01.03.2018

Warenkunde: Ökologische Putzmittel

Ökologische Putzmittel bestehen überwiegend aus pflanzlichen und mineralischen Rohstoffen – sie schonen Haut und Umwelt. Erfahren Sie mehr über ihre Inhaltsstoffe und die richtige Verwendung von Kalkreiniger, Scheuermilch und Co.

Warenkunde: Ökologische Reinigungsmittel

Ökologische Reinigungsmittel bestehen überwiegend aus pflanzlichen und mineralischen Rohstoffen. Auf Chemikalien wie Schaumverstärker oder Farbstoffe wird verzichtet. Daher sind auf natürlichen Substanzen basierende Reinigungsmittel besonders schonend für die Haut und die Umwelt.

Glas- und Flächenreiniger, dazu gehören auch Haushaltsreiniger, sind im modernen Haushalt mit Abstand die wichtigsten Putzmittel, da sie für fast alle Flächen und fast jede Art von Schmutz eingesetzt werden können. In Sprühflaschen angeboten, werden sie direkt auf die zu behandelnde Fläche aufgesprüht und mit einem Tuch abgewischt. Reiniger-Konzentrate werden mit Wasser verdünnt und für das Putzen von Böden oder gefliesten Flächen verwendet.

Warum ökologische Reinigungsmittel?

Ökologische Reiniger verwenden rein pflanzliche oder pflanzlich-mineralische Tenside, die nachwachsen und sich leichter abbauen. Auf synthetische Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe, antibakterielle Zusätze, Gen- und Nanotechnik mit umweltschädigendem und allergenem Potenzial wird verzichtet. Für Allergiker bieten sich duftstofffreie Produkte an.

Was zeichnet ökologische Reinigungsmittel aus?

Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) hat mit seiner Sortimentsrichtlinie Standards für ökologische Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel festgelegt. Folgende Kriterien müssen dabei erfüllt sein:

Biologische Abbaubarkeit
Schwer abbaubare Inhaltsstoffe wie synthetische Tenside dürfen nicht eingesetzt werden, sondern nur Bio-Tenside. Tenside sorgen dafür, dass Fett und Schmutz sich in Wasser lösen und dort verbleiben. Die Grenze, was als schwer abbaubar gilt, geht in der Sortimentsrichtlinie des BNN über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus.

Verzicht auf Gentechnik
Kein Inhaltsstoff darf aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt worden sein. Das betrifft vor allem Enzyme, also Eiweißmoleküle, die andere Moleküle zerlegen können und zur Fleckentfernung eingesetzt werden. Hersteller müssen die gesamte Prozesskette dokumentieren und so gewährleisten, dass für die Gewinnung von Mikroorganismen keine Gentechnik zum Einsatz kam. Produkte, die Enzyme enthalten, haben eine eindeutige Deklarationspflicht.

Keine Kunststoff-Mikropartikel
Inhaltsstoffe, die Mikro-Plastikpartikel oder Partikel nanoskaliger Größe enthalten, werden nicht eingesetzt, da sie ins Meer gelangen und dort das Ökosystem massiv gefährden.

Keine hochschädlichen Stoffe,
die Umwelt und Mensch schaden, zum Beispiel:

  • organische Chlorchemie und chlorhaltige Bleichmittel. Der aggressive Wirkstoff Natriumhypochlorit reizt Haut und Schleimhäute, kann Augen und Atemwege schädigen und Ekzeme auslösen. Chlorchemikalien sind biologisch nur sehr schwer abbaubar.
  • phosphathaltige Verbindungen. Gelangt Phosphat in Gewässer, wirkt es als Pflanzennährstoff und führt zu einem enormen Wachstum von Algen und Wasserpflanzen. Beim Absterben wird dem Wasser Sauerstoff entzogen, sodass Fische und andere Wassertiere ersticken. Konventionelle Spülmaschinentabs enthalten im Gegensatz zu Waschmitteln bis heute Phosphate.
  • schädliche Schwermetallverbindungen. Schwermetalle wie Chrom, Eisen, Kupfer, Mangan, Zink, Blei, Quecksilber, Cadmium, Nickel und Zinn können das Nervensystem schädigen und unfruchtbar machen. Sie sind außerdem nicht abbaubar.
  • Phthalate. Sie werden als Weichmacher in Kunststoffen eingesetzt, einige dieser Verbindungen sind fortpflanzungsschädigend.
  • Komplexbildner EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure). EDTA ist ein Enthärter, der nur schlecht abbaubar ist und zudem giftige Schwermetalle aus Klärschlamm löst.

Eigenschaften verschiedener Reinigungsmittel

Kalkentferner enthalten natürliche Essig- oder Zitronensäure. Diese lösen Kalkablagerungen auf. Die Reiniger werden vorwiegend in Bad und Küche eingesetzt. Einfach aufsprühen oder mit einem Lappen verreiben und mit klarem Wasser abspülen.

Geschirrspülmittel für den Abwasch per Hand: Hauptwirkstoff bei den Hand-Geschirrspülmitteln sind Tenside, die vorrangig Fett- und Eiweißverschmutzungen beseitigen. Ökologische Geschirrspülmittel kommen mit einem geringeren Anteil an Tensiden aus als konventionelle. Ökologische Geschirrspülmittel enthalten außerdem keine Schaumverstärker, da Schaum nur etwas für das Auge ist – er hat keinerlei Reinigungsfunktion. Das Gleiche gilt für Farbstoffe.

Geschirrspülmittel für den Abwasch in der Maschine: Auch Spülmittel für den Geschirrspüler enthalten Tenside. Aufgrund der deutlich geringeren mechanischen Schmutzbeseitigung werden in konventionellen Mitteln allerdings über 30 Prozent Phosphate eingesetzt. In ökologischen Reinigungsmitteln sind Phosphate tabu.

Geschirrspül-Tabs
sind einfacher zu handhaben, Pulver ist genauer zu dosieren. Ein optimales Spülergebnis ist stark von der Wasserhärte-Einstellung der Geschirrspülmaschine abhängig – studieren Sie die Gebrauchsanweisung Ihres Gerätes! Geschirrspülsalz dient der Regeneration des Wasserenthärters – dieser wandelt hartes Wasser in weiches Wasser um und verhindert Kalkablagerungen auf Geschirr und Besteck. Trotzdem benötigen Sie eventuell einen Klarspüler, da im Leitungswasser weitere Mineralsalze vorhanden sind, die Rückstände auf dem Spülgut bilden können.

Scheuermilch verstärkt die mechanische Wirkung von Schwämmen und Putztüchern, ohne die Oberfläche zu zerkratzen. Man verwendet sie pur auf einem feuchten Lappen und wischt mit klarem Wasser nach. Scheuermilch hat auch eine hervorragende geruchsbindende Wirkung, die vorteilhaft für Bratpfannen und Töpfe genutzt werden kann.[Kein Text im Feld]

Tipp für Putzmuffel

Sie verspüren eine heftige ­Abneigung gegen Putzen?
Dann überlisten Sie sich doch mit folgendem Trick:

Sehen Sie den Frühjahrsputz einfach als effektives Ausdauertraining. Ein 70 Kilogramm schwerer Erwachsener verbraucht bei zwei Stunden Staubsaugen, Fensterputzen, Bodenwischen und Badputzen knapp 600 Kalorien. So viel, wie in einer Stunde Radfahren, Joggen oder Schwimmen verbrannt werden. Streck- und Dehnübungen zwischen Fensterputzen und Bodensaugen verstärken den Fitnesseffekt. Drehen Sie als zusätzliche Motivation Ihre Lieblingsmusik laut auf – und los geht’s!