Alnatura hat den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur 2020 gewonnen

Die Alnatura Arbeitswelt in Darmstadt überzeugte die Jury insbesondere „durch eine außerordentliche ganzheitliche Qualität, die zukunftsweisend ist und die Möglichkeiten einer nachhaltigen Bauweise umfassend auslotet.“

Neue Alnatura Arbeitswelt gewinnt den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur 2020

Die Leitidee "Sinnvoll für Mensch und Erde" bildet seit 35 Jahren die kulturelle Grundlage von Alnatura. Im Mittelpunkt unseres Tuns steht nicht die Gewinn-Maximierung, sondern die Sinn-Maximierung. Aus dieser Grundlage leiten wir vier Dimensionen für Nachhaltigkeit ab, die maßgeblichen Einfluss auf die Ausgestaltung der Alnatura Arbeitswelt und des gesamten Alnatura Campus hatten und haben:
 
  1. Ökonomie: sparsam und einfach
  2. Ökologie: nahezu klimaneutral und nachhaltig in den Qualitäten
  3. Soziales: neue Zusammenarbeit und funktionelle Architektur
  4. Kultur: Lern- und Begegnungsort

"Sinnvoll für Mensch und Erde" konsequent in Architektur übersetzt

1. Ökonomie: sparsam und einfach

 
Mit einer Bruttogeschossfläche von 13.500 Quadratmetern ist der ästhetisch gestaltete, schlichte Bau das europaweit größte Bürogebäude aus Lehm, dem ältesten Baustoff der Kulturgeschichte.
 
Die Bedeutung umweltfreundlicher Gebäude für den Klimaschutz ist erheblich. So sind in Deutschland die Heiz-, Kühl- und Stromverbräuche von Gebäuden für rund 30 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich.
 
 

2. Ökologie: nahezu klimaneutral und nachhaltig in den Qualitäten

Luftaufnahme der Alnatura Arbeitswelt

Die Alnatura Arbeitswelt ist nahezu klimaneutral und leistet damit einen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Belastung
 
  • Photovoltaik-Anlage auf dem Dach
  • Der Wasserbedarf für die sanitären Anlagen und die Bewässerung der Außenflächen wird durch eine Regenwasser-Zisterne gedeckt.
  • Die erforderliche Heizwärme für die wandintegrierte Flächenheizung erzeugt in den Wintermonaten eine Geothermie-Anlage.
  • Im Sommer wird diese Anlagentechnik genutzt, um das Gebäude zu kühlen.
 
Das in Lehmbauweise auf einem renaturierten, ehemaligen US-Militärgelände errichtete Gebäude wurde konzipiert vom Stuttgarter Architekturbüro haascookzemmrich.
 
Die in Stampflehmtechnik erstellten Wände enthalten Lehm aus dem Westerwald, Lavaschotter aus der Eifel sowie recyceltes Material aus dem Tunnel­aushub von Stuttgart 21. Lehm reguliert nicht nur das Raumklima auf natürliche Weise, sondern hat auch positive Auswirkungen auf die Raumakustik.
 
 

3. Soziales: neue Zusammenarbeit und funktionelle Architektur

Der klassische "eigene" Schreibtisch sowie abgetrennte Büroräume gehören in der Alnatura Arbeitswelt der Vergangenheit an. Alle Arbeitsplätze befinden sich auf einer offenen Fläche und werden nach dem Desk-sharing-Prinzip genutzt. Auf diese Weise werden weniger Arbeitsplätze benötigt, als es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt – aufgrund von Urlaub, Krankheit und Auswärtstätigkeiten sind ohnehin nie alle Personen gleichzeitig im Gebäude.
 
Auf der Fläche befinden sich außerdem auch viele Möglichkeiten, kurze und längere Besprechungen abzuhalten. Ein ausgeklügeltes Akustik-Konzept sorgt dafür, dass der Geräuschpegel trotz der offenen Umgebung angenehm niedrig bleibt.
 
Der IT-Support unterstützt dabei, auch mobil effizient arbeiten zu können.
 
 

4. Kultur: Lern- und Begegnungsort

Der Alnatura Campus ist alles andere als ein gewöhnliches Firmengelände: Er bietet nicht nur eine attraktive Arbeitsumgebung für 420 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern dient gleich­zeitig als Lern- und Begegnungsort für die Menschen der Region. Eingebettet in eine Dünenlandschaft mit dem für die Region typischen Magerrasen befinden sich:
 
  • öffentliche Bio-Mietgärten auf 5.000 m² (ackerhelden.de)
  • ein Schulgarten der Montessori-Schule Darmstadt
  • eine Streuobstwiese
  • ein Naturteich
  • mehrere Hochbeete
  • Kräutersinnesgärten
  • ein Freiluft-Brotofen
  • ein Fahrradhaus aus Holz
  • ein Gartenhaus aus Holz
  • ein kleines Amphitheater mit Betonbruch­stücken aus dem ehemaligen Panzerübungsplatz