01.02.2017

Greenic – grüner wird’s nicht

2015 brachte Nicolaus Müller mit Greenic Superfood Trinkpulvermischungen in die Regale des Bio-Fachhandels. Alnatura sprach mit dem Gründer und Geschäftsführer in Cloppenburg, dem Unternehmenssitz von Greenic.

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Redaktion: Herr Müller, wie kam es zur Gründung von Greenic?
Nicolaus Müller:
Den Grundstein für eine bewusste Ernährung hat bereits mein Vater gelegt. Schon in den 1960er-Jahren entschied er sich in unserer Familie für Lebensmittel in Demeter-Qualität aus Reformhäusern. Das hat mich geprägt, aber nicht sofort. Zuerst musste ich meinen eigenen Weg gehen, der führte mich zu einem konventionellen Lebensmittelkonzern, wo ich im Marketing und Vertrieb tätig war.

Dann kamen meine Kinder auf die Welt und das hat mich entscheidend verändert. Mit der persönlichen Verantwortung hat sich auch meine Sichtweise geändert. Die Aufgabe, Kinder vernünftig großzuziehen, beginnt ganz einfach bei der Ernährung. Und meiner Ansicht nach haben Bio-Lebensmittel die beste Qualität. Diese Wandlung hat auch zu einem beruflichen Wechsel geführt, ich habe dann für ein Bio-Unternehmen gearbeitet, das Tee, Kaffee und Gewürze in Bio-Qualität anbietet.

Das hat mich begeistert, dennoch hatte ich immer wieder den Gedanken: Ich möchte selbst etwas entwickeln. Dass es dabei um das Thema Ernährung geht, war von vornherein klar. Zu den sogenannten Superfoods bin ich 2013 durch mehrere Reisen gekommen und durch Gespräche mit Ökotrophologen und Sportlern. In dieser Zeit kam der Trend zu einzelnen Superfoods auf. Das inspirierte mich dazu, einen Schritt weiter zu gehen: also Mischungen aus Superfoods zu entwickeln, die auf verschiedene Bedürfnisse ausgerichtet sind. In Zusammenarbeit mit einer Ökotrophologin sind dann Produkte wie "Matcha Fresh" oder "Veggie Protein" entstanden.

Für wen sind Ihre Produkte gedacht? In bestimmten Lebenssituationen oder ab einem gewissen Alter kann sich der Bedarf an Nährstoffen erhöhen. Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung und körperliche Aktivität sind eine wichtige Basis für Gesundheit und Wohlbefinden. Die Superfood­Mischungen von Greenic können uns hierbei unterstützen.

Welche Zutaten verwenden Sie? Insgesamt sind es 30 verschiedene Rohstoffe, in den Mischungen werden durchschnittlich sechs Zutaten eingesetzt. Wenn möglich, kaufen wir Ware aus Europa. Zum Beispiel Gerstengras, das beziehen wir aus Österreich. Dort ist die Bodenqualität besser, man lässt das Gras nicht so lange wachsen, die Verarbeitung ist schonender. Qualität ist mir außerordentlich wichtig, sie steht immer vor Quantität oder Preis. Deshalb bestehe ich auch auf einer chargenbezogenen Analyse. Die fertige Mischung wird dann in einem zertifizierten Labor in Deutschland nochmals mikrobiologisch analysiert. Außerdem wird die Unbedenklichkeit bezüglich Pestiziden und gesundheitsschädlichen Schwermetallen geprüft.

Was tun Sie außerdem, um die Qualität Ihrer Produkte zu sichern? Neben der sorgfältigen Auswahl und Prüfung der Rohstoffe ist es mir wichtig, dass die Anwendung einfach und angenehm ist. Deshalb werden alle Rohstoffe besonders fein gemahlen, damit sie sich gut in Flüssigkeiten auflösen. Auch die Wahl der Verpackung spielt eine große Rolle: Gerstengras zum Beispiel ist intensiv grün und hat einen hohen Chlorophyll-Gehalt. Im Glas würde es gräulich werden und Vitamine verlieren. Daher verwende ich eine Aromaschutzdose mit Weißblechboden, das hat sich bewährt.

Wie entwickeln Sie die Produkte und wie lange dauert die Entwicklung? Die Rezepturen habe ich zusammen mit einer Ökotrophologin und einem Koch entwickelt – ein Prozess, der manchmal über ein Jahr dauert. Das hängt auch von den Verfügbarkeiten der Rohstoffe hinsichtlich Menge und Qualität ab.

Gojibeere und Co. sind erst seit wenigen Jahren bekannt, verwenden Sie auch heimische Superfoods? Aktuell verwenden wir beispielsweise Topinambur, Spinat, Gerstengras und Weizengras aus Deutschland und Österreich oder Sonnenblumenprotein und Spinat aus angrenzenden europäischen Ländern. Für die Zukunft können wir uns da noch mehr vorstellen. Zucker oder Aromen kommen jedenfalls nicht in Frage.

Und weshalb? Das würde meinem Prinzip "Natur pur" widersprechen. Wir verwenden keine Zusatzstoffe, weder Aromen noch Trägerstoffe wie Maisstärke oder Maltodextrin, die ein Verklumpen verhindern sollen.

Apropos Mischen: Wie verwendet man die Pulver denn am besten zu Hause? Eigentlich kann man die Greenic Superfoods überall dazugeben, ins Müsli, in den Joghurt, ins Dressing oder kurz vor dem Servieren in eine Suppe einrühren. Meistens wird das fein gemahlene Pulver jedoch in einen Smoothie, Saft oder ein pflanzliches Getränk, zum Beispiel Soja- oder Mandeldrink, eingerührt.

››› Das Gespräch führte Gabriele Storm

Kurz gefasst

  • Hersteller von veganen Superfood-Trinkpulvermischungen
  • Gründer und Geschäftsführer Nicolaus Müller
  • Gründungsjahr 2015
  • Unternehmensstandort Cloppenburg
  • Mitarbeiter 8 (fest / frei)
  • Umweltschutz Das Unternehmen verwendet Ökostrom und -gas, kompensiert CO2-Emissionen, verwendet Pflanzenölfarben für Druckerzeugnisse und versendet per Go Green

Fresh Matcha Lassi

Erzeugerreportage Greenic Superfood

Zutaten für 2 große Gläser

1 Mango
2 Handvoll Minze
4 schwach gehäufte TL "Matcha Fresh" Trinkpulver von Greenic*
400 ml Buttermilch (alternativ fettarme Kokosmilch)

Erzeugerreportage Greenic Superfood

Zubereitung

Feste Zutaten wie Früchte zuerst in den Mixer, danach weiche wie Blattgrün, anschließend das Pulver und zum Schluss die Flüssigkeit. Mixen und genießen.

Matcha Fresh*: vielseitig einsetzbar und perfekt für Smoothie oder Lassi.