Warenkunde: Brezeln

Die Brezel ist Wahrzeichen und traditionelles Symbol des Bäckerhandwerkes, ihre schöne Form ziert das Wappen der Zunft.

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Und das nicht ohne Grund, denn das Formen einer Brezel will gelernt sein: Die spezielle Wurftechnik geht nur einem geübten Bäcker schnell und ohne größere Komplikationen von der Hand. Vor allem den süddeutschen Bäckern, denn nirgendwo ist die Brezel – vor allem als Laugengebäck – so beliebt wie in Bayern, Baden und Schwaben. Und auch wenn viele süddeutsche Städte gerne den Anspruch erheben, einer ihrer Bäckersleut’ hätte die Brezel erfunden – stichhaltige Belege gibt es dafür nicht. Vielmehr vermutet man, dass sich ihre Form weit vor dem Mittelalter aus einer Art Ringbrot abgeleitet hat. Den Christen steht die Brezel für zum Gebet verschlungene Arme. Dies wird unterstrichen durch die Ver­mutung, dass sich der Name Brezel aus dem lateinischen bracchium für Arm ableitet. Und gerade die sogenannten Arme sind ein wichtiges Merkmal, um die regionale Herkunft einer Brezel feststellen zu können. (Für alle Unwissenden: Als Arm beziehungsweise Ärmchen bezeichnet man die schmalen Stränge, die das Innere der Brezel kreuzen. Der gegenüberliegende dicke Teil wird Bauch genannt.) Nun aufgepasst: Die Ärmchen der bayerischen und badischen Brezel setzen weit oben an und sind dick, bei der schwäbischen hingegen sind sie dünn und liegen weit unten an. Wem das zu kompliziert ist: Auch der Name lässt Rückschlüsse zu. Während man im Südwesten Deutschlands Bretzel sagt, so heißt es im Bayerischen Breze oder Brezn. Die Bedeutung der Brezel für die Bayern hat auch die Europäische Kommission erkannt und Namen wie Bayerische Breze, Bayerische Brezn und Bayerische Brez’n als geschützte geografische Angabe (g. g. A.) eingetragen.