Biokunststoff – Was ist das, welche Vor- und Nachteile hat er und wie wird er entsorgt?

Im Gegensatz zu erdölbasierten (und damit endlichen) Kunststoffen werden Biokunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen auf Stärke- oder Cellulosebasis wie z. B. Mais, Zuckerrüben oder Holzfasern hergestellt oder sind kompostierbar. Kompostierbare Biokunststoffe verrotten wesentlich langsamer als Pflanzenmaterial und auch nicht vollständig. Die aus dem Mais gewonnene Stärke stammt häufig aus gentechnisch manipulierten Pflanzen.

Vorteile von Biokunststoffen: Biokunststoffe werden aus Pflanzenmaterial, also aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Zudem haben sie nach derzeitigem Wissen teilweise einen geringeren CO2-Fußabdruck als Erdöl-Kunststoffe.

Nachteile von Biokunststoffen: Der zentrale Nachteil: Bei der landwirtschaftlichen Erzeugung der Ausgangspflanzen für Biokunststoffe werden Böden und Gewässer durch Überdüngung stärker belastet als bei der Herstellung von gewöhnlichem Kunststoff aus Erdöl, auch sind die verursachten Feinstaubemissionen höher. Daher bewerten Experten des Umweltbundesamts Biokunststoffe gegenüber gewöhnlichen Kunststoffen als ökologisch nicht vorteilhaft. Sogenannte kompostierbare Biokunststoffe auf Pflanzenbasis bauen sich im Kompost und Biomüll nur extrem langsam und auch nur unvollständig ab. Daher müssen Biokunststoffe wie Erdöl-Kunststoffe in den Kompostierwerken als so genannte "Fehlwürfe" aufwendig aussortiert und zum Restmüll gegeben werden.

Ergebnis einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes zu Biokunststoff

Sinnvolle Entsorgung von Biokunststoffen: Kompostierbare Biokunststoffe sollen nicht in der Wertstofftonne bzw. dem gelben Sack entsorgt werden. Dort mindern sie die Recyclingqualität der herkömmlichen Kunststoffe. Beim Einschmelzen vermischt sich der Biokunststoff mit dem erdölbasierten Kunststoff und verschlechtert dessen Eigenschaften. Die Bestandteile des Biokunststoffs verfärben sich schwarz, weil sie bei niedrigeren Temperaturen verbrennen.

Kompostierbare Biokunststoffe zersetzen sich beim Kompostieren ausschließlich in CO2 und Wasser (im Fachjargon "kalte Verbrennung"). Es bleiben weder Humus noch Nährstoffe zurück. Gelangen diese Biokunststoffe dagegen über den Restmüll in Verbrennungsanlagen, so kann die hier freiwerdende Energie genutzt werden, zum Beispiel als Heizenergie in Fernwärmekraftwerken. Daher ist es sinnvoll, kompostierbare Kunststoffe nicht in der Biotonne oder auf dem Kompost, sondern im Restmüll zu entsorgen.

Wie steht Alnatura zu kompostierbaren Biokunststoffen?

Alnatura verzichtet über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts, also auch bei der Verpackung, auf Gentechnik. Da bislang die meisten Biokunststoffe noch von gentechnisch veränderten Pflanzen wie Mais stammen, unterstützen wir diese Entwicklung nicht. Auch sind wir der Meinung, dass Nahrungspflanzen zu Lebensmitteln und nicht zu Verpackungen verarbeitet werden sollten. Aufgrund dieser kritischen Punkte fordern wir bisher nicht von unseren Herstellerpartnern, dass die Verpackungen für die Alnatura Produkte aus Biokunststoffen bestehen.

In Einzelfällen, wenn es dem Produktschutz dient, können Biokunststoffe eingesetzt werden. Derzeit sind nur die Alnatura Tees in Biokunststofffolie verpackt. Die Folie wird aus Holzfasern CO2-neutral hergestellt. Wie bei jeder Verpackung ist auch hier auf eine richtige Entsorgung zu achten. Diese Folien gehören nicht in den Wertstoffabfall, sondern in den Restmüll.

Auch im Bereich der Verpackung geht die Entwicklung weiter. Wir prüfen mit unseren Herstellerpartnern neue Verpackungen sorgfältig.