Was ist der Unterschied zwischen der Bio- und der konventionellen Legehennenhaltung?

Bio-Bauern achten auf eine artgerechte und umweltverträgliche Haltung und Fütterung der Legehennen. Ziel der Bio-Legehennenhaltung ist, dass die Tiere ihren natürlichen Verhaltensbedürfnissen nachgehen können und die Tierhaltung dem Bauern und seinen Mitarbeitern ein Einkommen sichert. Insbesondere durch folgende Merkmale unterscheidet sich die Bio- von der konventionellen Legehennenhaltung:

 

  Bio-Legehennen 
Konventionelle Legehennen
Anzahl Tiere im Stall
  • Je Stall sind höchstens 3.000 Tiere erlaubt
  • Pro Hektar (= 10.000 qm) landwirtschaftlicher Nutzfläche dürfen max. 230 Legehennen gehalten werden (bei Bioland, Demeter, Naturland: max. 140)

  •  Bis zu 20.000 Tiere pro Stall sind üblich, Gruppen sind auf bis zu 6.000 Tiere begrenzt
Stallfläche
  • max. 6 Tiere sind pro qm Stallfläche zulässig
  • max. 12,5 Tiere je qm Stallfläche  bei Kleingruppenkäfigen
Stallhaltung
  • mind. 1/3 der Stallfläche als eingestreuter Raum zum Scharren, Staub- und Sandbaden,  ständig Frischluft
  • erhöhte Sitzstangen, 18 cm je Tier
  • Nicht vorgeschrieben, aber in der Praxis etabliert, ist ein überdachter Schlechtwetterauslauf („Wintergarten“)
  • Einstreuvorgaben nicht geregelt
  • Sitzstange mit 15 cm je Tier
Tageslicht
  • Vorgeschrieben
  • Für Altställe nicht vorgeschrieben. Für Gebäude ab Baujahr 2002 erforderlich, jedoch weniger Lichtmenge vorgeschrieben als bei den Bio-Verbänden
Grünauslauf
  • mind. 4 qm pro Tier mit Pflanzen und Gehölzen bzw. Deckung zum Schutz vor Raubtieren vorgeschrieben, freier Auslauf verpflichtend (außer bei extremer Witterung)
  • Nicht vorgeschrieben.
    Bei Freilandhaltung mind. 4 qm pro Tier vorgeschrieben
Schnäbel
  • Schnäbel dürfen bei Verbänden wie Bioland, Demeter,  Naturland und Biopark nicht beschnitten oder touchiert werden; bei sonstigen Biobetrieben allenfalls mit Ausnahmegenehmigung
  • in der Regel beschnitten oder touchiert
Futter
  • Bio-Futter, mindestens 50% des Futters aus eigener Erzeugung oder von eng kooperierenden Betrieben und zusätzlich 20% aus der Region
  • Max. 5% nicht-ökologisches Eiweißfutter, wenn die Versorgung nicht aus Öko-Futter möglich ist, Pflicht zur täglichen Rau- oder Grünfuttergabe
  • Nicht erlaubt sind synthetische Dotterfarbstoffe, künstliche Eiweiße und gentechnisch veränderte Futtermittel
  • Futter zugekauft, durch Mais- und Sojazugabe häufig gentechnisch verändert
  • Synthetische Dotterfarbstoffe, künstliche Eiweiße und gentechnisch veränderte Futtermittel sind erlaubt
Arzneimittel

Bei der ökologischen Tierhaltung gilt das Prinzip der Vorbeugung von Krankheiten durch artgerechte Haltung und hochwertige Futtermittel. Treten dennoch Gesundheitsstörungen auf, werden folgende Regeln angewandt:

  • Behandlung vorrangig mit Naturheil-, phytotherapeutischen und homöopathischen Verfahren
  • Die vorbeugende Bestandsmedikation, insbesondere mit Antibiotika, ist nicht gestattet
  • Landwirt muss über alle Behandlungen eine Stallbuch führen
  • Anzahl der Behandlungen je Jahr streng begrenzt
  • Nach Medikamentengabe muss bis zur Gewinnung eines tierischen Erzeugnisses die doppelte Wartezeit gegenüber der gesetzlichen Vorschrift eingehalten werden
  • Vorbeugende Bestandsmedikation, vor allem mit Antibiotika, ist erlaubt bzw. die Regel
  • Zahl der Behandlungen nicht begrenzt
  • Einfache Wartezeit nach Medikamentengabe bis zur Gewinnung eines tierischen Erzeugnisses