Grünes Studium

Interview mit Kira Meise, Studentin an der Alanus Hochschule in Kooperation mit Praxispartner Alnatura

Platzhalter

Alnatura Magazin: Was hat Sie an die Alanus Hochschule gebracht?

Kira Meise: Vor meinem Studium an der Alanus Hochschule habe ich an einer staatlichen Universität studiert. Ich war mit dem Konzept dort nicht glücklich. Es gab keinen Dialog ­zwischen Studierenden und Professoren und die Lehrinhalte waren sehr theoretisch. Dann bin ich auf das BWL-Studienkonzept "Wirtschaft neu denken" aufmerksam geworden. Zuerst hatte ich ein Bewerbungsgespräch an der Hochschule, bei dem ich einen Vortrag über nachhaltiges Wirtschaften gehalten habe. Auf der Internetseite der Alanus Hochschule habe ich mich über die Praxispartner informiert und mich bei Alnatura beworben.

Die Bachelorstudenten verbringen während ihres Studiums 60 Wochen bei einem Praxispartner. Was zeichnet Alnatura aus?

Die Arbeit bei Alnatura ist durch die drei Filial- und die drei Zentralphasen sehr abwechslungsreich. Ich habe unterschiedliche Abteilungen kennengelernt und durch die Filialphasen für einen Sommer in Berlin gewohnt. Im Rahmen des Produktionspraktikums durfte ich für zwei Wochen in der Meierei im Ökodorf Brodowin arbeiten und an Seminaren zu Warenkunde und Kundenorientierung teilnehmen. Die Betreuung durch Alnatura ist wunderbar.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Arbeit bei Alnatura?

Mir gefallen das Arbeitsklima und die Art der Zusammenarbeit. Die Umgangsformen sind freundlich und respektvoll. Außerdem bin ich ein großer Fan von unserem Garten in Bickenbach. Zudem interessiere ich mich sehr für ökologische Lebensmittel und arbeite gerne am "Lebendigen". Dies ist in der Filiale stärker ausgeprägt als in der Zentrale. Der direkte Kundenkontakt fehlt mir in der Zentrale. Wenn ich in der Filiale bin, fehlt mir hingegen das analytische, theoretische Arbeiten – eine Mischung aus beidem wäre mein Traumjob.

Was bedeutet es für Sie, einen "grünen" Beruf zu haben?

Es hat weniger mit der Tätigkeit als mit dem Arbeitgeber zu tun. Für mich ist es wichtig, dass mein Arbeitgeber nicht nur monetäre Ziele verfolgt, sondern sich als Teil der Gesellschaft versteht und diese mitgestaltet – auf der sozialen, ökologischen, ökonomischen und wie bei Alnatura sogar auf der geistigen Ebene. Dies wirkt nicht nur nach außen, sondern beginnt im täglichen Umgang mit den Mitarbeitern.

Wie würden Sie Ihr Studium einem interessierten Abiturienten beschreiben, der überlegt, an der Alanus Hochschule zu studieren?

Beim BWL-Studium an der Alanus Hochschule handelt es sich um ein Wirtschaftsstudium mit Praxisphasen in den Semesterferien. Außer den klassischen Grundlagen der Betriebsführung werden den Studierenden auch neue nachhaltige Wirtschaftsformen und -modelle veranschaulicht. Neben den Theorie- und Praxisphasen bildet der künstlerisch-kulturelle Teil die dritte Säule des Studiums. Die Kunstmodule helfen, Probleme durch künstlerisches Handeln zu lösen und Prozesse aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Inwiefern stellen Sie Unterschiede oder Gemeinsamkeiten fest, wenn Sie Ihr Studium mit dem von Freunden an anderen Universitäten vergleichen?

Aufgrund der kleinen Gruppen ist das Betreuungsverhältnis an der Alanus Hochschule sehr gut. Die größten Unterschiede sind der hohe Praxisanteil im Betrieb sowie die künstlerischen und philosophischen Studieninhalte. Auch das Studium selbst ist sehr praxisorientiert: Wir nehmen an Planspielen teil und lernen, wie man ein eigenes Unternehmen gründet.

Alnatura und die Alanus Hochschule zeichnen sich durch besondere Wertvorstellungen aus. Was ziehen Sie für Ihre Zukunft daraus?

Die Ökonomisierung der Gesellschaft ist im Bildungs-, Gesundheits- und Forschungssektor spürbar. Universitäten werden nach Lebenslauftauglichkeit ausgesucht und Krankenhäuser, deren ursprüngliches Ziel es war, Menschen zu heilen, müssen Gewinne erwirtschaften. Für mich ist es wichtig, diesem Trend entgegenzuwirken und Wege aufzuzeigen, die eine andere Form der Bildung und Wirtschaft ermöglichen. Es bedarf Arbeitsabläufe und Strukturen, die Werte fördern.

Gibt es besondere Momente in Ihrem Studium oder in Ihrer Praxisphase, auf die Sie gerne zurückblicken?

Ich blicke auf mein gesamtes Studium sehr gerne zurück. Ich habe viel gelernt, viele Erfahrungen gesammelt und tolle Menschen getroffen. Doch vor allem war es eine Zeit, in der ich mich mit mir selbst und dem Leben auseinandergesetzt habe. Das ist für mich eine sehr wichtige Komponente des Studierens, die an anderen Universitäten oft nicht mehr ermöglicht wird, jedoch für die Ausbildung eines eigenständig und kritisch denkenden Menschen essenziell ist.

››› Das Interview führte Anna Rühmann, Ansprechpartnerin im Fachbereich Wirtschaft der Alanus Hochschule für Informationen rund um die Praxisplätze in den Unternehmen

Wirtschaft neu denken

Das Besondere am Bachelorstudiengang BWL an der Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn sind die ergänzenden Kunstmodule sowie das Studium generale. Beides fördert die Persönlichkeitsentwicklung und Kreativität und regt dazu an, Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Praxisphasen in den Semesterferien sorgen für einen realen Bezug zur Wirtschaft.

Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Fachbereich Wirtschaft,
Villestraße 3, 53347 Alfter bei Bonn,
Telefon 02222 9321-1600 oder -1675