30.05.2017

Eier aus Mobilställen: das Origin-Ei

Was ist das besondere an Origin-Eiern?
 
Wie alle Eier der Marke Alnatura erfüllen auch die Origin-Eier sehr strenge Kriterien wie zum Beispiel
  • die Aufzucht männlicher Küken (Bruderhahn-Aufzucht)
  • die Zertifizierung durch einen Bio-Anbauverband
  • die Haltung in kleinen Herden
  • die Aufzucht durch regionale Erzeuger
Im Unterschied zu den anderen Bio-Eiern leben die Herden der Origin-Eier in sogenannten mobilen Hühnerställen. Dies kann ein Bauwagen oder ein eigens gebauter Hühnerstall mit Rädern sein.

Bislang bieten wir diese besonderen Eier in den Alnatura Filialen in Berlin, Hamburg, Göttingen, Bremen und Nordrhein-Westfalen an.

Die Berliner Origin-Eier stammen von Hühnern aus dem Demeter-Betrieb Ökodorf Brodowin in Brandenburg. In den Hamburger Super Natur Märkten erhalten unsere Kunden die Origin-Eier vom Bioland-Hof Gut Wardow in Mecklenburg-Vorpommern und in Nordrhein-Westfalen beliefert der Ackers Biohof unsere Filialen.



Nordrhein-Westfalen: Origin-Eier vom Bio-Hof Ackers sowie vom Bio-Gut Rosenthal

Die Alnatura Origin-Eier in Nordrhein-Westfalen stammen von zwei Höfen: Vom Bio-Gut Rosenthal im Bergischen Land sowie vom Bio-Hof Ackers der Familie Mütze im Hochsauerland. Markus Mütze über die Besonderheit seiner Hühner: "Die von uns eingesetzte Rasse legt cremefarbene, spitz zulaufende Eier und lebt in einem mobilen Hühnerstall." Der Stall ist, einem Wohn- oder Bauwagen ähnlich, auf Rädern konstruiert. So kann er leicht von einem zum nächsten Platz gezogen werden. Der Gedanke dahinter ist einfach und überzeugend. Sobald die Hühner eine frische, nährstoffreiche Grasnarbe kahlgepickt haben, werden sie samt Behausung zum nächsten Grün gezogen. Die alte Fläche kann sich erholen und die Bio-Legehennen haben erneut saftige Gräser und Kräuter.

Auch Henning Gauer vom Bio-Gut Rosenthal hält Hühner in einem Mobilstall. Die rund 220 Hennen sorgen für die Alnatura Origin-Eier, die vier Hähne für den sozialen Zusammenhalt der Herde. Sowohl der Hof der Familie Gauer als auch der Hof der Familie Mütze sind Bioland zertifiziert.

Hamburg, Hannover, Göttingen und Bremen: Bioland-Eier vom Gut Wardow

Alnatura Origin Eier Gut Wardow

Auf Gut Wardow führen Legehennen und Bruderhähne ein wesensgerechtes Leben.

"Wenn ich das Huhn nicht achte, dann kann ich auch nicht von ihm verlangen, dass es etwas für mich tut", fasst Wolfgang Grimme seine Grundüberzeugung zusammen. Klar, dass man mit dieser Einstellung das vermehrte Aufkommen industrieller Geflügelmastanlagen in der eigenen Region eher skeptisch beäugt. 2012 machte der Diplom-Kaufmann und promovierte Volkswirt deshalb Nägel mit Köpfen und verwandelte das mecklenburgische Gut Wardow in ein Paradies für Hühner. Deren Eier – in Bioland-Qualität – können Alnatura Kunden in den Super Natur Märkten in Hamburg kaufen.

Beste Bedingungen für die Hühner
"Wir lehnen die industrielle Tierhaltung ab und möchten zeigen, dass es auch anders gehen kann", erklärt Grimme. Anders, das heißt: Artgerecht. In drei mobilen Behausungen – Marke Eigenbau – leben die Hühner von Gut Wardow in kleinen Wohngemeinschaften à 180 Tiere pro Herde zusammen. In jedem Hühnerstall wohnen auch bis zu vier Hähne, die wichtig für die soziale Gruppenbildung sind.

Doch auch wenn sich die Tiere dank ausreichenden Platzes und weicher Einstreu aus Dinkelspelz in ihren "Hühnerdatschen" rundum wohlfühlen, und bei einbrechender Dunkelheit gerne wieder in ihren Schutz zurückkehren: Am liebsten sind die "Damen", wie Wolfgang Grimme sie nennt, den ganzen Tag draußen und picken Würmer, scharren in der Erde und fressen frisches Gras und zusätzliches Bio-Futter von einer nahegelegenen Futtermühle. Etwa alle ein bis zwei Wochen, wenn der Boden abgegrast ist, wird der mobile Stall auf Rädern einige Meter weitergeschoben. Dorthin, wo die Wiese wieder grün ist.
Neben den Hühnern leben auf Gut Wardow auch 270 Mutterschafe und sogar 10 Wasserbüffel. Für sie gilt dasselbe wie für die gefiederten Bewohner, wie Wolfgang Grimme betont: "Unsere Tiere sind Geschöpfe, die uns im doppelten Sinne ernähren: Zum einen als Lebensmittel, zum anderen ermöglichen sie den Menschen, die hier arbeiten, ihr Auskommen. Die Tiere tun etwas für uns und dafür verdienen sie unseren Respekt."

Mehr über Gut Wardow erfahren Sie hier

Berlin: Demeter-Eier vom Ökodorf Brodowin 

Ein Gespräch mit Ludolf von Maltzan vom Ökodorf Brodowin

Alnatura: Herr von Maltzan, wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Alnatura?

Ludolf von Maltzan: "Wir liefern bereits seit acht Jahren frisches Demeter-Gemüse und -Milchprodukte an die Berliner Alnatura Filialen. Seit drei Jahren halten wir auch Hühner in mobilen Ställen, deren Eier wir bislang nur im Hofvertrieb angeboten haben. So kamen wir mit den Verantwortlichen von Alnatura auch über Eier ins Gespräch, insbesondere vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion zum Thema Tierwohl. Unsere Einstellung, was eine gute, möglichst artgerechte Hühnerhaltung ausmacht, ist praktisch deckungsgleich. Dazu kenne ich keinen Vermarkter, der so genau hinschaut wie Alnatura. Das hat uns gefallen, und so ist die Idee entstanden, gemeinsam für glückliche Hühner zu sorgen."

Ist das vielleicht die Antwort auf die Frage, ob zuerst das Huhn oder das Ei da war?
"Zumindest führen wir im Ökodorf Brodowin einen Perspektivwechsel durch. Die weitverbreitete Haltung schaut vor allem auf das Ei, das heißt es soll schmecken, jeden Tag und überall verfügbar sein und natürlich wenig kosten. Erst danach fällt der Blick auf die Legehenne, häufig zu ihrem Nachteil. Wir machen es umgekehrt: Wir schauen zunächst auf die Tiere, das heißt wir sorgen für ein wesensgerechtes Umfeld, kleine Herden, hochwertiges Futter und eine konstante Betreuung. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, ist ein perfektes Ei die fast zwangsläufige Folge. Insofern ist bei uns zuerst das Huhn da und dann das Ei."

Was heißt das konkret?
"Die Alnatura Origin Eier werden von zwei Herden mit lediglich je 220 Hennen gelegt. Zusammen mit vier Hähnen, auch das ist ungewöhnlich, leben sie in mobilen Hühnerställen. Das sind Ställe auf Rädern, die immer dann an einen neuen Platz gezogen werden, wenn die für Hühner wichtige Grasnarbe abgefressen ist. So haben unsere Hühner ständig frisches Grün sowie Abwechslung. Auch bekommen unsere Tiere hochwertiges Bio-Futter aus eigener und nachbarschaftlicher Erzeugung. Lediglich den Kalk und die Mineralstoffe, die bei uns nicht vorkommen, ›importieren‹ wir aus Thüringen. Beeindruckend finde ich auch, welch enges Verhältnis die Tiere zu unserem Hennenbetreuer haben. Man könnte meinen, die Hennen freuen sich über seine tägliche Anwesenheit."

Sind die Hühner auf Brodowin also glücklich?

"Das hat zumindest Bundespräsident Gauck gemeint, als er unseren Hof besichtigt hat (lacht). Glücklich würde ich mit ›wohlfühlen‹ übersetzen. Man sieht es unseren Hennen an, dass es ihnen gut geht. Sie müssen ja auch weniger Eier legen als die üblichen Hennen. Wir haben uns bewusst für ein Zweinutzungshuhn für Bio-Landwirte entschieden, weil wir dadurch sowohl die Hennen zum Eierlegen als auch die Hähnchen zum Mästen einsetzen können. Das nach wie vor gängige Töten der männlichen Küken von Legerassen findet bei uns deshalb nicht statt. Das Fleisch der Hähnchen bieten wir in unserem Hofladen sowie in unserem Café im Kloster Chorin an."

Können Sie trotzdem für jeden Tag genügend Eier garantieren?
"Nein, das wollen wir auch nicht. Unser Konzept ist nicht die Masse. Nur über viele und größere Ställe ließe sich eine tägliche Lieferung in gleichen Mengen ermöglichen. Mir ist wichtig, dass unsere Eier nicht in irgendwelchen Regalen verschwinden und so in die Bedeutungslosigkeit geraten. Wir berücksichtigen die natürlichen Legephasen der Hennen und genauso ihre Legepausen während der Mauser. Indem wir die beiden Herden zeitversetzt einstallen, können wir eine weitestgehende Kontinuität der Versorgung ermöglichen. Anfang April liefern wir das erste Alnatura Origin Ei. Wir müssen abwarten, wie die Alnatura Kunden das neue Ei und die damit verbundenen etwas höheren Preise annehmen."

Auf Brodowin arbeiten über 100 Menschen. Sind Sie mehr Manager als Landwirt?
"Unser Modell einer naturnahen und gleichzeitig modernen Landwirtschaft findet immer mehr Anhänger. Über 50.000 Menschen, auch Kollegen aus der Landwirtschaft, kommen jedes Jahr nach Brodowin. Über diese positive Resonanz freue ich mich, gleichzeitig setzt so ein wach­sender Betrieb voraus, dass ich immer mehr zum Manager werde. Doch im Herzen bin ich Landwirt. Damit das so bleibt, schaffe ich mir meine Freiräume. Dann verlasse ich meinen Schreibtisch und gehe aufs Feld und zu unseren Tieren."

››› Das Interview führte Volker Laengenfelder

Ludolf von Maltzan

Ludolf von Maltzan (52), ist Landwirt, Geschäftsführer sowie einer der Gesellschafter des Ökodorfes Brodowin. Mit rund 1.200 ha Land gehört der Hof zu den größten biodynamisch wirtschaftenden Betrieben Europas. Aus der ehem. Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG), gut 1 Stunde nordöstlich von Berlin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin gelegen, haben Maltzan und die Mitarbeiter ein viel beachtetes Dorfkonzept aufgebaut. Heute beschäftigt das Ökodorf über 100 Menschen und ist damit ein wichtiger Arbeitgeber im Nordosten Brandenburgs. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat das Ökodorf Brodowin bereits 1995 zum vorbildlichen Gemeinwesen für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft gekürt.