Fachhandel und Drogerien, weit über deutsche Grenzen hinaus. lavera feiert nicht nur seine Marktposition, ein Wachstum von 18 Prozent im letzten Jahr, sondern auch sein 30-jähriges Jubiläum. Unternehmenssprecherin Sabine Kästner, seit 16 Jahren im Unternehmen, erzählt von den Anfängen: "Gegründet hat Thomas Haase das Unternehmen 1987 mit dem Anspruch, Schönheitspflege nur aus natürlichen Bio-Inhaltsstoffen herzustellen. In dieser Zeit war Naturkosmetik eine absolute Nische." Auslöser für sein Interesse war seine eigene Geschichte, er litt an der zu dem Zeitpunkt wenig erforschten Neurodermitis. Die Hautmedizin bot als Lösung Cortisoncreme, was die Symptome, aber nicht die Ursachen bekämpfte. Also forschte er in alten Apothekenzeitschriften nach natürlichen Wirkstoffen. Seit 1989 führt Haase das Unternehmen gemeinsam mit Klara Ahlers, die zuvor ein Spezialgeschäft für Naturkosmetik hatte.

Der Markenname lavera bedeutet "die Wahre". Was das Wahre ausmacht, erfahren wir im Seminarraum "Wildrose". Wie ein neues Pro­dukt wie das Hydro-Effect-Serum entsteht und was das Besondere an ihm ist, erklären uns Dr. Henrike Neuhoff, CSO Wissenschaftliche Leitung, und Sarah Porip, Produktmanagerin, die zusammen an der Entwicklung des Serums gearbeitet haben.

"Grundlage für die Produktentwicklung ist die Marktbe­obachtung", erzählt Porip. "Mit offenem Auge spürt man Trends auf. Mit der Idee gehen wir dann in die Forschung und Entwicklung, hier wird in Abstimmung mit weiteren Abteilungen wie Einkauf und Nachhaltigkeit geprüft, ob und wie das Produkt umsetzbar ist. Für das Hydro-Effect-Serum hat die Entwicklung ein Jahr gedauert, was eine relativ kurze Zeitspanne ist und nur möglich durch eine unbürokratische Arbeitsweise. Bei diesem Produkt stand der Schutz vor Umwelteinflüssen im Vordergrund." Und Neuhoff ergänzt: "Anti-Pollution ist ein großes Thema, vor allem in Großstädten. Airpocalypse ist in aller Munde." Gemeint ist die steigende Umwelt-, insbesondere Luftverschmutzung, zum Beispiel durch Diesel-Feinstaub. Eine der vielen negativen Auswirkungen zeige sich auch am Hautbild des Menschen, bis zu zehn Prozent der Hautalterung werde durch Umwelteinflüsse hervorgerufen.

Lavera - Dr. Henrike Neuhoff, CSO Wissenschaftliche Leitung lavera

Wie kann man dieses neue Problem für die Haut lösen? Mit einer der ältesten Pflanzen unseres Planeten, die seit jeher mit den schwierigsten Umständen zurechtkommen kann: die Alge. Das Entscheidende – Algen sind in der Lage, Stoffe per Osmose zu filtern, ihnen kommt also eine reinigende Wirkung zu. Außerdem sind sie reich an Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen wie Jod. lavera hat sich mit einem Professor der Meeresbiologie, Stein Fredriksen, in Oslo beraten und sich für die Fucus-Serratus-Alge entschieden. Das ist eine Braunalge, die an den Nord- und Ostseestränden vorkommt. Sie wird in Bio-Qualität gezüchtet und per Hand geerntet. Wer jetzt auf die Idee kommt, beim nächsten Ost- oder Nordseeurlaub nach der Braunalge Ausschau zu halten und sich seinen Schutzschild für die Haut einfach selbst zu basteln, der sei gewarnt: Ganz so leicht wird es nicht. Denn neben der Alge, die als wässriger Extrakt im Laborglas wirklich nach Meer pur riecht, kommen in dem Serum laut INCI (Inhaltsstoffliste) noch 30 weitere Inhaltsstoffe zum Einsatz. Und dahinter steht ein Expertenteam mit umfassendem Know-how.

"Das Besondere ist die Komposition des Wirkkomplexes", so Neuhoff. "Hyaluronsäure, die durch Fermentation natürlich gewonnen wird, dazu Bio-Saccharide, Glyzerin und Sodium PCA ergeben einen Cocktail, der die Haut unterschiedlich mit Feuchtigkeit versorgt und sowohl auf der Hautoberfläche als auch in der Haut wirkt. Verschiedene Antioxidantien neutralisieren freie Radikale", erklärt sie. Freie Radikale, die sich in unterschiedlichen Molekülen wie zum Beispiel von Abgasen befinden, können Zellen angreifen und Lipide zerstören. Ein weiterer Inhaltsstoff, der Marrubiumvulgare-Extrakt, wird aus pflanzlichen Stammzellen des weißen Andorns über Hightech-Nature-Technologie gewonnen. Er schützt die Haut vor Umweltschäden und reduziert die Aufnahme von Feinstaubpartikeln. Hinzu kommen Vitamine wie Tocopherol (Vitamin E) und Tocopherylacetat, die die Abwehrkräfte der Haut stärken.

Ein weiterer Wirkstoff des Serums ist Lezithin. Dieses ist zum einen ein essenzieller Bestandteil unserer Zellmembran und wichtig für die Barrierefunktion der Haut. Er bringt aber auch Wirkstoffe durch seine amphiphilen Eigenschaften in die Haut. Amphiphil bedeutet, sowohl lipophile (fettliebende) als auch hydrophile (wasserliebende) Eigenschaften zu besitzen. Lezithin ist da multifunktionell und anpassungs­fähig. Der perfekte "Postbote" also, wenn es darum geht, Wirkstoffe dort in Haut zu bringen, wo sie gebraucht werden. Bio-Saccharide wirken wie ein atmungsfähiger Schutzfilm auf der Haut und senken den transepidermalen Wasserverlust, der zum Beispiel beim Schwitzen entsteht.

Die oberste Hautschicht besteht aus Hautzellen (Keratinozyten), die in mehreren Schichten angeordnet sind. Die Zellen durchwandern in circa vier Wochen die verschiedenen Hautschichten, verhornen und werden letztendlich an der Hautoberfläche abgestoßen. Sie werden durch verschiedene Substanzen wie Phosholipide, Squalen, Ceramide, Triglyzeride, Wachsester und Fettsäuren als "Kitt" zusammengehalten. Die im Serum enthaltenden Wirkstoffe wie die feuchtigkeitsspendenen Stoffe Glycerin, Sodium PCA sind auch natürliche Stoffe die im NMF (natürlichen Feuchtigkeitsfaktor) der Haut vorkommen. Das heißt, durch das Serum können quasi Inhaltsstoffe, die der Haut verloren gegangen sind, wieder aufgefüllt werden. Wirksamkeit und Hautverträglichkeit wurden in wissenschaftlichen Studien bewiesen.

Lavera - Geschäftsführer Klara Ahlers und Thomas Haase

Bei der Produktentwicklung ist für lavera jedoch nicht nur die Wirkung ausschlaggebend. Das Unternehmen weiß um die Bedürfnisse der Anwender und so sind Duft und Textur eines Produkts ebenso wichtig. Bei synthetischer Kosmetik stehen rund 4.000 Duftstoffe zur Verfügung, in der Naturkosmetik sind es maximal 400. Der schon beschriebene starke Duft der Meeresalge als purer Rohstoff ist im fertigen Produkt so nicht mehr wahrnehmbar. Die Textur duftet frisch, ist leicht und zieht schnell ein (Anmerkung der Redaktion: Selbsttest der Autorin). In der Anwendung ist das Serum wie eine Grundierung und wird nach der Reinigung aufgetragen. Je nach Alter und Hauttyp freut sich die Haut über eine auf den Hauttyp abgestimmte Tagespflege. Übrigens: Auch als Primer unter Make-up eignet sich das Serum gut.

Und wer mit Schönheit nicht nur die Umwelt verwöhnen will, sondern auch sich selbst, dem sei die Bronzefigur der Kleinen Meerjungfrau in Kopenhagen empfohlen: Finden Sie sich ganz früh bei Sonnenaufgang an der Uferpromenade Langelinie ein. Dann, wenn noch keine Touristenströme den Ort erobert haben. Nehmen Sie sich das wunderschöne Märchen von Hans Christian Andersen mit und lesen Sie es, mit Blick auf die warmen Goldtöne des Meeres. Es erzählt von Neugier, Hoffnung, Liebe und unserer Seele. Von der wahren Schönheit.

››› Gabriele Storm

Kurz gefasst

Laverana, Hersteller von lavera,  zählt weltweit zu den größten Produzenten von zertfizierter Naturkosmetik. lavera bietet 280 Produkte, 100 % NATRUE zertifiziert, 95 % des Sortiments sind vegan.

  • Gründung 1987 von Thomas Haase in Rethen (bei Hannover)
  • Geschäftsführung Klara Ahlers, Thomas Haase
  • Standorte Ronnenberg, Wennigsen (Forschung und Entwicklung)
  • Mitarbeiter 414 
  • Auszeichnungen seit 1992 über 740 Mal mit den Noten "sehr gut" und "gut" bewertet; 2017 zum 3. Mal als Green Brand ausgezeichnet
  • Export in 40 Länder