Stellungnahme zu Alnatura in Bremen

In einigen Regionalmedien wurde darüber berichtet, dass Alnatura eine Betriebsratswahl in unserer Bremer Filiale blockiert habe. Dies entspricht nicht den Tatsachen. In der Berichterstattung wurde die Situation in der Bremer Filiale leider nicht im nötigen Maße von allen Seiten beleuchtet und daher missverständlich dargestellt. Wichtig ist: Alnatura hat zu keinem Zeitpunkt eine Betriebsratswahl behindert.

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Zum Hintergrund: Im Oktober 2015 hatte sich in einer Wahlversammlung die Mehrheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Filiale gegen einen Betriebsrat ausgesprochen, unter anderem weil sie diesen für die Vertretung ihrer Interessen innerhalb des Unternehmens nicht für nötig hielten.

In einem Verfahren, das von einer Verdi-Vertreterin durchgeführt wurde, war die Wahl zum Wahlvorstand für eine Betriebsratswahl gescheitert, weil eine Mehrheitsentscheidung nicht zustande kam. Einige Kolleginnen und Kollegen waren mit dem Ausgang der Wahl nicht einverstanden und wollen seitdem in einem gerichtlichen Verfahren die Einsetzung eines Wahlvorstands erwirken.

Wir möchten klarstellen, dass Alnatura das Betriebsverfassungsgesetz selbstverständlich achtet. Allerdings ist auch laut Betriebsverfassungsgesetz eine demokratische Mehrheitsentscheidung zur Gründung eines Betriebsrats erforderlich, insbesondere bei der ordnungsgemäßen Wahl des Wahlvorstands durch die berechtigten Mitarbeiter der Filiale. Wir möchten die Interessen der Mehrheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vertreten wissen und haben deshalb gegen die Entscheidung des Arbeitsgerichts Bremen, ohne nochmalige Wahlversammlung einen Wahlvorstand einzurichten, Beschwerde eingelegt.

Die Situation vor Ort ist für unsere Filialkollegen sehr belastend. Ausdruck hierfür ist ein Offener Brief von zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die zum Teil schon seit vielen Jahren und in Vollzeit in der betreffenden Filiale für Alnatura tätig sind. Die zehn Unterzeichner bringen in diesem Brief ihre große Verbundenheit mit Alnatura zum Ausdruck:

"Wir finden es (die mediale Darstellung) uns gegenüber einfach ungerecht, da wir mit unserer Tätigkeit und mit unserem Arbeitgeber zufrieden sind. Denn wir arbeiten gern bei Alnatura, in unserer Filiale. Wir haben uns unsere berufliche Tätigkeit selbst ausgesucht und einen Arbeitsort gewählt, an dem wir uns verwirklichen können. Das haben wir bei unserem Arbeitgeber gefunden und wir wissen Alnatura durchaus zu schätzen. Seitdem dieses Thema (Betriebsrat) in unserer Filiale existiert, fühlen wir uns unter Druck gesetzt – nicht von Alnatura, sondern von unseren Kollegen, besonders von den Auftritten in der Öffentlichkeit. Die Art und Weise, wie hier 3 Mitarbeiter für sich entschieden haben, einen Betriebsrat zu gründen, ist für uns im Team nicht förderlich gewesen und hat Vertrauen gebrochen, das untereinander bestanden hat."

Mitbestimmung im Sinne einer aktiven und konstruktiven Mitgestaltung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist bei Alnatura nicht nur gelebte Unternehmenspraxis, sondern gehört auch zum Kern der Unternehmenskultur. Selbstverantwortliches Handeln und das Einbringen individueller Sichtweisen ist daher aus unserer Sicht unabdingbar, um gemeinsam die Arbeitsgemeinschaft Alnatura zu gestalten.