Anbau und Herkunft von Olivenöl
Olivenöl nativ extra ist der Saft der Olive, der ausschließlich durch mechanische Verfahren wie Pressung, Dekantieren oder Zentrifugieren gewonnen wird. Das Fruchtfleisch der Olive enthält durchschnittlich nur 15 Prozent Öl. Und das wird in der Ölmühle freigelegt. Idealerweise direkt nach der Ernte bringt man die Oliven in die Ölmühle, um sie zu zermahlen und schonend kalt zu pressen. Danach trennt man das Öl von den wässrigen und festen Bestandteilen, und das frische, gold-grüne Olivenöl fließt genussfertig in die Stahltanks, wo es lagert und in Flaschen oder Kanister abgefüllt wird. Wie bei allen Nahrungsmitteln hängt die Qualität des Olivenöls von der Qualität des verwendeten Rohmaterials ab, in diesem Fall von der Olive. Aber auch von der Sorgfalt aller Herstellungsschritte: Pflege der Bäume, Gesunderhaltung der Früchte, idealer Reifegrad, schonende Ernte, kurze Wege beim Transport in die Ölmühle, hygienisches Verfahren bei der Ölgewinnung und Abfüllung bis hin zur sachgerechten Lagerung beim Händler und Verbraucher.
Vom Olivenbaum zum Öl
In den Monaten November bis Januar ist in den Mittelmeerländern Oliven-Erntezeit. Der Olivenzweig gilt als Zeichen des Friedens. Der Ölbaum symbolisiert die gemeinsame Kultur des Mittelmeerraums und geht über religiöse und politische Unterschiede hinaus. Er kann bis zu 1.000 Jahre alt werden. Je nach Olivensorte und Region unterscheiden sich die Olivenöle nativ extra geschmacklich in der Art der Fruchtigkeit, in der leichten Bitternote sowie in der Schärfe, die man besonders gut im Nachhall – ein Kratzen im Hals – feststellen kann. Ob man italienisches, spanisches, griechisches, französisches oder tunesisches Olivenöl nativ extra bevorzugt, ist Geschmackssache und bleibt jedem selbst überlassen.
Bio-Olivenbäuerinnen und -bauern investieren nicht in Stickstoffdünger oder Insektizide, sondern sorgen für eine lebendige Vielfalt an Pflanzen und Tieren im Olivenhain. Ökologischer Olivenanbau bedeutet gleichzeitig Pflege und Erhalt einer Jahrtausende alten Kulturlandschaft. Ein geringerer Ertrag bei der Ernte wird dabei in Kauf genommen. Dafür sind Bäume und Oliven widerstandsfähiger. Gegen den Schädling Olivenfliege wird nicht gespritzt, sondern die Verwirrmethode mit Sexuallockstoffen eingesetzt: Es hindert die Männchen daran, die Weibchen zu finden und sich zu vermehren.
Die Höchste Güteklasse bei Olivenöl ist "nativ extra". Als „nativ extra“ (Synonyme: „extra virgen“ oder „extra vergine“) darf nur ein Olivenöl bezeichnet werden, das ausschließlich mit mechanischen Verfahren, kalt, bei höchstens 27 Grad Celsius und ohne Einsatz von Chemikalien aus frischen Oliven gewonnen wird. Es muss absolut fehlerfrei sein: Dazu gehören analytische Kriterien, wie zum Beispiel, dass es weniger als 0,8 Prozent freie Fettsäuren aufweisen darf und geschmacklich einwandfrei sein muss.
Hochwertiges und frisches Olivenöl nativ extra riecht intensiv nach frisch gemähtem Gras oder Kräutern. Am besten probieren Sie möglichst viele Olivenöle aus (pur oder auf getoastetem Weißbrot), um herauszufinden, welches zu Ihren Geschmacksknospen passt. Doch auch qualitativ hervorragendes Olivenöl kann ranzig werden: Setzen Sie es keinem Sonnenlicht aus, lagern Sie es kühl, trocken & dunkel. Sie können das Öl auch im Kühlschrank aufbewahren. Wenn es trübe wird und ausflockt, ist das ein Zeichen von guter Qualität.
Tipp: Vor der Verwendung einen Moment bei Raumtemperatur stehen lassen.
Achten Sie beim Kauf auf die genaue Deklaration: Steht nur „Olivenöl“ auf dem Etikett, dann handelt es sich um ein raffiniertes, also aufbereitetes Öl. Wird das Öl mit „nativ“ deklariert, dann genügte es den sensorischen Qualitätskriterien für „nativ extra“ nicht. Unabhängig von der Mindesthaltbarkeitsangabe – verbrauchen Sie das Olivenöl nativ extra möglichst schnell. Generell gilt: Je frischer und jünger das Öl, umso fruchtig-aromatischer schmeckt es.
Tipp Olivenöl in Küche und Kosmetik
Beim Backen
Olivenöl nativ extra eignet sich sehr gut zum Würzen, für Soßen, zum Backen und Braten.
Probieren Sie es aus, und ersetzen Sie beim Backen die Butter durch Olivenöl:
Butter enthält Wasser, Olivenöl nicht, deshalb reduzieren Sie die Fett-Menge Ihres Rezeptes um 15 Prozent, wenn Sie Olivenöl anstatt Butter verwenden.
Als Kosmetikprodukt
Olivenöl nativ extra schmeckt nicht nur ausgezeichnet, sondern eignet sich auch:
für eine Haarkur bei strapaziertem, trockenem Haar
als Ersatz für eine Körperlotion nach dem Duschen.

Schon gewusst? Olivenöl ist gar kein "Öl"
Streng genommen ist Olivenöl ein Fruchtsaft! Die meisten Öle werden aus Pflanzensamen hergestellt. Olivenöl hingegen wird aus einer Frucht, der Olive, extrahiert.