Mein Gemüsegarten im Februar

Herrlich! Während es draußen noch winterlich kalt und etwas ungemütlich ist, sitze ich in der warmen Stube und plane mein Gartenjahr. Denn das habe ich gelernt, spätestens im Februar sollte ein Grundriss für das Gemüsebeet her – immerhin das Herzstück meines grünen Kleinods.

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Dabei stellen sich zwei grundlegende Fragen. Erstens die zur Fruchtfolge: Was wurde im vergangenen Jahr an welcher Stelle angebaut und sollte nun darauf folgen? Zweitens die zur Mischkultur: Wer verträgt sich mit wem? Und da man solche Dinge schnell vergisst, habe ich mir extra einen Ordner angelegt, mit den Pflanzplänen der vergangenen Jahre und interessanten Zeitungsartikeln. Denn die ideale Fruchtfolge und perfekte Mischkultur zu finden, ist wissenschaftliche Arbeit. Doch ich habe ja einen guten Vorsatz: Garten genießen nicht vergessen! Daher die wichtigste Frage am Anfang "Welche Gemüsesorten sollen es sein?". Ich beispielsweise muss für Mangold und Spinat nur ein kleines Eckchen reservieren, das essen zu Hause nur zwei. Bei Kartoffeln, Tomaten, Erbsen und Kohlrabi sind auch die Kinder wieder mit dabei.  

Fangen wir bei der Kartoffel an. Sie ist die ideale Pflanze für ein neu angelegtes Beet, denn kaum eine Ackerfrucht lockert festen Boden so wie sie. Stellt man ihr Fingerhut zur Seite, so ist das nicht nur hübsch anzusehen, sondern sorgt – so die Meinung erfahrener Gärtner – für gesunde Pflanzen und reiche Ernte. Nur die Kinder müssen wissen, dass Fingerhut giftig ist. Auch Sonnenblume oder Tagetes tun der Kartoffel gut. Die Tomate hingegen, als Nachtschattengewächs mit der Kartoffel eng verwandt, sollte nicht in der Nähe sein. Die beiden sind anfällig für eine Pilzerkrankung namens Phytophthora infestans, die für braune Blätter sorgt und sich sehr schnell verbreitet. Stattdessen lieben Tomaten die Gesellschaft von Basilikum, Petersilie und Knoblauch – sehr praktisch, wie ich finde, sind sie doch alle auch perfekte Küchenbegleiter. Ein Streifen mit Kohlrabi daneben ist eine gute Idee. Und für die nächste Reihe sind Erbsen perfekt. Diese sind in der Fruchtfolge ganz wichtig, liefern sie doch – genau wie Bohnen – wichtigen Stickstoffdünger. Und das in ganz natürlicher Form, denn sie gehen mit den sogenannten Knöllchenbakterien an ihrer Wurzel eine Symbiose ein. Diese Bakterien sind in der Lage, Luftstickstoff zu binden und an den Boden abzugeben – eine geniale "Erfindung der Natur". Denn Starkzehrer wie Kürbis, Zucchini oder Gurken brauchen einen solchen nährstoffreichen Boden. Und da ich meine Notizen habe, weiß ich auch, wo diese Pflanzen in optimaler Fruchtfolge diesjährig stehen sollten. Noch ein wenig Borretsch und Dill dazwischen, dann entspricht das auch den Regeln einer guten Mischkultur. Jetzt fehlt mir eigentlich nur noch das Wintergemüse. Dieses kommt auf den Kartoffelacker, wenn er im Spätsommer abgeerntet ist.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Abstand halten! Auch wenn der Pflanzplan mit seinem Reihenabstand (Zentimeterangabe steht meist auf der Saatguttüte) noch sehr großzügig aussieht, ich halte mich in diesem Jahr daran. Zu chaotisch sah das Gemüsebeet letztes Mal aus, und so eine kleine Rote Bete hat einfach keine Chance, wenn sich ein riesiges Kürbisblatt darüberlegt.