Fünf "alte" Gemüsesorten neu im Alnatura Sortiment

11. August 2016. Ab sofort bietet Alnatura in allen Alnatura Super Natur Märkten fünf "alte" Gemüsesorten aus regionalem und saisonalem Bio-Anbau an. Diese traditionellen Sorten zeichnen sich durch geschmackliche und optische Vielfalt aus.

Alte Sorten – in diesem Sommer neu im Super Natur Markt

Alte Gemüsesorten sind frühere Landsorten und optimal an geographische, klimatische und auch kulturelle Bedingungen angepasst. Sie wurden jedoch in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter verdrängt von gezüchteten Hochleistungssorten. In Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Stiftung ProSpecieRara, die sich für die Bewahrung gefährdeter Kulturpflanzen und den Erhalt biologischer Vielfalt einsetzt, erweitert Alnatura das Gemüsesortiment um folgende Sorten: 

  • Aubergine "Rotonda bianca sfumata di rosa": Die "runde weiß-rosa Verschwommene" aus Italien wird heute noch in mediterranen Ländern auf Märkten angeboten. Die hellvioletten, mit weißen Streifen versehenen Früchte sind leicht tropfenförmig, im Geschmack cremig-mild.
  • Kartoffel "Blaue St. Galler": Form und Farbe der langovalen Knollen sind sehr auffallend. Die Kartoffel behält ihre intensive blaue Färbung auch beim Kochen und Frittieren.
  • Zucchini "Tondo di Piacenza": Die „Runde“ ist eine traditionelle italienische Sorte mit kugelförmiger Frucht. Auch größer gewachsene Exemplare bleiben zart und geschmackvoll, ideal zum Füllen.
  • Kohlrabi "Blaro": Die Knollen haben eine rötlich blauviolette Schale. Auch größere Kohlrabi sind zart und nicht holzig, der Geschmack ist ausgewogen.
  • Tomate "Auriga": Eine orangefarben leuchtende Tomatensorte mit aromatischem Geschmack und zartem Fruchtfleisch.

Bio-Landwirte aus verschiedenen Regionen Deutschlands kultivieren diese Gemüse-Raritäten und beliefern alle Alnatura Filialen über regionale Bio-Großhändler. Alnatura bietet die alten Sorten bis zum Ende der diesjährigen Erntesaison im Oktober an. "Wir informieren unsere Kunden direkt an der Gemüsetheke über diese Spezialitäten. Das Interesse ist sehr groß." sagt Bernhard Sauer, Bereichsverantwortlicher Einkauf. Bei anhaltender Nachfrage soll das Sortiment in Zukunft weiter ausgebaut werden. Bernhard Sauer ergänzt: "Für alte Gemüsesorten gilt: Wer sie erhalten will, sollte sie essen."


Zum Hintergrund:

Rund 90 Prozent der traditionellen Gemüsesorten sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit dem 20. Jahrhundert in Deutschland verloren gegangen und durch wenige Hochleistungssorten ersetzt worden. Einheitliches Gemüse ist eine Folge der Marktkonzentration. Über 70 Prozent des weltweiten kommerziellen Saatgutmarktes werden von nur zehn Agrarkonzernen beherrscht. Diese beschränken sich auf lukrative und zum Teil auch gentechnisch veränderte Sorten. Ein großer Teil des konventionellen Saatguts bringt nur noch "Einwegpflanzen" aus sogenannten Hybriden hervor. Deren Früchte werden in der Regel auf optische Merkmale wie Größe oder Form getrimmt, Aspekte wie Geschmack und Widerstandskraft gegen Schädlinge bleiben meist auf der Strecke. Weil Hybride sich nicht für die Nachzucht eignen, müssen die Bauern nach jeder Ernte neues Saatgut kaufen und geraten so in eine weitere Abhängigkeit. Anders bei samenfesten Sorten, denn aus ihnen kann immer wieder neues Saatgut gewonnen und auf den Feldern ausgesät werden. Samenfestes Bio-Saatgut bringt Gemüse und Getreide hervor, das den Bedingungen des Öko-Landbaus entspricht: robuste Sorten, die auch ohne den Einsatz von Chemie stabile Erträge bringen und Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Krankheiten bieten. Ökologisches Saatgut ist außerdem dem Standort und jeweiligen Klima angepasst. Die jetzt von Alnatura angebotenen alten Gemüsesorten sind samenfest.    


Über ProSpecieRara:

ProSpecieRara ist eine gemeinnützige Stiftung aus der Schweiz. Sie wurde 1982 gegründet, um gefährdete Nutztierrassen und Kulturpflanzen vor dem Aussterben zu bewahren. 2011 wurde zusammen mit der Stiftung Kaiserstühler Garten die gemeinnützige GmbH ProSpecieRara Deutschland gegründet; sie konzentriert sich auf den Nutzpflanzenbereich. ProSpecieRara arbeitet in der Schweiz als Dachorganisation eng mit den aus ihr entstandenen Zuchtvereinen und aktiven Züchtern und Anbauern zusammen.