Wieder Perlen vor die Säue!

Noch in den 1930er-Jahren haben bayerische Bauern im wahrsten Sinne des Wortes Perlen vor die Säue geworfen, als sie schaufelweise Flussperlmuscheln aus heimischen Gewässern hoben und an ihre Schweine verfütterten.

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Seit 300 Millionen Jahren lebt diese Muschelart auf der Erde, dennoch muss der BUND Naturschutz im oberfränkischen Hof um ihr Überleben kämpfen. Flussperlmuscheln können weit über hundert Jahre alt werden; in der Südlichen Regnitz, einem Flüsschen an der Grenze zu Tschechien, sind jedoch nur sehr wenige Muscheln jünger als 40 Jahre, das heißt, die Bestände sind stark überaltert. Obwohl die Wasserqualität inzwischen gut ist, vermehren sich die Muscheln nicht. Das liegt an der Versandung der Bäche. Der Bodenabtrag der an die Bäche und Flüsse angrenzenden Landwirtschaft belastet das Flussbett und macht die Kinderstube der Jungmuscheln zunichte. Deshalb setzt sich der BUND, auch mithilfe der Alnatura Spende, für eine weniger bodenbelastende, das heißt für die ökologische Landwirtschaft, ein. An den sehr empfindlichen Flussperlmuscheln zeigt sich der Zusammenhang zwischen Konsumgewohnheiten, Landwirtschaft und Entwicklung der Natur deutlich. Anders ausgedrückt: Je mehr Menschen sich für Bio-Lebensmittel entscheiden, umso höher die Chance, dass in Deutschland irgendwann wieder Perlen in den Flüssen wachsen können.

››› Volker Laengenfelder