Probieren und studieren

Food Management ist ein dualer Studiengang, den die DHBW (Duale Hochschule Baden-Württemberg) in Heilbronn anbietet. Doch worum geht es dabei? Maja Plit, eine ehemalige Studentin, und Valentina Rudert, die mitten im Studium steckt, erzählen uns von ihren Erfahrungen.

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Wie kam es zu Ihrer Entscheidung für ein Food-Management-Studium?
Maja Plit: Alnatura hat mich zu diesem Studium gebracht. Alnatura hatte noch Ausbildungsstudienplätze zu vergeben und ich hatte mich kurz vor dem Abitur auf den Studiengang BWL Handel beworben. Im Gespräch hat man mich schließlich gefragt, ob ich mir auch Food Management vorstellen könnte. Ich konnte. Seit Herbst 2014 – nach meinem Bachelor-Abschluss – arbeite ich als "Koordinatorin Schweiz" bei Alnatura.
Valentina Rudert: Ich habe auch eine Stellenanzeige gesehen und mich daraufhin mit dem Studiengang auseinander gesetzt. Ich fand das sehr spannend und habe mich nach dem Abitur bei Alnatura beworben. Nun studiere ich im vierten Semester Food Management.

Wie läuft die Bewerbungsphase ab?
Maja Plit: Zuerst sucht man sich ein Unternehmen. Auf der Website heilbronn.dhbw.de gibt es unter dem Reiter "Studieninteressierte – Freie Studienplätze" eine Übersicht, welche Unternehmen bei dem Programm mitmachen. Dann bewirbt man sich beim jeweiligen Unternehmen und darüber bekommt man den Studienplatz. Es ist aber auch möglich, sich ein Unternehmen zu suchen, das noch kein duales Studium anbietet. Wenn das Unternehmen einverstanden ist, prüft die DHBW, ob es durchführbar ist. Neue Unternehmen sind meist ebenso gern gesehen.

Welche Vorbildung ist bei der Bewerbung für ein duales Studium erforderlich?
Valentina Rudert: Entweder Abitur oder fachgebundene Hochschulreife – die kann man auch nachholen, wenn man zunächst eine Ausbildung zum Beispiel zum Koch oder Lebensmitteltechniker gemacht hat. Dann folgt der Studienfähigkeitstest an der DHBW.

Hat sich Ihre Erwartungshaltung an das Studium bestätigt?
Maja Plit: Ich war vom hohen BWL-Anteil überrascht. Bilanzierung und Finanzierung sind einfach nicht meine Lieblingsfächer. Mir war der Food-Anteil extrem wichtig, der hat das wirtschaftslastige Studium sehr aufgewertet. Meine Studienzeit war durch den Austausch mit den foodaffinen Studenten inspirierend: Wir haben in unserer Freizeit viel gekocht, hatten mehrere gelernte Köche unter den Kommilitonen. Daneben haben wir selbst Ausflüge zu Herstellern organisiert, uns gegenseitig beflügelt.
Valentina Rudert: Ja, vom Verhältnis her ist es zwar so, dass der BWL-Anteil 70 Prozent beträgt, der Anteil der ernährungsbezogenen, kulinarischen Inhalte 30 Prozent. Ich finde das aber in Ordnung, denn wir bleiben mit den BWL-Themen fast immer am Fach und arbeiten mit praxisnahen Beispielen.

Was genau sind die Inhalte des lebensmittelbezogenen Studienanteils?
Valentina Rudert: Aktuell sind das Ernährungs- und Gesundheitslehre, Verbraucherschutz, Mikrobiologie, Sensorik, Sozio­logie des Essens, Konzepte zur Gefahrenanalyse, juristische Themengebiete, Nachhaltigkeit, Kulturgeschichte, Catering und auch Warenkunde. 2014 hat das Sensoricum eröffnet: Eine Großküche, Consumer Lab, ein Labor für mikrobiologische Versuche und auch ein Raum für Verkostungen findet man dort. Da kann man viel Spannendes ausprobieren.

Wie kann man sich den Studienalltag vorstellen?
Maja Plit: Die Lehre ist gut organisiert, mit Stundenplan von neun bis halb fünf nachmittags mit einer einstündigen Mittagspause, insgesamt sehr zielgerichtet.
Valentina Rudert: Besonders gut an dieser Art des Studiums ist, dass der Unterricht in kleinen Gruppen statt­findet, das sorgt für eine wirklich intensive Betreuung.

Was macht oder machte Ihnen besonders viel Spaß?
Valentina Rudert: Ich bin ein großer Fan der Warenkunde-Unterrichtseinheiten. Dazu gehören Exkursionen, beispielsweise zum Schlachthof oder auf den Großmarkt. Obst und Gemüse hat es mir persönlich besonders angetan. Außerdem beschäftige ich mich gern mit Verbraucherschutz-Themen und der Kennzeichnung von Lebensmitteln.
Maja Plit: Das Fach Nachhaltigkeit. Es war inspirierend, wir haben viel diskutiert und hinter die Kulissen geschaut. Außerdem passt der Nachhaltigkeitsaspekt thematisch sehr gut zu Alnatura.

Wie hat Alnatura Sie in Ihrem dualen Studium unterstützt?
Maja Plit: Die Praxisphasen bei Alnatura waren super strukturiert. Ich wurde einbezogen und konnte kleine Projekte selbstständig bearbeiten. Ich durchlief verschiedene Abteilungen wie Produktmanagement, Einkauf und Sortimentsmanagement, das ist sehr abwechslungsreich.
Valentina Rudert: Ich finde es toll, dass ich bei Alnatura die Freiheit habe, auszuwählen, welche Abteilungen ich kennenlernen möchte. Das ist nicht selbstverständlich. Alnatura nimmt die Aufgaben, die von einem Partner des dualen Studiums erwartet werden, sehr zuverlässig und engagiert wahr.

Welche Aufgaben können Sie mit einem Abschluss in Food Management bei Alnatura übernehmen?
Valentina Rudert: Beispielsweise im Filialmarketing, Sortimentsmanagement, Produktmanagement oder im Einkauf. Man ist in kaum einem Bereich falsch. Auch im Bereich Kommunikation kann Produktwissen nicht schaden. 

DHBW Heilbronn

An der DHBW in Heilbronn gibt es seit 2013 den Bachelor-Studiengang Food Management.