Kulturfenster e.V. Heidelberg

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Kindern und Erwachsenen Raum zu geben für Spiel, Kultur und Bildung – abseits von den bestehenden institutionellen Angeboten: Mit diesem Ziel startete im Jahre 1983 eine Gruppe 15 idealistischer Heidelberger Erziehungswissenschaftler und Studenten der dortigen Pädagogischen Hochschule. Kinder sollten die Möglichkeit bekommen, den städtischen Raum abseits von "langweiligen" Spielplätzen zu erobern, und zugleich sollte Kulturschaffenden Raum gegeben werden, ihre Kunst zu betreiben und zu zeigen. Heute, 30 Jahre später, ist das Kulturfenster eine feste Größe der Heidelberger Kulturszene; und vieles von dem, was in den 1980er-Jahren entstand, gibt es auch heute noch – wenn auch in anderer Form.

Zum Beispiel das Spielmobil: Fuhren die Ehrenamtlichen damals noch mit vollbepackten Fahrradanhängern in die Heidelberger Stadtteile, um den Kindern "andere" Spielerlebnisse zu ermöglichen, gibt es dafür heute zwei Spielbusse. Bei der "Arbeit" auf der Bewegungs- oder Wasserbaustelle, bei Jonglage oder Streethockey können Kinder sich, angeleitet von den Mitarbeitern des Kulturfensters, austoben und ihre Grenzen und Talente kennenlernen. "Wir sehen das Spielen als wichtiges Gut an", fasst Roger Back, Geschäftsführer des Kulturfensters, zusammen.

Seit bald 30 Jahren gibt es in den großen Ferien die Kinderspielstadt HeidelYork, in der rund 500 Kinder spielerisch nachempfinden, wie die Gesellschaft funktioniert. In HeidelYork gibt es Unternehmen, Krankenhäuser, Banken, ein Stadtparlament, eine Agentur für Arbeit, ein Gericht und mit dem "Heidel" sogar eine eigene Währung – eben alles, was es "im echten Leben" auch gibt. Aber hier regieren die Kinder, zumindest diejenigen, die einen der begehrten Plätze ergattern. Das Kulturfenster ist außerdem Gastspielhaus für Kindertheater und veranstaltet jährlich auf der Heidelberger Neckarwiese eines der größten deutschen Kindertheaterfestivals. Flankiert werden all diese Großereignisse von einem umfassenden kreativen und handwerklichen Kurs- und Workshopangebot: Möbel bauen, Mützen häkeln, Trickfilme produzieren, nähen, Weiden flechten, Capoeira, schnitzen, Breakdance: Hier findet jeder etwas nach seinem Geschmack. Hinzugekommen sind in den vergangenen Jahren immer mehr Angebote für die ganze Familie, von Clownerie-Wochenenden über Akrobatik-Workshops bis hin zu Familienausflügen in den geheimnisvollen Heidelberger Wald. "Wir wollen bedarfsgerechte Angebote im kulturellen, kreativen Bereich schaffen", sagt Roger Back.

Auch für Jugendliche. Bestes Beispiel ist der überregional bekannte U20 Poetry Slam, der durch Slam-Workshops ergänzt wird und bereits eine deutsche Vizemeisterin hervorgebracht hat. "Wir unterstützen, leiten an, motivieren, zeigen, wie etwas geht. Und dann können sich die Jugendlichen selbst ausprobieren, ob am Mikrofon beim Slam, an der Videokamera bei Filmproduktionen oder musikalisch bei Songwriter-Seminaren und den dazugehörigen Liederslams auf unserer Saalbühne", erklärt Roger Back.

Auf derselben Bühne stellt eine Gruppe ehrenamtlicher Mitarbeiter das ganze Jahr hindurch außerdem ein ambitionier­tes Kleinkunstprogramm auf die Beine, das im Heidelberger Kulturbetrieb eine echte Größe ist. Kabarett, das jährliche Chanson-Festival "Schöner lügen", Weltmusik, A-capella-Gesang – das Programmteam hat schon häufig ein gutes Händchen bewiesen und zukünftige Preisträger des deutschen Kleinkunstpreises gebucht. Das Publikum honoriert dies mit einer Besucherauslastung von rund 98 Prozent in den vergangenen drei Jahren.

Für die Macher ist das Freude und Fluch zugleich. Denn was das Kulturfenster seit 30 Jahren Kindern, Jugendlichen, ­Familien und Kunstschaffenden in Heidelberg bietet, das benötigt es jetzt selbst: Raum. Das Gebäude im Stadtteil Bergheim bietet sowohl für das umfangreiche Workshopangebot als auch für die Veranstaltungen im Saal nicht genügend Platz. Für die kommende Zeit hat das Heidelberger Kulturfenster deshalb ein großes Ziel: neue geeignete Räume finden – um weiterhin gehaltvolle Akzente in Sachen Bildung und Kultur in Heidelberg zu setzen.