Was wäre mein letztes Geschenk an die Welt?

Gutes tun per Testament – die Initiative "Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum" informiert darüber, wie Sie mit Ihrem Nachlass gemeinnützige Organisationen unterstützen können.

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Gesundheitsprojekte in Afrika fördern, Flüchtlingskindern Nachhilfe geben, die alte Streuobstwiese am Stadtrand pflegen oder vernachlässigten Tieren ein Zuhause schenken: Viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich für die unterschiedlichsten Themen. Sie wollen die Welt nach ihren eigenen Werten mitgestalten und sie dabei ein bisschen besser machen. Und sie möchten, dass ihre Anliegen auch über den Tod hinaus Bestand haben. Denn die Frage "Was bleibt von mir, wenn ich nicht mehr bin?" betrifft uns alle früher oder später und beschäftigt Menschen seit jeher. Was habe ich aus meinem Leben gemacht, welche Spuren will ich hinterlassen? Indem engagierte Menschen in ihrem Testament neben Angehörigen auch eine gemeinnützige Organisation oder Stiftung berücksichtigen, sorgen sie dafür, dass etwas bleibt.

Mein letztes Geschenk

Die repräsentative Umfrage "Gemeinnütziges Vererben in Deutschland" der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zeigt: Immer mehr Menschen möchten mit ihrem Erbe nicht nur diejenigen versorgen, die ihnen nahestehen. Bereits jeder Zehnte der über 60-Jährigen kann sich vorstellen, einen Teil seines Nachlasses auch einem guten Zweck zukommen zu lassen. Bei den Kinderlosen sogar jeder Dritte. Auch gut die Hälfte der Angehörigen unterstützt das Engagement der potenziellen Erblasser für die gute Sache. Die Beweggründe für ein gemeinnütziges Testament sind vielfältig, aber eines haben sie alle gemeinsam: Verantwortungsvoll zu leben und die Welt nach den eigenen Werten mitzugestalten, ist für diese Menschen mehr als eine Herzenssache. Es ist ein Grundsatz für das Denken und Handeln zu Lebzeiten, der auch über den Tod hinaus Bestand hat. Viele der Menschen, die über ein Testament für den guten Zweck nachdenken, wünschen sich jedoch mehr Rat, Information und Orientierung.

Deswegen haben mehrere gemeinnützige Organisationen im Herbst 2013 die Initiative "Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum" gegründet. Gemeinsames Ziel der inzwischen fast 20 Mitgliedsorganisationen ist es, das Erbe für den guten Zweck, also die Möglichkeit, in seinem Testament auch eine gemeinnützige Organisation oder Stiftung zu unterstützen, stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Zu den Aufgaben der Initiative gehört es, Interessierte zu informieren und bei der Gestaltung eines rechtsgültigen Testaments zu unterstützen.

Was soll bleiben?

Die Frage nach dem, was einmal bleiben soll, ist aktueller denn je: "Noch nie zuvor wurde in unserem Land so viel Vermögen vererbt", so Susanne Anger, Sprecherin der Initiative. "Das Deutsche Institut für Altersvorsorge hat ausgerechnet, dass bis 2024 rund 3,1 Billionen Euro in Deutschland weitergegeben werden." Gleichzeitig steigt die Zahl der Kinderlosen und Alleinstehenden.

Um einen Teil des Erbes einer gemeinnützigen Organisation oder Stiftung zu hinterlassen, braucht es kein großes Vermögen oder glamouröses Leben. Das zeigen die vielen Beispiele von ganz "normalen" Menschen, die mit ihrem Letzten Willen auch einen guten Zweck bedacht haben. Bei der Wahlmünchnerin Heike von Lützau-Hohlbein zum Beispiel waren es familiäre Gründe, aus denen sie sich für ein Testament für den guten Zweck entschieden hat. Mutter, Tante und Schwiegermutter erkrankten an Demenz. Anlass für von Lützau-Hohlbein, sich aktiv für die Deutsche Alzheimer Gesellschaft zu engagieren. "Ich wollte einen Anfang machen und andere Unterstützer motivieren", sagt sie.

Ethische Pflicht

Über das eigene Leben hinaus Gutes tun und Zukunft gestalten – das ist auch Ulf Merbold wichtig. Merbold, der als früherer Astronaut die außerordentliche Möglichkeit hatte, unsere Erde im Ganzen sehen zu dürfen, sieht uns dabei alle in der Pflicht: "Es kann nicht angehen, dass wir uns komfortabel einrichten und den Noch-nicht-Geborenen unsere Altlasten hinterlassen. Wir alle, die wir hier und jetzt leben, müssen die ethische Pflicht akzeptieren, diesen Planeten für unsere Nachkommen in einem intakten Zustand zu erhalten." Merbold ist einer von elf bekannten Persönlichkeiten, die die Fotografin Bettina Flitner für die Initiative "Mein Erbe tut Gutes" zur Frage "Was bleibt?" porträtiert hat. Entstanden sind großformatige Fotoarbeiten, ergänzt mit persönlichen Zitaten der Porträtierten. Das Buch "Das Prinzip Apfelbaum. 11 Persönlichkeiten zur Frage ‚Was bleibt?‘", erschienen im Vergangenheitsverlag, ist im Buchhandel erhältlich.

Für alle individuellen und fachlichen Fragen rund ums gemeinnützige Vererben vermittelt die Initiative "Mein Erbe tut Gutes" kompetente Ansprechpartner. Persönliche Ansprechpartner stehen montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr unter 030 29772436 zur Verfügung.

››› Gastbeitrag Nina Kollas, Initiative "Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum"