Mein Gemüsegarten im Dezember

Was macht der Gärtner im Winter? Bilanz ziehen und das nächste Frühjahr planen!

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Meine Bilanz kann sich sehen lassen. Die Umwandlung eines der Beete zur blühenden Wiese war eine gute Entscheidung. Die Wiese sieht nicht nur wunderschön aus, sondern sie lässt auch die Zeit –, erstmalig in meiner "Schrebergartenkarriere" – sie und alles andere zu genießen. Der Ertrag der verbleibenden Ackerfläche hingegen hielt sich in Grenzen. Das Frühjahr war einfach zu trocken. Bleibt die Frage: Was wollen wir im nächsten Jahr ernten? Höchste Zeit, die Saatgutbestände zu sichten. Große Kürbis-, sichelförmige Ringelblumen- und pelzige Tomatensamen liegen vor mir. Sie alle stammen aus eigener Ernte. Doch Rote Bete, Möhre und Co. sind gekaufte Tüten aus den Vorjahren. Und da stellen sich jedes Mal aufs Neue Bedenken ein, ob die kleinen Körnlein noch etwas taugen.
Mancher Saatgutanbieter (so zum Beispiel Bingenheimer Saatgut) hat einen sehr hilfreichen Service auf der Internetseite: Man kann die auf der Verpackung aufgedruckte Partienummer eingeben und erhält eine Schätzung zur Keimfähigkeit. Ich probiere das mit Pastinakensamen. Oh, war vielleicht gar nicht der trockene Mai Schuld an der Misere? Die Samen dieser alten Gemüsesorte sollten spätestens nach zwei Jahren aufgebraucht sein – meine sind längst überfällig. Wieder etwas dazugekommen an Gärtnererfahrung – und das bei einer Tasse dampfendem Tee in der gemütlich warmen Wohnstube.

Doch die Kinder zieht es nach draußen. Wir haben den Vögeln Futterringe gemacht und gerade wurden die ersten gefiederten Gäste entdeckt. Das Füttern von Vögeln ist unter Naturschützern nicht unumstritten. Und es ist klar: Bedrohte Arten retten wir mit unseren Apfelstückchen und Meisenringen nicht. Aber beobachten können wir sie. Die Kinder gehen mit besonders wachen Augen durch die Welt: Sie können nun problemlos Rotkehlchen, Meise und Spatz unterscheiden und interessieren sich sehr für ihre bevorzugten Speisen und den bedrohten Lebensraum. Letztlich aus pädagogischer Sicht doch ein Grundstein für Naturschutz in der nächsten Generation? Fest steht auch: Im nächsten Jahr werden im Garten mehr Sonnenblumen angebaut. Ihre Kerne rangieren in der Beliebtheitsskala des Vogelfutters ganz oben. Womit ich wieder zum Frühjahrs-Pflanzplan in die warme Stube zurückkehre.

Futternuss

Man braucht: 500 g Kokosfett oder Rindertalg / 1 EL Pflanzenöl / 350 g Nüsse (zum Beispiel Sonnenblumenkerne, Wal- und Haselnüsse) / 100 g Haferflocken / 50 g Rosinen / 2 Kokosnusshälften / Schnur / Stöckchen

So wird es gemacht: Fett im Topf schmelzen und Öl, Körner, Flocken und Rosinen einrühren. In die Kokosnusshälften ein Loch bohren und eine dicke Schnur durchziehen zum späteren Aufhängen. Die abgekühlte und etwas fest gewordene Futtermasse in die Kokosnusshälften streichen. Weiter auskühlen lassen, Stöckchen eindrücken und das Ganze an geeigneter Stelle aufhängen.

Unter nabu.de, Stichwort Vogelfütterung, gibt es weitere Informationen und einen Anleitungsfilm