Zusatzstoffe müssen draußen bleiben

Alnatura besuchte Emils in Stuttgart und erfuhr, wie Feinkost-Dressings komplett ohne Zusatzstoffe entstehen.

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"Eigentlich machen wir Convenience-Produkte für Leute, die kein Convenience mögen", beschreibt Jens Wages, Mitgründer von Emils, schmunzelnd den Charakter seiner Produkte. Die schmecken nämlich wie selbst gemacht. Genauer: wie selbst gemacht von jemandem, der sich seit seinem 15. Lebensjahr fürs Kochen begeistert und dessen Honig-Senf-Vinaigrette schon lange vor Emils’ Zeiten kopiert wurde. Das Rezept wurde aufgeschrieben, unter Müttern weitergegeben und landete über mehrere Hände auf einer Gartenparty – hier fand Wages seine Vinai­grette wieder. Als Gratis-Markttest sozusagen und zum Beweis, dass seine Dressings auch bei den kritischsten Verbrauchern gut ankommen.

Das Besondere an Emils? Sein Reinheitsgebot. Das bedeutet, es kommen keinerlei Zusatzstoffe in die Produkte. Sondern nur Zutaten, die jeder aus der eigenen Küche kennt. Die Idee, ohne Verdickungsmittel, Hefeextrakt und Co. auszukommen, ausschließlich naturbelassene Zutaten zu verwenden und nicht zu pasteurisieren (Wärmebehandlung), wurde von einem anerkannten Ernährungswissenschaftler als abwegig abgetan. In der Fachliteratur ist hierzu bislang nichts publiziert worden. Der Professor warnte Wages und Wiese, dass es in diesem Markt um halbe Cent-Beträge ginge. Das hielt die beiden jedoch nicht davon ab, im Gegenteil: Sie waren überzeugter denn je, mit ihren Produkten eine Nische besetzen zu können: natürliche Feinkost für anspruchsvolle und bewusste Genießer.

Die ersten Dressings, deren Namensgeber Wieses erster Sohn Emil ist, kamen 2010 auf den Markt. Die Produktentwicklung ist maßgeblich geprägt durch die Kindheit von Wages und Wiese: Beide kommen vom Land, da wurden Gurken selbst eingelegt und Äpfel selbst zu Saft gepresst. Sie kennen sich mit Nahrungsmitteln aus und wissen schon lange, dass Essig und Öl konservieren. Ergänzt haben die enthusiastischen Köche ihre Erfahrung mit intensiver Recherche – und natürlich mit Geduld und Hingabe auf der Suche nach der perfekten Rezeptur. Bei der Auswahl der Zutaten legen sie Wert auf regionale Bio-Produkte, den persönlichen Kontakt zu den Erzeugern und höchste Qualität. Die Öle sind kalt gepresst und nativ extra, der Senf wird eigens für Emils hergestellt. Die Inspiration für Neuheiten holt sich Wages im Ausland, insbesondere Frankreich, in guten Restaurants und auf dem Markt, der für ihn außerdem eine Quelle der Entspannung und Energie ist.

Ihre neuesten Produkte sind eine vegane Mayonnaise mit würzigem Knoblauch und eine vegane Mandel-Remoulade. Sie sind eine köstliche Alternative für alle, die sich ohne tierische Produkte ernähren möchten.

Die Produktionsstätte von Emils Feinkost befindet sich in einem kleinen Raum des Rudolf-Sophien-Stifts, einem Stuttgarter Rehabilitationszentrum für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die Patienten unterstützen Wages und Wiese mit der Etikettierung und dem Versand der Produkte – eine Arbeit, die sie einbindet und einen ersten Schritt in die berufliche Rehabilitation bietet. Für die Entwicklung und Herstellung sind Wages und Wiese verantwortlich, Unterstützung bekommen sie von Lebensmitteltechnologin Juliane Ankenbrand. Die kleine Produktionsstätte könnte man fast eine Feinkost-Werkstatt nennen: Die Maschinen (zwei) sind überschaubar, viele Produktionsschritte sind per Hand zu erledigen. Rapsöl wird abgefüllt, gewogen, hinzu kommt das Olivenöl mit Zitrone und diese Mischung wird in die Emulgiermaschine gegeben und von dort in Gläser gefüllt. Die gefüllten Gläser werden unter die Verdeckelungsmaschine gestellt, die sie luftdicht verschließt, und anschließend in Kisten verpackt. 1.400 Kilogramm werden an einem Tag gehoben – ein anspruchsvolles Training. Aber wer Berge versetzen will, braucht schließlich Kraft.

Kurz gefasst

  • Spezialist für Bio-Feinkost-Dressings und -Saucen ohne jegliche Zusatzstoffe
  • Gründung 2009
  • Mitarbeiter 3
  • Auszeichnungen "Best New Product Convenience" (2012), "Biomarke des Jahres" (Bronze, 2013), Finalist Zukunftspreis (2013)