Die Alnatura Hennenwohl-Initiative

"Ich möchte artgerechte Tierhaltung unterstützen" ist der von Bio-Kunden am häufigsten genannte Grund für den Kauf von Bio-Lebensmitteln. Wiederkehrende Fernsehbilder von Massentierhaltung bestärken sie in dieser Einstellung.

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Auch der Fleischatlas 2016 vom BUND und der Heinrich-Böll-Stiftung bestätigt: Megaställe sind auf dem Vormarsch, kleine Betriebe verschwinden zunehmend. Vor allem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfahlen und den neuen Bundesländern entstehen gigantische Ställe. Zum Beispiel

  • im Emsland, wo eine Masthähnchenanlage mit 320.000 Tieren genehmigt wurde, oder
  • in Banzkow, südlich von Schwerin, dort stehen vier Legehennenanlagen für rund 480.000 Hühner.
Solche Tierfabriken ermöglichen Fleisch und Eier zu Niedrigstpreisen, doch die artgerechte Tierhaltung bleibt auf der Strecke.


Szenenwechsel: Ein Bio-Hof im oberbergischen Kreis östlich von Köln, inmitten einer grünen, hügeligen Landschaft. Hier auf Gut Rosenthal lebt und arbeitet Henning Gauer, einer der 24 Hühnerbauern, die Alnatura mit Bio-Eiern beliefern. Gauer hält rund 1.800 Bio-Legehennen und ist seit 2013 Jahren Partner von Alnatura. Die Nachfrage nach Bio-Eiern wächst, deshalb will der Landwirt seine Kapazitäten ausbauen, am liebsten mit mobilen Hühnerställen. Eine gute Idee, denn diese fahrbaren Ställe werden einfach von Grünfläche zu Grünfläche gezogen, die maximal 500 Hühner haben so immer frisches Gras und Abwechslung. Kleine Herden, viel Beschäftigung und geeignetes Futter sind wichtige Voraussetzungen für eine gesunde Herde.   Doch so schön die Landschaft rund um seinen Hof anzusehen ist, so schwer lässt sich in diesem hügeligen Gelände ein Konzept für mobile Hühnerställe erarbeiten. Deshalb wendet sich Gauer an den Alnatura Initiativfonds Hennenwohl. Er bewirbt sich um eine finanzielle Unterstützung, so könnte er sich die notwendige Beratung leisten. Diesen Fonds hat Alnatura vor zwei Jahren zeitgleich mit einem neuen, strengen Tierwohl-Konzept für alle Bio-Legehennen eingeführt. Seitdem fördert Alnatura sinnvolle Verbesserungsvorschläge der Bio-Hühnerbauern. Diese Koppelung strenger Auflagen mit Anreizen zur Verbesserung bewährt sich. Zum einen stellen die Expertinnen nur selten Abweichungen von den Vorgaben fest,  zum anderen reichen die Alnatura Landwirte ihre Ideen ein und bewerben sich um Förderung aus dem Initiativfonds Hennenwohl. Ein Gremium aus internen und externen Fachleuten bewertet alle vorgeschlagenen Projekte und entscheidet über die Verteilung der Fördersumme.

Mobilställe und Herdenhunde: alles fürs Huhn

Henning Gauer hat seine Mobilstall-Idee im vergangenen Jahr eingereicht und damit das Fachgremium überzeugt. Die von Gauer gewünschte Beratung hat bereits stattgefunden, auch ein Konzept für die Aufstellung der mobilen Ställe liegt vor, jetzt benötigt der Landwirt nur noch die Baugenehmigung. Die Bandbreite der Ideen für mehr Tierwohl ist groß. Fünf Bio-Eierbauern hat Alnatura im ersten Jahr der Hennenwohl-Initiative gefördert, darunter auch Annalina Behrens vom Fürstenhof in Mecklenburg-Vorpommern. Sie setzt Herdenhunde zum Schutz der Bio-Hennen vor Greifvögeln und Krähen ein. Seitdem sind die Verluste zurückgegangen, doch müssen die Hunde noch besser trainiert werden, auch sollen zusätzliche Hunde angelernt werden. Beide Maßnahmen kann Annalina Behrens jetzt auch mithilfe der Alnatura Förderung umsetzen.   Initiativen wie diese mögen angesichts des anhaltenden Ausbaus von Massenställen wie ein Tropfen auf den heißen Stein anmuten, doch über das Wohl der Bio-Hennen hinaus  unterstützen sie eine weitere positive Entwicklung: Bereits zehn Prozent aller Eier werden in Deutschland in Bio-Qualität gekauft. Kein anderes Bio-Produkt wird stärker nachgefragt.  

››› Volker Laengenfelder    

Alnatura Hennenwohl-Initiative
  • Fördert Projektideen zur Verbesserung des Tierwohls in Bio-Hühnerställen
  • Alle 24 Alnatura Bio-Eierhöfe können sich bewerben
  • Ein Gremium aus Alnatura Experten und externen Fachleuten entscheidet über die Förderung
  • 2014/2015 wurden fünf Bio-Höfe mit 30.000 Euro unterstützt
  • 2015/2016 beträgt der Fonds erneut knapp 30.000 Euro