Seitan statt Fleisch

Seitan besteht im Grunde aus nur einer Zutat: Weizeneiweiß. Hinzu kommen Kräuter, Gewürze und Wasser.

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Seitan findet sich in ganz unterschiedlichen Varianten mittlerweile in jedem gut sortierten Bio-Markt, ist aber keineswegs eine neumodische Erscheinung, die erst in den letzten Jahren erfunden wurde, um Fleischgerichte nachzuahmen. Ähnlich wie Tofu hat auch Seitan eine lange Tradition und wird im asiatischen Raum schon seit den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung hergestellt, auch wenn der Name selbst erst Mitte des 20. Jahrhunderts geprägt wurde. Woraus besteht Seitan eigentlich? Diese Frage ist schnell beantwortet – außer aus Kräutern, Gewürzen und Wasser besteht Seitan prinzipiell aus nur einer Zutat: Weizeneiweiß, auch bekannt unter dem Namen Gluten.

Gluten mag teilweise negativ besetzt sein, schließlich ist eine glutenfreie Ernährung auch bei Menschen im Trend, die gar nicht an einer Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) leiden. Sofern diese nicht besteht, ist Gluten aber völlig unbedenklich, ein sehr guter Eiweißlieferant und besonders aus einer vegetarischen oder veganen Ernährung kaum wegzudenken.

Fertig zubereitet erinnert Seitan in Geschmack und Konsistenz mitunter stark an Fleischprodukte und ist – richtig gewürzt – oft Grundlage von veganen Produkten wie Würstchen, Gyros oder Aufschnitt. Es gibt aber auch Seitan-Fertigmischungen, die nach eigenem Geschmack zubereitet werden können.

Die Herstellung von Seitan ist zugegebenermaßen zunächst etwas befremdlich: Weizenmehl und Wasser werden zu einer Masse verknetet, die nach einer Ruhezeit immer wieder unter Kneten ausgewaschen wird, bis die Stärke weitgehend entzogen ist. Zurück bleibt ein zäher, fast gummiartiger Teig aus Gluten und Wasser. Dieser ist die Basis von Seitan-Zubereitungen und hier erkennt man auch deutlich den Bezug zur Herkunft des Wortes: Gluten kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Leim". Alternativ kann man sich auch diesen recht aufwendigen ersten Schritt sparen und einfach direkt ein Seitan-Fertigpulver (also reines Gluten) mit Wasser beziehungsweise Brühe vermischen. Es empfiehlt sich hier, von Anfang an Brühe statt Wasser und charakteristische Gewürze und Kräuter zu verwenden, um den gewünschten Geschmack und eine ausreichende Würze zu erreichen.

Der fertige Teig wird anschließend wiederum in Brühe gekocht, bis eine schnittfeste Masse entsteht. Hierbei saugt der Teig eine sichtbare Menge an Flüssigkeit auf und nimmt entsprechend an Volumen zu, daher am besten einen größeren Topf verwenden. Der Seitan kann nun nach Belieben in kleine oder große Stücke geschnitten, mariniert und weiterverarbeitet werden.

Es empfiehlt sich, mit Seitan etwas zu experimentieren. Mit etwas Übung erreicht man köstliche Ergebnisse, die in Sachen Konsistenz und Geschmack eine tolle Alternative zu anderen pflanzlichen oder auch tierischen Produkten darstellen.

Guten Appetit!