01.08.2017

Klimagourmet – Initiative fördert nachhaltigen Genuss

Die Frankfurter Initiative Klimagourmet fördert nachhaltigen Genuss und Klimaschutz und stärkt regionale Akteure.

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Eine neue Jeans, ein Handy mit noch mehr Funktionen oder eine Tiefkühlpizza – alles, was wir täglich konsumieren, benötigt Energie bei der Herstellung und verursacht CO2-Emissionen beim Transport. Wie viel genau, das ist bei den meisten Produkten jedoch nicht ersichtlich. Wussten Sie beispielsweise, dass bei der Herstellung nur eines T-Shirts bis zu 0,7 Kilogramm CO2 entstehen? Allein durch unseren Konsum verursachen wir mehr als vier Tonnen CO2 pro Person und Jahr, klimaverträglich wären maximal zwei Tonnen – inklusive Heizung, Strom und Mobilität.

Wenn es um CO2 geht, denken wir meistens ans Auto. Aber haben Sie sich schon einmal gefragt, wie viel CO2 Sie auf dem Teller haben, wenn Sie ein Steak essen? Oder ob regionales Gemüse immer klimafreundlicher ist als importiertes? Denn unsere Ernährung, insbesondere der Fleischkonsum, versursacht einen Großteil der CO2-Emissionen. Sie macht circa 14 Prozent des CO2-Abdrucks eines Deutschen aus und damit fast so viel wie die Mobilität. Rund 1,5 Tonnen pro Person gehen durch die Ernährung auf das jährliche Klimakonto Deutschlands. Ein Wert, den es zu reduzieren gilt, wenn wir klimaverträglicher leben und den Planeten Erde weniger belasten wollen. Dass das einfacher und genussvoller geht als vermutet, zeigt die Initiative Klimagourmet. Sie begann als regionaler Veggie-Day in Frankfurt und wurde vom Netzwerk Nachhaltigkeit lernen und dem Frankfurter Energiereferat ins Leben gerufen, kuratiert vom Think & Do Tank Ubermut.

Klimaschutz mit Genuss

Klimagourmet verbindet nachhaltigen Genuss und Klimaschutz und unterstützt regionale Initiativen und Macher. Dabei geht es der Initiative aber nicht um Verbote und Einschränkungen, sondern darum, sinn- und genussvolle Alternativen aufzuzeigen. Denn auch aus nicht ganz runden Äpfeln oder unförmigen Kartoffeln vom Bauern aus der Region, die sich im Supermarkt nicht gut verkaufen, lässt sich ein tolles Essen zaubern. Mit vielen Aktionen und Veranstaltungen rund um Ernährung, Kochen und Genuss sowie mit einer Wanderausstellung informiert Klimagourmet über die Problematik der endlichen Ressourcen unserer Erde und stellt gleichzeitig Ideen für einen nachhaltigeren Umgang mit ebendiesen vor. Wer möchte, kann sich auf der diesjährigen Klimagourmet-Woche vom 21. September bis 1. Oktober 2017 in Frankfurt inspirieren lassen. Im bunten Programmangebot von veganen Back- und Kochkursen über Vorträge und Filmvorstellungen bis hin zu Koch-Events mit geretteten Lebensmitteln findet jeder Umwelt- und Genussinteressierte bestimmt eine passende Veranstaltung.

Ausgewählte Klimagourmet-Tipps

Frisch auf den Teller: Für alle Lebensmittel gilt grundsätzlich: Je weniger verarbeitet ein Produkt ist, desto weni­ger Energie muss für die Herstellung aufgewendet werden. Deshalb sind Kartoffeln beispielsweise klimafreundlicher als Pommes Frites, Fleisch besser als Salami und Erdbeeren weniger klimaschädlich als Erdbeerkonfitüre.

Saisonal ist erste Wahl: Bei Obst und Gemüse sind saisonale Produkte immer vorzuziehen. Der Energieaufwand für Produkte, die außerhalb der Saison angebaut werden, ist bis zu hundertmal höher. Diese Lebensmittel werden entweder lange gelagert, über weite Strecken transportiert oder unter großem Energieaufwand angebaut. Saisonale Produkte sind nicht nur klimafreundlicher, sondern schmecken auch noch besser als monatelang im Kühlhaus gelagertes Obst oder im geheizten Treibhaus gezüchtetes Gemüse.

Bio ist besser: Im Bio-Landbau werden weniger CO2, Methan und Lachgas als in der konventionellen Landwirtschaft produziert. Der humusfördernde Ackerbau der ökologischen Landwirtschaft bindet mehr Treibhausgase als die konventionelle Anbauweise. Auch durch den Verzicht auf Kunstdünger wird Energie eingespart. Eine vollständige Umstellung auf klimaoptimierte ökologische Wirtschaftsweise würde die Treibhausemissionen in der Landwirtschaft um 15 bis 20 Prozent senken.

Reste verwerten: Elf Millionen Tonnen Lebensmittelmüll fallen in Deutschland Jahr für Jahr an. In jedem Lebensmittel steckt ein großer Energieaufwand, der für die Produktion, den Transport, die Lagerung und die Vermarktung der Produkte aufgewendet wird. Die Auswirkungen sind weitreichend: auf den Geldbeutel, auf Klima und Umwelt und die weltweiten Ressourcen.

Die Welt im Blick: Fairtrade-Kriterien fördern eine nachhaltige Anbauweise und die Schonung der Ressourcen; dazu gehören der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, ein sparsames Wassermanagement und ein verringerter Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden. Fairer Handel trägt aber nicht nur zum Klimaschutz bei. Er erleichtert auch eine Anpassung der Menschen vor Ort an die klimatischen Veränderungen.

Termine Wanderausstellung

Schon gewusst?

Wer zweimal in der Woche auf Fleisch verzichtet, spart schon hundert Kilogramm CO2 pro Jahr. Die ein­gesparte CO2-Menge entspricht etwa dem CO2-Ausstoß einer Autofahrt von Frankfurt nach Prag.