Saatgut – alles gut?

Warum gute Saat in Gefahr ist und wie wir sie unterstützen können.

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Wer Gutes wachsen lassen möchte, braucht gute Saat.

Das gilt besonders für den Bio-Landbau, in dem "Hilfsmittel" wie chemischer Pflanzenschutz oder mineralischer Stickstoffdünger sowie riskante Methoden wie Gentechnik nicht zum Einsatz kommen. Das erfordert möglichst eine große Sortenvielfalt an gesunden Pflanzen, die von Natur aus robust sind gegenüber Krankheiten und Schädlingen und optimal angepasst an den jeweiligen Boden und das Klima.

Doch so wie Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt, fällt gute Saat nicht vom Himmel. Im Gegenteil: Nie war sie so bedroht wie heute.

Wussten Sie, dass …

… nach Einschätzung der Welternährungsorganisation FAO in den letzten 100 Jahren 75 Prozent der Sortenvielfalt bei Kulturpflanzen verloren gingen – und dass diese jährlich um weitere 1 bis 2 Prozent schwindet?
… die großen Saatgutkonzerne diesen Verlust von Vielfalt vorantreiben – in Form von wenigen Hochleistungssorten, die rein für den agroindustriellen Anbau geeignet sind, mineralischer Stickstoffdünger und Pestizide inklusive?
… zehn konventionelle Saatgutkonzerne 75 Prozent des weltweiten Marktes kontrollieren und beispielsweise bei Mais eine Monopolstellung haben? Sortenvielfalt gibt es hier nicht mehr – dafür Patente und Lizenzgebühren.
… die EU-Kommission schon bald weitere gentechnisch veränderte Pflanzen genehmigen könnte? Mindestens acht Anträge für den Import von pflanzlichen Gentechnik-Produkten zur Verwendung als Futter- und Lebensmittel stehen zur Zulassung an …

Heute setzen ökologische Züchter all ihre Energie daran, im Bio-Landbau bewährte Sorten zu erhalten und neue biologisch zu züchten. Dabei setzen sie auf samenfestes Saatgut: Denn dieses ist in der Lage, selbst wieder neues, fruchtbares Saatgut zu produzieren. Je nach Sorte kann dies bis zu 16 Jahre dauern und mehrere 100.000 Euro kosten. Die Züchter sind auf Unterstützung angewiesen.

Deshalb fliesst seit Beginn der Aktion 2011, jährlich ein Teilerlös jedes verkauften Alnatura-Saatguttütchens an Organisationen, die sich für die Vielfalt in Flora und Fauna einsetzen.