Landwirt aus Leidenschaft

Das Alnatura Magazin war zu Gast auf dem Demeter-zertifizierten Eichwaldhof in Darmstadt.

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Schlechtes Wetter darf man nicht scheuen!", sagt Michael Förster, als er uns durch den Regen über seinen Hof führt. Egal bei welchem Wetter, ein Landwirt muss raus. Das ist oft ein schöner Aspekt des Berufs, der den inneren Schweinehund aber manchmal ziemlich herausfordert. Ausreden gibt es nicht, denn das Gemüse will geerntet, die Tiere wollen gefüttert werden. "Der Beruf ist extrem vielfältig und deshalb so interessant, er macht einfach unheimlich viel Freude", begründet der Landwirt seine Wahl. Der 51-Jährige bewirtschaftet den Familienbetrieb seit 2000 mit Leidenschaft und Idealismus nach biologisch-dynamischen Grundsätzen. Er übernahm den Eichwaldhof damals von seinen Eltern, die schon seit 1968 nach Demeter-Richtlinien arbeiteten. Dabei war es dem ältesten von drei Kindern zunächst gar nicht so klar, ob er Landwirt werden wollte. Nach der Schule besuchte er zwei Jahre lang eine Berufsfachschule, bevor er sich dafür entschied, Bio-Bauer zu werden. Die dreijährige Ausbildung zum Landwirt absolvierte er auf Höfen in Norddeutschland und Hessen und stieg danach gleich in den elterlichen Betrieb ein. Neben der Bewirtschaftung des Hofes bildete sich Förster zum Agrartechniker weiter und vertiefte vor allem sein betriebswirtschaftliches Wissen – eine Komponente, die für ihn aktuell immer wichtiger wird. Trotz der Büroarbeit, die auf dem Hof anfällt, ist er immer noch in die alltäglichen Prozesse eingebunden, fährt am Morgen selbst eine Fuhre Gemüse aus, ist im Stall und auf den Feldern mit dabei. "Es ist wichtig, ein Händchen für viele Dinge zu haben: Maschinenführung, Tierhaltung, Vermarktung, Kommunikationsstärke und auch ein Gefühl für den Boden gehören dazu", sagt er.

Ein typischer Tag beginnt für den Landwirt morgens um sieben Uhr mit dem Gang in den Stall. Nun heißt es: ausmisten, füttern, einstreuen. Danach erfolgt die Gemüseauslieferung und parallel sortieren Mitarbeiter Kartoffeln und bereiten weiteres Gemüse für Auslieferung und Verkauf vor. Im Winter sind das beispielsweise verschiedene Kohlsorten und Knollengemüse. Die anfallenden Abfälle werden ganz dem natürlichen Kreislauf folgend an die Tiere verfüttert, die auf dem Hof leben. 30 Angus-Rinder, 8 Pferde und 1 Esel freuen sich über diesen Gaumenschmaus.

Die kalte Jahreszeit eignet sich besonders dafür, Maschinen zu reparieren und zu pflegen. "Einer meiner Mitarbeiter bastelt dann ordentlich an unserem Fuhrpark herum. Es ist schön, wenn es auch mal etwas ruhiger zugeht auf dem Hof", schmunzelt Michael Förster. Nur ein wenig Wintergemüse ist noch im Freiland, die Feldarbeit ruht größtenteils. Deshalb ist der Jahresbeginn die Zeit, in der sogar ein Landwirt mal Urlaub hat oder die Zeit nutzen kann, um Fortbildungen und Vorträge zu besuchen. Im Frühjahr und Sommer nimmt das Arbeitspensum dann wieder zu. Das Ackerland muss vorbereitet werden, die Aussaat steht vor der Tür. Ab Mai beginnt die Ernte der ersten Salate. Je nach Saison sind auf dem Eichwaldhof neben Michael Förster und seiner Frau drei feste Mitarbeiter sowie zwei bis sechs Saisonarbeitskräfte beschäftigt. "Im Sommer ist einfach mehr zu tun, die Feldarbeit beansprucht viel Zeit, die Unkrautregulierung erfolgt noch von Hand und empfindliche Produkte wie beispielsweise Salat können nicht maschinell geerntet werden", erklärt der Landwirt.

Erntezeit Der Herbst ist für den Bio-Bauern die schönste Jahreszeit: "Man sieht dann, was man das ganze Jahr über geleistet hat, fährt die Erträge ein, in die man viel Zeit und Mühe investiert hat." Als einen der schönsten Momente seines Berufsalltags beschreibt Michael Förster den Zeitpunkt, an dem klar wird, dass die Ernte gut ist und die Qualität stimmt – kommt dann noch eine positive Resonanz der Kunden dazu, ist alles perfekt. Das ist es, was den Landwirt antreibt. "Gerade gestern hat mich ein Kunde gefragt, wann es endlich wieder unseren guten Feldsalat gibt – das freut mich einfach!"

Die Zusammenarbeit mit Alnatura besteht seit 1987. Aktuell beliefert der Eichwaldhof die Super Natur Märkte in Alsbach-Hähnlein, Darmstadt, Heidelberg, Mainz, Mannheim, Viernheim und Wiesbaden mit frischem Obst und Gemüse. Die große Nachfrage nach Bio-Produkten und der Erfolg von Alnatura haben auch die Produktpalette des Eichwaldhofes wachsen lassen. Ein schöner Erfolg, der dem Konzept der naturverbundenen biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise von Michael Förster und seinen Mitarbeitern recht gibt.