Fisch? Ja! Aber nachhaltig

Fisch ist gesund und schmeckt gut. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE, dge.de) empfiehlt daher, man solle ein- bis zweimal pro Woche Fisch essen. Und sie rät: "Entscheiden Sie sich bei Fisch für Produkte mit anerkannt nachhaltiger Herkunft."

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Warum rät sie das und wie erreicht man es? Fisch können wir als Wildfang bekommen und aus Aquakultur. Wir können Fisch aus Binnengewässern kaufen und Seefisch. Fisch in Aquakultur hält, pflegt und füttert der Mensch. Teichwirtschaft zum Beispiel ist eine sehr alte und bis heute gepflegte Form der Aquakultur. Aquakultur mit Süßwasserfischen kann auch in von frischem Wasser durchflossenen Behältern durchgeführt werden. Meist meint man mit Aquakultur aber die Zucht und Mast von Fischen, oft Lachs, in großen Käfigen in küstennahen Meeresregionen. Die intensiv betriebenen Formen konventioneller Aquakultur belasten die Umwelt, denn die Ausscheidungen der Fische gelangen ins Meer, Reste des Futters ebenso. Vor allem aber auch Medikamente und Desinfektionsmittel, die, wie überall in der Massentierhaltung, erforderlich sind, um Parasiten und Krankheiten im Zaum zu halten. Schließlich kann es sein, dass Fische aus den Käfigen entkommen und die indigene Fischpopulation verändern, gegebenenfalls sogar empfindlichere Arten verdrängen. Konventionelle Aquakultur erzeugt zwar viel Fisch in relativ wenig Wasservolumen. Aber sorg­samer mit der Kreatur wie mit der Umwelt geht die zertifizierte Bio-Aquakultur um, die in der EU-Bio-Verordnung für Süßwasserfisch wie für Seefisch geregelt ist. Hier sind die Fisch­besatzdichten deutlich geringer als bei der konventionellen Aquakultur, beim Futter arbeitet der Bio-Fischwirt mit Bio-Komponenten, mit nachhaltig gewonnenem Beifang oder mit Abfällen aus der Bio-Fischverarbeitung. Die Liste der zulässigen Mittel, die im Krankheitsfall oder bei Auftreten von Parasiten bei Bio-Fisch eingesetzt werden dürfen, ist kurz, die Mittel sind freundlich zur Umwelt. Fisch aus der Bio-Aqua­kultur wächst langsamer, weil weniger Futter verabreicht wird und seine Energiedichte geringer ist.

Alnatura Tiefkühl-Fischsortiment

Wer wild gefangenen Seefisch essen will, sollte sich noch mehr für Fische und ihre Lebensumgebung, die Meere, interessieren, wenn er nicht nur lecker, sondern auch verantwortungsbewusst und nachhaltig konsumieren möchte. Die Meere und ihre Fischbestände sind durch hoch technisierte, überaus leistungsfähige Hochsee-Fischfangflotten der wohlhabenden Länder in vielen Gegenden der Welt gefährlich überfischt und aus dem Gleichgewicht gebracht. Zwar gibt es internationale Abkommen und viele Gesetze zum Schutz der Meere und ihrer Fischbestände. Das isländische System zum Beispiel wird als vorbildlich beschrieben. Auch Alaska schützt seinen Fischreichtum mit umfassenden Vorschriften. Verantwortungsbewusst genutzte Fischbestände erholen sich tatsächlich innerhalb weniger Jahre, wenn empfindliche Zonen konsequent geschützt werden und die Fischer darauf achten, dass der gefangene Fisch nicht zu jung und klein ist, sondern sich schon fortpflanzen konnte. Solche erfreulichen Fälle haben Forscher inzwischen dokumentiert.

Fachleute meinen jedoch, global betrachtet seien die Gesetzgeber oft zu langsam, die erzielten Kompromisse aus den langwierigen, oft grenzüberschreitenden Verhandlungen nicht weitgehend genug. Deshalb muss eine fachkompetente Beurteilung durch unabhängige Institutionen und Fachleute einbezogen werden, um zu entscheiden, welcher Seefisch noch guten Gewissens gefangen und gegessen werden kann (siehe Infokasten).

Damit nicht jeder Kunde erst selbst umfassend recherchieren muss, bevor er im Alnatura Super Natur Markt Fisch einkauft, gibt es Regeln zu Fisch in den Sortimentsrichtlinien für den Naturkost-Fachhandel (n-bnn.de), zu deren Einhaltung sich Alnatura verpflichtet hat. Die Bio-Großhändler, von denen Alnatura Fischprodukte bezieht, listen nur Fisch, der entweder aus Bio-zertifizierter Aquakultur stammt oder – im Falle von wild gefangenem Fisch – aus anerkannt nachhaltig bewirtschafteten Fischbeständen. Durch unabhängige Fachleute wird dieser Status jeweils bestätigt.

Die Sortimentsmanager der Alnatura Einkaufsabteilung, Frank Becker und Kristin Wilhelms, die für das Fischproduktesortiment zuständig sind, lassen sich vor jeder Listung die entsprechenden Zertifikate vorlegen. Sie behalten ferner die Informationen der Bio-Großhändler zum Thema im Blick, denn hier ändert sich öfters einmal etwas. Und bei Fragen hilft das Alnatura Qualitätsmanagement. Denn Alnatura will nur Fisch im Sortiment haben, der den Grundsätzen genügt, die Alnatura vernünftig findet.

››› Dr. Manon Haccius, Qualitätsmanagement Alnatura

Tipps für ein gutes Gewissen beim Fischessen

  • Der "Einkaufsratgeber Fisch" von Greenpeace folgt besonders strengen Kriterien. Wer sich danach richtet, macht beim Fischeinkauf nichts falsch. greenpeace.de
  • Der Marine Stewardship Council zertifiziert nachhaltige Fischerei; die entsprechenden Produkte werden mit dem blau-weißen MSC-Siegel gekennzeichnet. msc.org
  • Weitere Institutionen, die die Fischbestände der Weltmeere beobachten und bewerten, ob sie gefährdet sind, sind fishbase.org und fischbestaende-online.de Mit diesen Listen und Informationen arbeiten die Fachleute, deren Gutachten hinzugezogen werden zum Beurteilen der Nachhaltigkeit von Fischherkünften. Auch der Laie findet hier Interessantes.