Die Naturschutz-Macher

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Auf dem Weg zum NABU Aachen kann man stutzig werden: In einem ganz normalen Wohngebiet ist der Stadtverband momentan beheimatet. Darauf angesprochen erklärt Dr. Manfred Aletsee, Biologe und einer der wenigen festangestellten Mitarbeiter des NABU Aachen, dass dies nur eine Übergangslösung sei. "Wir suchen aktuell einen Bauernhof, auch um unsere Gerätschaften dort unterzubringen. Wir können ja nicht mit der Motorsäge hier im Keller hantieren." Natürlich hat die Suche nach einem neuen, geeigneteren Standort noch andere Hintergründe, wie Dr. Gudrun Maxam, Pressesprecherin des Stadtverbandes, erklärt: "Wir wollen, dass die Menschen wieder mehr rausgehen, die Natur erkunden." Und dies lasse sich auf einem Bauernhof inmitten der Natur natürlich viel besser veranschaulichen und umsetzen.

Rund 1.150 Mitglieder zählt der NABU Aachen momentan. Mit rund 50 bis 60 aktiven Mitgliedern, die sich über den Mitgliedsbeitrag hinaus engagieren, eine sehr rege Gemeinschaft. Man ist stolz darauf, auf so viele Helfer zurückgreifen zu können, ist sich aber auch im Klaren darüber, dass dies mit einer verbesserten internen Struktur zu tun hat. "Die Menschen möchten organisiert Gutes tun", erläutert Aletsee. In Zeiten zahlreicher Freizeitmöglichkeiten, die sich jedem Einzelnen bieten, "muss man einfach mit der Zeit gehen". So wird über den E-Mail-Verteiler dazu aufgerufen, sich für einzelne Aktionen zu melden. Dabei sind selbstverständlich auch Mitglieder willkommen, die keine "echten" Fachleute sind, sondern mit großer Begeisterung autodidaktisch zu Experten wurden. So ist beispielweise Herbert Fleu, stellvertretender Vorsitzender, der Fledermaus-Spezialist im Team. Seine Ex­kursionen, etwa im Rahmen der International Bat Night, zu der NABU-Gruppen im ganzen Bundesgebiet jedes Jahr Veranstaltungen anbieten, erfreuen sich großer Beliebtheit. Sein Tipp, wenn sich eine Fledermaus mal in die eigene Wohnung verirrt hat: "Einfach Licht ausmachen und Fenster auf."

Der Verein ist auch im politischen Geschehen aktiv. Mit zwei Sitzen im Landschaftsbeirat der Stadt Aachen vertreten, nimmt er als unabhängige Beratungsinstanz zu Eingriffen in die Natur Stellung. Hier kann schon mal ein "Zucken" bei den Entscheidern beobachtet werden, ist man sich doch der Stimmgewalt des unabhängig agierenden Vereins bewusst. Aus dieser Position heraus erwächst leider auch mal ein falsches Verständnis von der Arbeit des Stadtverbandes. So kann der unliebsame Baum des Nachbarn, der sein Laub in den eigenen Garten fallen lässt, eben nicht einfach entfernt werden. Plötzlich rücken rechtliche Fragen in den Vordergrund.

Generell lässt sich sagen, dass die Arbeit, die der NABU Aachen leistet, nicht immer ganz dem entspricht, was man sich dort ursprünglich mal vorgenommen hatte. Da ganze Themenfelder der klassischen Ökologie nicht mehr im Lehrplan der Schulen vorkommen, fungiert der Verein als Umweltbilder für grundlegende Fragen. Eine Amsel von einem Buchfink unterscheiden zu lernen oder die Jahreszeiten in der Natur zu begleiten, das sind nur einige Bereiche, die Kindern bei Exkursionen nähergebracht werden.

Die Streuobstwiesen, die der NABU Aachen auf gut 14 Hektar Land bewirtschaftet, sind ein Thema, das sich großer Beliebtheit erfreut. Schließlich hat es einen sehr schmackhaften Grund, dort vorbeizuschauen. Eine Ernte von rund drei Tonnen Äpfeln wurde im letzten Jahr eingefahren. 650 Bäume, die im September geschüttelt werden müssen, tragen vergessene regionale Sorten wie zum Beispiel den einfachen Aachener Hausapfel oder den doppelten Aachener Hausapfel (dessen Name schlichtweg von der doppelten Größe herrührt). Auch die lecker-süße kleine Münsterbirne gibt es so sonst nirgends zu erstehen. Darüber hinaus bieten die Streuobstwiesen, neben dem rein kulinarischen Nutzen, viele ökologisch relevante Vorteile. Sie dienen einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren als Rückzugsgebiet und Lebensraum. Sie prägen das Landschaftsbild und laden dazu ein, sich in der heimischen Umgebung bei ausgedehnten Spaziergängen zu erholen.

Gerade in Aachen ist der Verein auch über die Landesgrenze hinaus sehr aktiv, was das Interreg-Projekt "Habitat Euregio" verdeutlicht. Habitat kommt aus dem Lateinischen und bedeutet in der Biologie "Lebensraum". Und die Lebensräume der heimischen Tier- und Pflanzenwelt möchte die NABU-Naturschutzstation Aachen gemeinsam mit zwölf weiteren Partnern in der Euregio erhalten und über die nationalen Grenzen hinweg vernetzen. "Denn", so Aletsee, "Natur hört nicht an der Grenze auf."

Kontakt zum NABU-Stadtverband Aachen e. V.:
Preusweg 128a, 52074 Aachen, Tel. 0241 870891,
NABU-Aachen.de, info@NABU-Aachen.de