Rosinenstuten

Der, die oder das Stuten? Wer von Rosinenstuten noch nichts gehört hat, ist jetzt erst mal verwirrt.

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Richtig ist "der Stuten". Es handelt sich hierbei um ein Gebäckstück aus Hefeteig – und fast jeder hat ihn schon gegessen, denn der Rosinenstuten unterscheidet sich von Hefezöpfen oder -kränzen nur in seiner schlichten Form. In Nordrhein-Westfalen wird er auch "Platz" genannt, in anderen Regionen ist er besser bekannt als Rosinenbrot. In Nordwestdeutschland heißt er "Kilmerstuten", im südwestlichen Niedersachsen "Weggen" und im Münsterland "Kroamstuten". Ein Brauch ist den drei letztgenannten Stuten aber gemeinsam: Das Gebäckstück (das in Form eines Hefezopfes gebacken sein kann) liegt auf einer Holzleiter und wird frischgebackenen Eltern von Freunden und Verwandten feierlich überreicht. Entweder ist es mit Zuckerguss überzogen oder der Name des Kindes ist mit Marzipan darauf geschrieben. Im Emsland oder dem Osnabrücker Land beispielsweise richtet sich die Länge des Hefebrotes nach der Anzahl der Kinder – fürs erste Kind gibt es einen Meter Stuten, fürs zweite zwei Meter und so weiter.

Stuten werden aus Hefeteig mit einem hohen Anteil an Fett und Zucker gebacken. Dazu kommen noch Wasser, Milch und Ei. Ebenso sind Mandeln, Orangeat und Zitronat Teil mancher Rosinenstuten. Zudem finden sich Stutenvariationen wie Quarkstuten, Buttermilchstuten oder Schmalzstuten in manchen Bäckertheken. Der klassische Rosinenstuten schmeckt hervorragend mit Butter, Marmelade, Honig oder einfach pur. Ist er schon ein paar Tage alt, lässt er sich auch problemlos auftoasten.

Übrigens gibt es nicht nur süße Stuten, sondern auch im Kasten gebackene Weiß- oder Weizenmischbrote wie den Münsterländer oder Westfälischen Bauernstuten – hier kommen Weizen- und Roggenmehl sowie Sauerteig zum Einsatz.