Schwerfällig oder leichtfüßig? CO2-Fußabdruck

Ein berührend vergängliches Bild: Der Fußabdruck eines Menschen im Sand am Meer, der kurz zurückbleibt, bevor eine Welle ihn wegträgt.

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Mit diesem Bild verknüpften Vordenker der Nachhaltigkeit 1994 eine Methodik, die ­erfasst, wie viele Ressourcen ein Mensch für seinen Lebenswandel benötigt. Aus diesem "ökologischen Fußabdruck" spaltete sich in der Folge der Begriff "CO2-Fußabdruck" ab: eine Methode, die erfasst, wie viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) ein Produkt, ein Mensch oder ein Land verursacht. Auf der Datengrundlage einer umwelt­ökonomischen Gesamtrechnung von Destatis 2013 hat Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid die Lebensweise eines durchschnittlichen Deutschen heute mit der eines ökologisch bewussten Menschen in einem grüneren Deutschland von morgen verglichen. Wie viel Ihres Lebensstils ist schon dem Morgen zuzurechnen?

Durchschnittlicher CO2-Fußabdruck heute: 12,5 Tonnen pro Jahr

Wir leben auf zu großem Fuß: Jeder Deutsche verursacht im Jahr zurzeit durchschnittlich 12,5 Tonnen Kohlendioxid – das ist sechsmal mehr, als jedem Menschen eigentlich in Zukunft zusteht. Einige Dinge können wir ganz leicht selbst verändern: auf sauberen Strom umsteigen, öffentliche Verkehrsmittel nutzen, weniger fliegen, bewusster konsumieren oder weniger tierische Produkte verzehren. Doch allein dadurch, dass Deutschland für uns Straßen, Kranken­häuser und Schulen bereithält, entfallen auf jeden Bundesbürger derzeit 1,5 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Die Emissionen aus der Energiebereitstellung – den Kohlekraftwerken! – können wir nur verringern, indem wir uns für eine Energiewende einsetzen. Wir müssen aufhören, darauf zu warten, dass jemand anderes das Problem für uns löst! Letztlich gibt es keine klimafreundlichen Produkte – nur einen klima-freundlichen Lebensstil.

Möglicher CO2-Fußabdruck morgen: 4,7 Tonnen pro Jahr

Klimafreundlich leben geht eigentlich ganz einfach. Mit etwas gutem Willen kann jeder sofort seinen jährlichen Kohlendioxidausstoß um mehrere Tonnen senken. Kommt dann noch der gesellschaftliche Wandel hinzu – bauen wir unser Energiesystem um und setzen auf effiziente Energienutzung –, können wir bis 2030 auch die Emissionen bei der Energiebereitstellung und beim Heizen drastisch senken: auf insgesamt 4,7 Tonnen im Jahr. Das wären fast zwei Drittel Treibhausgase weniger als derzeit! Nur wer seine eigene CO2-Bilanz kennt, kann gezielt an den entscheidenden Stellschrauben drehen. Es ist die Summe kleiner Veränderungen, die zu großen Umbrüchen führt. Bürger, die umweltfreundliches Verhalten vorleben. Einzelne, die sich dem Konsumterror entziehen, ihren Alltag entschleunigen und sich vom Überfluss befreien – und zu Vorbildern werden. Machen Sie mit! Leben Sie Klimaschutz vor!

››› Gastbeitrag Greenpeace e. V.