10.01.2018

Die Alnatura Bruderküken-Initiative

Bei Alnatura dürfen auch die männlichen Küken aufwachsen.

Durchschnittlich 233 Eier konsumiert jeder Bundesbürger jährlich – als Frühstücksei, in Gebäck, Nudeln und anderen Lebensmitteln. Das macht allein für Deutschland über 18 Milliarden Eier im Jahr. Solche Mengen sind nur noch von Hennen zu schaffen, die ausschließlich zum Eierlegen gezüchtet sind, auch im Bio-Bereich. Als Fleischlieferanten sind sie nicht mehr geeignet. Weil die männlichen Nachkommen der Legehennen keine Eier liefern und zu langsam Fleisch ansetzen, sind sie unwirtschaftlich. Sie werden als Eintagsküken getötet. Alnatura lehnt diese Praxis ab und hat deshalb gemeinsam mit Bio-Bauern im Jahr 2016 die Bruderküken-Initiative ins Leben gerufen.
 
Aufzucht männlicher Küken
Im Mittelpunkt dieser Initiative steht die Aufzucht der männlichen Geschwisterküken der Legehennen. Das hört sich einfach an, bedeutet für die Aufzuchtbetriebe jedoch einen deutlichen Zusatzaufwand. Denn die so genannten Bruderküken benötigen Platz, Futter und Betreuung. Auch zusätzliche Organisation und Verwaltung sind erforderlich. Deshalb kostet ein Ei, bei dem auch die männlichen Küken aufgezogen werden, vier Cent (in der 10er-Packung) bzw. fünf Cent (in der 6er-Packung) mehr. Die Unterstützung seitens Bauern und Kunden ist so groß, dass wir bereits rund ein Jahr nach Beginn der Bruderküken-Initiative unser Ziel erreicht haben. Unter der Marke Alnatura bieten wir nur noch Eier an, für die keine Küken getötet werden.

Tierwohl im Hühnerstall
Tierwohl für Hühner darf sich nicht auf die Situation der Küken beschränken. Deshalb haben wir 2013 die Alnatura Hennenwohl-Initiative ins Leben gerufen. Bei allem Engagement wissen wir: Auch die Tiere der Bio-Landwirtschaft sind Nutztiere. Wir halten sie, damit sie uns Fleisch, Eier oder Milch geben. Wir erwarten wie selbstverständlich, dass die hieraus gewonnenen Bio-Produkte ständig in den Supermarktregalen verfügbar sind. Wir verlangen also viel von Hühnern, Rindern und Schweinen. Und umgekehrt? Was geben wir den Tieren? "Respekt" fällt einem schnell ein, doch das ist ein abstrakter und dehnbarer Begriff.
 
Konkret wird Tierwohl am Beispiel unseres Konzepts zum Schutz der Bio-Legehennen. Wir setzen es in allen Bio-Höfen um, die Eier der Marke Alnatura liefern. Eigens ausgebildete "Hühnerflüsterinnen" kontrollieren nach wissenschaftlichen Kriterien das Wohl der Legehennen. In einem weiteren Schritt haben wir zunächst zwei Pilotprojekte mit alternativen Haltungsformen aufgenommen. Die Bio-Hennen im Ökodorf Brodowin in der Nähe von Berlin leben in kleinen Mobilställen; auf Gut Wardow nahe Rostock kommen ebenfalls Ställe auf Rädern zum Einsatz und – eine Besonderheit – so genannte Zweinutzungshühner. Bei diesen erst wenig verbreiteten Hühnerrassen legen die Hennen genügend Eier und die Hähnchen setzen genügend Fleisch an, so dass dort die Aufzucht der männlichen Küken auch wirtschaftlich vertretbar ist. Die Demeter- bzw. Bioland-Eier dieser Pilotprojekte bieten wir in Norddeutschland unter der Marke Alnatura Origin an. Die Nachfrage unserer Kunden nach diesen Eiern ist so gut, dass wir inzwischen auch in Nordrhein-Westfalen Alnatura Origin Eier von zwei Bioland-Höfen anbieten: vom Bio-Hof Ackers im Hochsauerland sowie dem Bio-Gut Rosenthal im Bergischen Land.

Fleisch von Bruderhähnen
Und was geschieht mit den Bruderküken? Sie wachsen zu Bio-Masthähnen heran. Sobald sie das vorgesehene Gewicht erreicht haben, werden sie geschlachtet. Die meisten Bio-Masthähnchen werden bislang zu Suppenfleisch verarbeitet. Inzwischen bietet Alnatura mit einem Babygläschen erstmals auch ein Fleischprodukt aus Bruderhahn-Aufzucht an. Weitere Produkte wie eine Geflügel-Bratwurst sind geplant. Die weitere Entwicklung neuer Produkte hängt auch hier von der Kundenresonanz ab. Doch eines ist sicher: Sowohl die Legehennen als auch die Masthähnchen für die Alnatura Produkte führen ein artgerechtes Leben.