Palmöl: Pro und Contra

Über kaum einen Rohstoff wird so hitzig debattiert wie über das Fett der Ölpalme – das Palmöl. 

Nach Europa kam es im ausgehenden 19. Jahrhundert; mit Erfindung der Margarine stieg unser Bedarf rasant an. Sie finden Palmöl in Lebensmitteln, Kosmetika und sogar Treibstoff.

Lesen Sie, welche Vor- und Nachteile Palmöl hat.

PRO – die Vorteile von Palmöl

Kurz gefasst:

  • bei Zimmertemperatur geschmeidig-fest
  • lange haltbar
  • hitzestabil
  • sehr hoher Ertrag pro Hektar (bspw. im Vergleich zu Öl aus Kokospalmen)
  • keine Rodung von Primär- und Urwald
  • Existenzgrundlage für bäuerliche Kleinbetriebe

 

Palmöl oder -fett – beides meint das Gleiche – hat viele Vorteile. Es ist das einzige pflanzliche Fett, das bei Zimmertemperatur geschmeidig-fest bleibt. Auch ist es hitzestabil und lange haltbar, beispielsweise im Vergleich zur schnell ranzig werdenden Butter. Eine ideale Zutat also für Kekse, Schokocreme, Margarine und Co.; und obendrein vegan.

Ein weiteres Pro: Die Kultur der Ölpalme ist an sich sehr nachhaltig. Keine andere Ölpflanze liefert pro Hektar so viel Ertrag. Zum Vergleich: Während ein Hektar Ölpalmen etwa 3,3 Tonnen Öl liefert, sind es bei Kokospalmen nicht einmal 0,7 Tonnen. Ein Eins-zu-eins-Austausch ist also mit einem sehr hohen Flächenbedarf verbunden und ökologisch nicht vertretbar.*

Erfolgt die Palmöl-Erzeugung nach Bio-Richtlinien, ist die Rodung von Primär- und Urwald tabu. Bio-Ölpalmen wachsen nur auf zuvor landwirtschaftlich genutzten Flächen. Das Tolle: Die biologische Landwirtschaft sorgt für Artenvielfalt und Bodenfruchtbarkeit. Auch ist Bio-Palmöl für in den Tropen beheimatete bäuerliche Kleinbetriebe eine sehr wichtige Existenzgrundlage. Manche Bio-Palmölplantagen existieren bereits seit über 25 Jahren.

* WWF-Studie "Auf der Ölspur" (2016)

CONTRA – die Nachteile von Palmöl

Kurz gefasst:

  • sehr große Nachfrage nach Palmöl
  • jedes zweite Produkt des konventionellen Handels enthält Palmöl
  • Rodungen für konventionelle Palmöl-Erzeugung zerstören den Lebensraum für Pflanzen und Tiere und setzen Treibhausgase frei


Palmöl ist ein ausgesprochen begehrter Rohstoff. Nach Schätzungen von Umweltorganisationen kommt es in jedem zweiten Supermarkt-Produkt des konventionellen Handels vor. Entsprechend groß ist die Nachfrage und die ursprünglichen Herkunftsländer können den Bedarf schon lange nicht mehr decken. Weltweit werden etwa 60 Millionen Tonnen konventionelles Palm- und Palmkernöl erzeugt.

Die Hauptanbauländer sind heute Indonesien und Malaysia.* Um dort Anbauflächen zu schaffen, werden Regenwälder gerodet, Landrechte missachtet, Menschen vertrieben und der Lebensraum von Pflanzen und Tieren unwiderruflich zerstört. Hinzu kommt, dass durch die Waldrodung sehr humusreiche Urwaldböden freigelegt werden. Hier gebundenes CO2 wird als klimaschädigendes Treibhausgas freigesetzt. Der Inselstaat Indonesien ist nach den USA und China das Land mit dem dritthöchsten CO2-Ausstoß der Welt.

All dies sind Tatsachen, die klar gegen konventionell erzeugtes Palmöl sprechen. Alle Alnatura Produkte sind zu einhundert Prozent Bio-Lebensmittel, konventionelles Palmöl kommt hier nicht zum Einsatz.

* WWF-Studie "Auf der Ölspur" (2016)

Palmöl sinnvoll konsumieren

In der Küche: Bio-Lebensmittel verwenden, denn für Bio-Palmöl werden keine Urwälder gerodet. Ansonsten gilt:
  • Frische Lebensmittel kaufen
  • Weniger Fertiggerichte, mehr selbst kochen
  • Weniger Fettes, Süßes und weniger Fleisch kaufen
  • Die Apps "Codecheck" und "PoP" spüren Palmöl im Supermarktregal auf bzw. informieren über Produkte ohne Palmöl

Mit dem Auto: Weniger Auto fahren. Im Diesel ist Palmöl und im Benzin Ethanol aus Getreide beigemischt. Umweltverbände bezeichnen beide Beimischungen als ökologisch unsinnig.

Was bei Bio-Palmöl anders ist
  • Für Bio-Palmöl werden keine Urwälder gerodet
  • Bio-Palmbauern setzen keine Pestizide ein
  • Der Bio-Ölpalmenanbau trägt zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit bei
  • Die Produzenten von Bio-Palmöl übernehmen soziale Verantwortung für ihre Mitarbeiter und Bauern

Bio-Palmöl in Alnatura Produkten

Wir entwickeln die Rezeptur jedes Alnatura Produktes sorgfältig.

Wann immer möglich, wird auf Palmöl verzichtet und dieses durch ökologisch vertretbare Alternativen ersetzt. Ist das Öl jedoch für Streichfähigkeit, Haltbarkeit und andere Produkteigenschaften nötig, so verwenden wir Bio-Palmöl aus Brasilien und Kolumbien. Hierfür werden weder Urwälder gerodet noch Menschen vertrieben oder Tieren die Lebensräume entzogen.

Unsere Herstellerpartner beziehen das Bio-Palmöl aus nachhaltig und sozial vertretbar bewirtschafteten Quellen. Dies wird regelmäßig und vor Ort kontrolliert.