Konvention über biologische Vielfalt

Die Vereinten Nationen haben das kommende Jahrzehnt zur Dekade zum Schutz der biologischen Vielfalt ausgerufen. Erfahren Sie mehr, was diese Absichtserklärung bedeutet und wie die deutsche Politik dazu steht.

Kühe im Stall

Die „Konvention über die biologische Vielfalt“ wurde während der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio beschlossen. Dieser UN-Vertrag verpflichtet alle unterzeichnenden Staaten zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und zu deren nachhaltiger Nutzung. Dabei geht es insbesondere um:

  • den Erhalt der biologischen Vielfalt der Ökosysteme, der Arten sowie der genetischen Vielfalt innerhalb der Arten;
  • das nachhaltige Nutzen der Bestandteile der biologischen Vielfalt;
  • die gerechte Aufteilung der Vorteile, die aus der Nutzung der genetischen Ressourcen entstehen.

Seit Rio gab es neun Folgekonferenzen, zuletzt im Oktober 2010. Neben vielen Absichtserklärungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt und dem Formulieren von Umweltschutzzielen, setzt sich die Konvention auch mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) auseinander.  Nach dem Übereinkommen vom Oktober 2010 haben Länder, die GVO einführen und bei sich ausbringen, einen rechtlich verbindlichen Anspruch auf einen Ausgleich für mögliche Schäden an der biologischen Vielfalt. Das Abkommen soll im März 2011 auf nationaler Ebene ratifiziert werden. Von den 193 Vertragspartnern haben 168 Staaten sowie die EU die Ursprungs-Konvention unterzeichnet – nicht aber die USA. Das insbesondere für den Handel mit GVO im Jahr 2000 beschlossene Folge-Protokoll von Cartagena haben vor allem Staaten mit großer Gentechnik-Lobby wie die USA, Argentinien, Australien und Kanada nicht ratifiziert.

Infolge der Konferenz haben die Vereinten Nationen (UN) die Jahre von 2011 bis 2020 zur UN-Dekade der Vielfalt ausgerufen. Auch Deutschland hat sich der Konvention angeschlossen. Wir sollten unsere Politiker deshalb beim Wort nehmen und sie bei der täglichen politischen Arbeit und beim Verabschieden an den von der Bundesregierung selbst postulierten Schutz der biologischen Vielfalt erinnern.