Yoga

Yoga boomt. Vielleicht liegt es an unserer schnelllebigen Zeit und dem stetig hektischer und stressiger werdenden Alltag, dass immer mehr Frauen und Männer auf der Suche nach sich selbst und ihrer inneren Ruhe den Weg ins Yogastudio finden. Aber auch ganz praktische Gründe wie Rückenbeschwerden können der Auslöser dafür sein.

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Der Begriff Yoga kommt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie Einheit oder Harmonie. In Indien vor rund 5 000 Jahren entwickelt als Methode, um Körper, Geist, Seele und Atem zu vereinigen, ist Yoga heute aktueller denn je. Yoga, so wie es in der Form des sogenannten Hatha-Yoga in den westlichen Ländern gelehrt und gelernt wird, beinhaltet Übungen für den Körper (Asana), den Atem (Pranayama), die Konzen­tration (Dharana) und Meditation (Dhyana). Die Übungen sollen den Körper kräftigen und beweglicher machen und gleichzeitig den Geist beruhigen.

Für viele sind die Asanas, die Yogahaltungen, der Einstieg ins Yoga. Gerade für praktisch orientierte Menschen ist das ein greif- und verstehbares Medium, um Yoga zu praktizieren. Aber genau hier stoßen manche an ihre Grenzen. Steifheit durch stundenlanges Sitzen mit den einhergehenden Beschwerden ist heutzutage "normal" und so sind oft schon die einfacheren Yogahaltungen schwer bis undenkbar. Stellen Sie sich einmal aufrecht hin, halten die Füße geschlossen und beugen sich vor, um die flachen Hände auf den Boden vor den Füßen zu legen. Klappt? Bravo, Sie sind noch kein Opfer zu langen Sitzens geworden. Klappt es nicht? Nicht verzweifeln, auch Sie können Yoga üben. Yoga sei nur etwas für Bewegliche, ist dann oft die Aussage. Das ist so nicht richtig. Natürlich gibt es Yogastile, die zu dieser Definition passen. Aber es gibt noch andere, wie zum Beispiel Iyengar-Yoga.

Der Begründer des Iyengar-Yoga, B. K. S. Iyengar (1918–2014), sagte einmal: "Yoga ist etwas für praktische Menschen mit praktischen Problemen." Er entwickelte die heute weltweit bekannten Yogahilfsmittel wie zum Beispiel den Yogablock oder den Yogagurt, um jedem Yogaschüler die Möglichkeit zu bieten, die entsprechenden Yogahaltungen, die Asanas, einzunehmen und deren Wirkung zu erfahren. Diese Hilfsmittel haben ihren Weg mittlerweile auch in die Arbeit mit anderen Yogastilen gefunden.

Kommen wir noch einmal zu unserem kleinen "Test" zurück. Stellen Sie sich vor, Sie beugen sich vor und platzieren die Hände auf zwei Yogablöcken oder einem Stuhl. Natürlich können Sie das auch direkt einmal machen. Einfacher? Fühlt es sich besser an? Genau das ist die Methode nach B. K. S. Iyengar: Yogahaltungen für jeden erfahrbar zu machen und so den Yogaübenden dort abzuholen, wo er mit seinen aktuellen Einschränkungen und Problemen gerade steht, und ihm den Weg ins Yoga zu erleichtern.

Im Iyengar-Yoga steht der Mensch als ganzer im Mittelpunkt. Jede Yogahaltung lässt sich so verändern oder anpassen, dass sie für den Übenden ausführbar ist. Auch die Sequenz, also die Zusammenstellung und Reihenfolge der einzelnen Yogahaltungen für eine Yogastunde, wird individuell für die jeweilige Gruppe erarbeitet. Es gibt keine feste Übungsabfolge, Iyengar-Yogalehrerinnen und -lehrer stellen diese für die individuellen Bedürfnisse der Gruppe oder auch eines Einzelnen zusammen.

Ein Beispiel: Frau H. kommt schon seit einiger Zeit zum Yoga. Nun hat sie seit Monaten beruflich sehr viel Stress, schläft schlecht und kämpft seit Wochen mit Nacken- und Rückenschmerzen und Migräne. Sie spricht vor der Yogastunde mit ihrer Yogalehrerin darüber. Diese passt die Yogahaltungen während der folgenden Yogastunden für Frau H. an beziehungs­weise gibt ihr einige Alternativen. Bereits nach der ersten Stunde spürt Frau H. eine Verbesserung der Beschwerden. Trotz noch immer vorhandenem Stress lassen die Beschwerden mehr und mehr nach. Und nach einiger Zeit ist sogar die Migräne verschwunden.

Natürlich ist es schwierig, die Wirkungsweise einer Methode wie Yoga wissenschaftlich zu belegen. Das, was die Yogameister Indiens aus ihrer tiefsten Überzeugung wussten, muss in unserer westlichen Kultur erst durch Studien mit Zahlen und Fakten belegt werden. Aber es gibt mittlerweile wissenschaftliche Studien renommierter Krankenhäuser und Universitäten und es wird beständig weiter geforscht.

Als Yogalehrerin empfehle ich: Probieren Sie es selbst aus und machen sich ein Bild, ob Yoga für Sie funktioniert!

››› Gastbeitrag Silke Schwarz

Silke Schwarz

Silke Schwarz, 13 Jahre Iyengar-Yoga-Erfahrung, seit 2010 als Iyengar-Yogalehrerin tätig.
Sie schreibt einen Blog rund um das Thema Yoga: about-yoga.de.
Ihr Yoga-Studio betreibt sie in Bünde: iyengar-yogastudio.de

Mehr Interesse?

  • iyengar-yoga.de
  • bdy.de
  • B. K. S. Iyengar, "Iyengar-Yoga für Anfänger: Eine Einführung in 30 klassische Übungen",
    ISBN: 978-3831008643, 9,95 €
  • B. K. S. Iyengar, "Yoga: Der Weg zu Gesundheit und Harmonie",
    ISBN: 978-3831026548, 29,95 €