Zu Gast bei der Upländer Bauernmolkerei

Seit 1997 sind Alnatura und die Upländer Bauernmolkerei Partner. Bio-Milchbauer Josef Jacobi und sein Team sind überzeugt von der Herstellung der Bioland-Milch nach strengsten Qualitätsprinzipien.

Die Geschichte der beispielhaften Bio-Molkerei beginnt im Jahr 1994. Gemeinsam mit etwa einem Dutzend überzeugter Bio-Milchbauern war Josef Jacobi damals auf der Suche nach einer Verarbeitungsstätte für die Bio-Milch ihrer Kühe. Schließlich gründeten sie die Upländer Bauernmolkerei GmbH, erwarben die knapp 100 Jahre alte, bereits stillgelegte Usselner Molkerei und modernisierten sie. Seit 1996 wird hier wieder Milch verarbeitet – Bioland-Milch nach strengen Qualitätsprinzipien.

Wir fahren bei der Upländer Bauernmolkerei in Usseln vor, einem Vorort vor dem bekannten sauerländischen Wintersportort Willingen. Sofort ist eine besondere Athmosphäre spürbar, die hier in der Luft liegt. Obwohl überall emsiges Treiben herrscht, ist dennoch eine gewisse Ruhe und Gelassenheit spürbar. Die Mitarbeiter des kleinen Molkereibetriebes machen auf uns einen äußerst zufriedenen und freundlichen Eindruck. Betriebsleiter Andreas Siegert kennt den Grund und schmunzelt: "Wir achten nicht nur auf die artgerechte Haltung von Tieren, auch die partnerschaftlichen Beziehungen zu unseren Mitarbeitern und Vertragsbauern liegen uns sehr am Herzen." Zum partnerschaftlichen Selbstverständnis zählt beispielsweise, dass auch kleine Bauernhöfe unter Vertrag genommen werden, die nur geringe Mengen an Milch liefern können.

Es gibt auch keine Staffelung bei der Bezahlung der Zulieferer – jeder Liter Milch ist der Upländer Bauernmolkerei gleich viel wert, egal ob ein Bauer große oder kleine Mengen liefert. Für die sauerländische Molkerei ist die Unterstützung der Betriebe wichtig, daher wurde bereits im Januar 2005 die Initiative "Erzeuger-fair Milch" ins Leben gerufen.

Fünf Cent pro Liter Bio-Milch gingen zusätzlich zu den normalen Einkünften direkt an die Bäuerinnen und Bauern. "Mit der Initiative 'Erzeuger-fair Milch' wollten wir sicherstellen, dass unsere Vertragshöfe weiterhin qualitativ hochwertige Milch liefern und gleichzeitig ausreichend verdienen. Qualität hat nun mal ihren Preis", so Andreas Siegert. Mittlerweile hat sich gerade auch durch die Kooperation mit Alnatura ein insgesamt höheres Preisniveau für Bio-Milchprodukte durchgesetzt. "Dieses Prinzip funktioniert nur, wenn es Abnehmer wie Alnatura gibt und Kunden, die bereit sind, angemessene Preise für qualitativ hochwertige Produkte zu bezahlen. Gesunde, unter natürlichen Bedingungen hergestellte Bio-Produkte und der Discount-Gedanke vertragen sich nicht!"

Die Faszination der Butterproduktion

Bei der Führung durch den Betrieb, begleitet von einer Geruchsmischung aus Milch und Molke, fasziniert uns vor allem die Butterproduktion: In einer riesigen Stahlröhre wird eine gelbe Masse, das so genannte Butterkorn, bewegt. Damit sich das bilden kann, wird zunächst Sahne schaumig geschlagen.Sahne ist der Hauptbestandteil bei der Herstellung von Butter. Sie entsteht, indem Milch zentrifugiert, sozusagen geschleudert wird. Der dabei entstehende Schaum der Sahne wird ebenfalls in der Butterungsmaschine, wie die Röhre im Fachjargon heißt, zerschlagen, so dass sich Buttermilch und Butterkörner trennen. Während die Buttermilch abfließt, lagern sich die Butterkörner zu einer Masse zusammen, die durchgeknetet die Butter bildet.  Bevor das Ganze in Stücke geschnitten und verpackt wird, entnimmt eine Mitarbeiterin eine Probe von der Butter. Denn bei allen hergestellten Produkten wird eine Qualitätsprüfung durchgeführt. Erst wenn sicher ist, dass die Butter gut riecht und die richtige Konsistenz hat, darf das Produkt die Molkerei verlassen.

Die Kontrolle, so erklärt uns Betriebsleiter Andreas Siegert, fängt aber viel früher an. Bei Anlieferung wird von der Milch jedes Bauern eine Probe genommen. Diese wird entweder ins Untersuchungslabor des Hessischen Verbandes für Leistungskontrolle gegeben oder kommt ins hauseigene Labor. Dort wird der Rohstoff auf Hemmstoffe, wie etwa Arzneirückstände, untersucht. Sollte die Milch von einem der etwa 90 Vertragsbauern der Upländer Bauernmolkerei, die hessenweit und in den angrenzenden Bundesländern angesiedelt sind, nicht in Ordnung sein, dann wird diese Lieferung nicht für die Produktion verwendet, so Andreas Siegert. Dieser Fall kommt aber nur drei- bis fünfmal im Jahr vor – eine verschwindend geringe Zahl, wenn man bedenkt, dass es sich bei den Lieferungen insgesamt um den Umfang von rund 2,2 Millionen Melkvorgängen handelt.


Betriebsleiter Andreas Siegert (l.) und Karin Artzt-Steinbrink, Geschäftsführerin der Upländer Bauernmolkerei Mehr Ein Blick hinter die Kulissen der Upländer Bauernmolkerei