Sinnvoll helfen

Seit fünf Jahren fördert Alnatura Projekte von Terre des Hommes, die Menschen in Indien, Simbabwe und Peru zu wirtschaftlicher Eigenständigkeit verhelfen. Bislang gingen mehr als 340.000 Euro an Spenden ein.

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Darjeeling ist dort, wo der gute Tee herkommt. Auf den Plantagen Tesok und Lepchu aber musste vor vielen Jahren der Anbau hochwertigen Tees dem Streben nach schnellem Profit weichen. Die Folge: sinkende Absätze und große Armut. Die Entwicklung hatte auch Auswirkungen für die Kinder: Ihre Gesundheit verschlechterte sich, denn sie bekamen weder ausreichend gesunde Nahrung noch eine medizinische Versorgung, die diesen Namen wirklich verdient. Viele Kinder gingen nicht zur Schule, die Fälle von Kinderarbeit und Kinderhandel stiegen alarmierend.

Vor dem Lernen kommt die Gesundheit

Das hat sich in den letzten fünf Jahren geändert, denn die Terre-des-Hommes-Partnerorganisation Hill Social Welfare Society führt, gefördert von Alnatura, das Projekt Pathshala durch. Pathshala ist Hindi und heißt Bildung. Doch vor dem Lernen kommt die Gesundheit. Deshalb bietet Pathshala kostenlose Gesundheitschecks und zeigt Eltern, wie sie ihre Kinder gesund ernähren. Am besten aus den eigenen Gärten, die die Bewohner dank der Schulungen im ökologischen Anbau und in der Herstellung von natürlichem Kompost anlegen konnten. Bleibt etwas von der Ernte übrig, können sie sich mit dem Verkauf ein paar Rupien dazuverdienen.

In Förderschulzentren und Kindergruppen werden Mädchen und Jungen auf die Schule vorbereitet und Schulabbrecher wieder ans Lernen herangeführt. Bei Bedarf bekommen sie die Kleidung und das Schulmaterial gestellt. Die Eltern werden in das Projekt einbezogen und achten jetzt auf den regelmäßigen Schulbesuch ihrer Kinder und darauf, dass der Unterricht auch wirklich stattfindet. Die körperliche Bestrafung der Kinder im Schulunterricht ist deutlich zurückgegangen. Mittlerweile sind etwa 400 Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 14 Jahren wieder in der Schule angemeldet. Viele Jugendliche konnten in feste Jobs vermittelt werden. Auch der Gesundheitszustand der Kinder hat sich deutlich verbessert.

Kinderarbeit gehörte zum Alltag

Einige tausend Kilometer südwestlich: Chiredzi-Distrikt, Simbabwe. Kinderarbeit ist bis heute Alltag in dem verarmten Land. Die Coalition Against Child Labour in Zimbabwe (CACLAZ) tritt dem entgegen mit dem Ziel, eine kinderarbeitsfreie Zone zu schaffen. "Stop Child Labour – School is the best place" ist zugleich Motto und Ziel des von Terre des Hommes geförderten Projektes, das von 2012 bis 2014 von Alnatura unterstützt wurde. Mit Erfolg: 350 ehemalige Kinderarbeiter nehmen wieder regelmäßig am Schulunterricht teil und haben die Chance auf ein Leben jenseits von Armut und Ausbeutung. CACLAZ hat dafür gesorgt, dass Eltern und Dorfälteste die Bedeutung von Bildung für ihre Kinder erkennen. Die Gemeinden helfen jetzt mit, die Schulen zu renovieren.

Sinnvoll helfen

Die Spuren des Klimawandels

In Peru begegnen wir anderen Problemen. Hier unterstützt Alnatura die von Terre des Hommes geförderten Projekte Waman Wasi und Ceprosi im Amazonasgebiet und im Andenhochland. Der Klimawandel zeigt hier deutlich seine Spuren: extreme Trockenperioden, verhärtete Böden, Regenfälle mit Überschwemmungen, die die Ernteerträge zunichtemachen. Lange Zeit versuchte man die indigene Bevölkerung davon zu überzeugen, die traditionellen Formen von Landwirtschaft, Handwerk und Bildung zugunsten von scheinbar moderneren und besseren Wirtschaftsformen aufzugeben. Monokultur statt Vielfalt, Einkauf statt Eigenproduktion und Schulbücher, die ausschließlich in Spanisch verfasst waren, obwohl die Kinder bei Schuleintritt nur Lamas-Quechua sprechen, waren die Folge.

Doch die Einführung der neuen Techniken führte nicht zum versprochenen Erfolg. Die neuen Anbaumethoden hielten den Wetterextremen nicht stand. Die Dörfer verarmten. Durch die Wiederbelebung der traditionellen Anbaumethoden und der alten Handwerkskünste wird dem entgegengewirkt: Heute sind die Ernten wieder vielfältiger und sicherer, die Jugendlichen lernen von den Alten und müssen ihr Glück nicht mehr in der Stadt suchen. In der Schule wird jetzt auch wieder die Lamas-Quechua Sprache unterrichtet und es werden traditionelle landwirtschaftliche und kulturelle Praktiken gelehrt. Tradition und Moderne begegnen sich auf Augenhöhe – "Sinnvoll für Mensch und Erde" eben.

Wir danken der Firma Alnatura und ihren Kunden ganz herzlich für die Unterstützung der Projekte

››› Gastbeitrag Ursula Meer, Terre des Hommes