Die Ziele des ökologischen Landbaus
Nach der EU-Bio-Verordnung werden mit der biologischen Produktion die folgenden Ziele verfolgt:
Erhalt der Bodenfruchtbarkeit
Beitrag zur Erfüllung der artspezifischen verhaltensbedingten Bedürfnisse von Tieren
Verbesserung des Zustands der natürlichen Lebensgrundlagen Boden, Wasser und Luft
Beitrag zum Schutz der Umwelt
FAQ Häufig gestellte Fragen zum Thema Bio
Bio-Höfe verfolgen das Ziel, natürliche Kreisläufe in der Landwirtschaft möglichst weitgehend zu erhalten und Ressourcen schonend zu nutzen. Viele setzen deshalb auf einen sogenannten geschlossenen Betriebskreislauf: Tiere werden überwiegend mit Futter vom eigenen Hof oder von regionalen Partnern versorgt, ihr Mist dient wiederum als organischer Dünger für die Felder.
Neben Mist sorgen weitere organische Dünger wie Kompost und Gründüngung im Bio-Landbau für einen fruchtbaren Boden. Er ist die Voraussetzung für das gesunde Wachstum von Pflanzen. Mineralische Stickstoffdünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sind gemäß EU-Öko-Verordnung verboten. Stattdessen werden Leguminosen, zum Beispiel Klee und Lupine, angebaut, die Stickstoff aus der Luft im Boden binden und so den für das Wachstum von Pflanzen benötigten Nährstoff bereitstellen. Diese natürlichen Dünger ernähren den Boden und bauen fruchtbaren Humus auf (Wissenschaftlicher Beirat über Düngungsfragen, 2016). Humus ist die lockere, nährstoffreiche Oberschicht des Bodens.
Durch den hohen Humusgehalt sind Bio-Böden krümeliger. In den Zwischenräumen können sie Wasser besonders gut speichern – um 137 Prozent besser als konventionell bewirtschaftete Böden (Thünen Report 65, 2019). Das hat gleich zwei Vorteile: Bei Starkregen versickert das Wasser besser, was Erosion und Hochwasser vorbeugt; in Trockenperioden können die Pflanzen länger von dem gespeicherten Wasser zehren und sind weniger anfällig für Trockenstress (UfU, 2025). Umliegende Gewässer werden nicht durch künstliche Dünger und chemisch-synthetische Pestizide belastet, was positive Auswirkungen auf die Biodiversität hat. Der Stickstoffaustrag aus dem Boden und damit ein potenzieller Eintrag von Nitrat in Grund- und Oberflächenwasser ist im Mittel um 28 Prozent geringer als im Vergleich zur konventionellen Bewirtschaftung (Thünen Report 65, 2019). Das reduziert die Gefahr einer Überdüngung der Gewässer, in deren Folge ein übermäßiges Algenwachstum und das Absterben von Pflanzen und Tieren eintreten können.
Da im Bio-Landbau chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verboten sind und häufig Blühstreifen, Hecken sowie breitere Ackersäume am Feld stehen gelassen werden, ist die Artenvielfalt beziehungsweise -häufigkeit auf biologisch bewirtschafteten Flächen nachweislich höher: 23 Prozent mehr blütenbesuchende Insektenarten, 35 Prozent mehr Feldvogelarten, 78 Prozent mehr Regenwürmer und 95 Prozent mehr Arten der Ackerflora sind hier zu finden. Bio-Äcker beherbergen im Feldinneren im Schnitt fast doppelt so viele Wildkrautarten wie konventionelle Flächen (Thünen Report 65, 2019).
Die EU-Bio-Verordnung macht Vorgaben zur Tierhaltung. Diese Regelungen umfassen den Platz, der den Kühen, Schweinen und Co. zur Verfügung steht sowie ihr Futter, das aus ökologischem Anbau stammen muss. Gentechnisch verändertes Futter ist nicht erlaubt. Alnatura hat darüber hinaus eigene Maßnahmen und Initiativen ins Leben gerufen. So bestätigt jeder Bio-Hof, der Alnatura Weidemilch liefert, dass die Kühe von Frühjahr bis Herbst an mindestens 120 Tagen im Jahr für je mindestens sechs Stunden Zugang zu Weideland haben.
Bio-Produkte dürfen nur dann als „Bio“ verkauft werden, wenn die dahingehenden gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Staatlich anerkannte Kontrollstellen überprüfen Bio-Betriebe und Unternehmen regelmäßig. Erst dann dürfen das EU-Bio-Siegel und die jeweilige Kontrollstellennummer auf Produkten verwendet werden. Diese Vorgaben gelten natürlich auch für Rohwaren, die außerhalb der EU angebaut werden.
Bio-Landbau kurz gefasst

Organischer Dünger
Leguminosen in Fruchtfolgen, Kompost oder Mist liefern organischen Dünger (BMEL, 2016)

Artenvielfalt
Beitrag zum Erhalt von Artenvielfalt in Flora und Fauna (Thünen Report 65, 2019)

Gewässerschutz
(Thünen Report 65, 2019)

Verzicht
auf mineralische Stickstoffdünger sowie chemisch-synthetische Pestizide

Richtlinien
zur Tierhaltung
Quellen:
Johann Heinrich von Thünen-Institut, Thünen Report 65, Sanders, J., Heß, J., Leistungen des ökologischen Landbaus für Umwelt und Gesellschaft, 2019
Unabhängiges Institut für Umweltfragen e. V. (UfU), Reck, A., Praktischer Bodenschutz am Beispiel vorbeugender Hochwasserschutz, 2025
Wissenschaftlicher Beirat über Düngungsfragen, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Anwendung von organischen Düngern und organischen Reststoffen in der Landwirtschaft, Berichte über Landwirtschaft, Band 94, Ausgabe 1, 2016