Kein Kükentöten fürs Osterei

Kein Kükentöten fürs Osterei | Vier Jahre Alnatura Bruderküken-Initiative

Darmstadt, 1. April 2020. Das Ei als Symbol für neues Leben und das Osterfest gehören zusammen – vielleicht gerade in Zeiten eines veränderten Alltags. Verändert hat sich auch die Situation vieler männlicher Legehennenküken: Bereits seit 2016 bietet Alnatura Eier von Legehennen an, deren männliche Küken - die so genannten Bruderküken - als Masthähnchen aufgezogen werden. Mit der Bruderküken-Initiative war Alnatura das erste Unternehmen, das deutschlandweit für alle Bio-Eier unter der Marke Alnatura das Kükentöten abgeschafft hat.

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 45 Millionen männliche Küken getötet, weil die männlichen Nachkommen der ausschließlich aufs Eierlegen gezüchteten Hühnerrassen weder Eier legen können, noch genügend Fleisch ansetzen und damit keine wirtschaftliche Bedeutung haben. Das gilt auch für Bio-Hühner. „Dies war für uns ethisch nicht länger hinnehmbar, deshalb haben wir 2016 die Bruderküken-Initiative entwickelt“, berichtet Reinhard Koth, Abteilungsverantwortlicher Produktentwicklung bei Alnatura. „Gemeinsam mit unseren Bio-Höfen haben wir ein eigenes Aufzucht- und Vermarktungskonzept für die als ökonomisch unbrauchbar geltenden Küken aufgebaut. Wichtiger Bestandteil dieses Konzepts ist die enge Zusammenarbeit von Eierhöfen, Brütereien und Aufzuchtbetrieben.“

Die Mehrkosten, die den Eierhöfen durch zusätzlichen Platz, Futter sowie Betreuungs- und Organisationsaufwand entstehen, gleicht Alnatura über einen höheren Einkaufs- und entsprechend höheren Verkaufspreis aus. Mindestens vier Cent mehr pro Ei bedeuten für die Bäuerinnen und Bauern eine verlässliche wirtschaftliche Grundlage und für die Alnatura Kundinnen und Kunden die Gewissheit, dass die männlichen Küken nicht geschreddert werden und ihr Fleisch sinnvoll verwertet wird.
Die Küken der Legehennen wachsen zu Bio-Hähnen heran. Sobald sie nach ca. 12 Wochen das vorgesehene Gewicht erreicht haben, werden sie geschlachtet. Ihr Fleisch wird zu Suppenfleisch, Aufschnitt, Dosenwurst oder Tiefkühlfleisch verarbeitet. Alnatura selbst bietet aktuell folgende Produkte aus Bruderhahnfleisch an: das Babygläschen Alnatura Hühnchenfleischzubereitung, den Alnatura Hühner-Nudel-Topf sowie die Alnatura Geflügel-Bratwurst. Weitere Produkte sind geplant.
Wichtig ist Alnatura, dass auch für verarbeitete Produkte Bio-Eier aus der Bruderküken-Initiative eingesetzt werden. So werden in den Alnatura Dinkel-Eierwaffeln ausschließlich Eier aus Bruderküken-Aufzucht eingesetzt.

Nach vier Jahren Bruderküken-Initiative fasst Reinhard Koth die Erfahrungen zusammen: „Zu Beginn war es offen, ob das Konzept aufgehen würde. Doch die überaus positive Resonanz unserer Kundinnen und Kunden und entsprechender Nachfrage, der partizipative Ansatz mit unseren landwirtschaftlichen Partnern sowie die Möglichkeit zur sinnvollen Verarbeitung des Masthähnchenfleisches bestätigen unsere damalige Entscheidung. Auch in Zukunft setzen wir deshalb auf unser Bruderküken-Konzept.“

Hintergrund: Alternativen zum Kükentöten
Aufzucht männlicher Küken: Alle Eier der Legehennen werden ausgebrütet. Die männlichen Küken werden zu Masthähnen aufgezogen. Deren Fleisch wird zu weiteren Produkten verarbeitet.
Geschlechterbestimmung im Ei: Bei der so genannten In-Ovo-Selektion werden die befruchteten und bebrüteten Eier mittels Licht (spektroskopisches Verfahren) oder durch Harnentnahme im Ei (endokrinologisches Verfahren) untersucht und daraus das Geschlecht des Embryos bestimmt. Die Eier mit weiblichen Embryonen werden weiter bebrütet, die selektierten Eier männlichen Geschlechts gelangen zur Tierfutterproduktion. Zweinutzungshühner: Als Zweinutzungshühner bezeichnet man Hühnerrassen, die aus wirtschaftlichen Erwägungen sowohl genügend Eier als auch genügend Fleisch liefern. Dieses Prinzip kennzeichnete frühere Hausrassen. Aktuell gibt es Versuche Zweinutzungsrassen zu züchten, die den Mengenanforderungen der heutigen Zeit einigermaßen entsprechen. Allerdings dauert die Züchtung neuer Rassen viele Jahre und ist sehr kostenintensiv. Vor diesem Hintergrund gibt es bislang nur regionale Initiativen mit vorhandenen Zweinutzungshühnern, zum Beispiel auf Gut Wardow mit Les-Bleus-Hühnern. Von dort stammen auch die Eier der Marke Alnatura Origin.

 
Alnatura in Zahlen
Das Unternehmen wurde vor über 35 Jahren von Götz Rehn erdacht und konzipiert. Aktuell gibt es 135 Alnatura Super Natur Märkte in 62 Städten in 13 Bundesländern. Unter der Marke Alnatura werden über 1.350 verschiedene Bio-Lebensmittel produziert. Vertrieben werden diese in den eigenen Alnatura Bio-Märkten und europaweit in rund 12.700 Filialen verschiedener Handelspartner. Alnatura beschäftigt rund 3.250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 210 Lernende. Im Geschäftsjahr 2018/2019 erwirtschaftete Alnatura einen Netto-Umsatz von 901 Millionen Euro und damit ein Umsatzplus von 9,5 Prozent zum vorangegangenen Geschäftsjahr.

 

Pressekontakt:
Stefanie Neumann 
Telefon: 06151 – 356 6687 
Mail: presse@alnatura.de 
www.alnatura.de

 

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